Ringeltaube © igreen.de / Jonathan Fieber

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Die Ringeltaube gehört zur Familie der Tauben, einer sehr artenreichen Gruppe von Vögeln. In Deutschland gibt es vier wilde Arten (Ringeltaube, Türkentaube, Hohltaube, Turteltaube). Hinzu kommen Stadttauben und selbstverständlich unzählige Zuchttauben-Rassen, die von Liebhabern gehalten werden.

Aussehen

Auf den ersten Blick sieht die Ringeltaube der Hohltaube und auch der standardmäßig grauen Stadttaube recht ähnlich. Ein klares Unterscheidungsmerkmal sind die namensgebenden weißen, fast ringförmig verlaufenden Flecken am Hals, die von edel anmutenden grün- und purpurglänzenden Flächen umrandet sind. Diesen weißen Halsfleck weisen die anderen Arten nicht auf. Hinzu kommt ein breiter, weißer Streifen auf der Oberseite der Flügel. Das Gefieder der bis zu 42 Zentimeter langen Wildtaube ist grau bis blaugrau. Kopf und Hals haben oft einen bläulicheren Ton. Ringeltauben haben eine beachtliche Spannweite von bis zu 75 Zentimetern und wiegen als erwachsener Vogel etwa 500 Gramm. Damit sind sie die größte heimische Taubenart.

Lebensraum

Die Ringeltaube kommt fast in ganz Europa vor. Sie fehlt nur im Norden Skandinaviens. Deutschlands häufigste Taubenart bewohnt einerseits Wälder, Feldgehölze und Parkanlagen, wagt sich andererseits aber auch in die Nähe des Menschen. Es werden auch  Alleen und Gärten als Lebensraum beansprucht. Die Ringeltaube ist da eher anspruchslos: Die einzigen Merkmale, die sie bei der Wohnungssuche beachtet, sind Sträucher und Bäume, die ausreichend Deckung, Nahrung und Nistmöglichkeiten bieten.

Die Ringeltaube ist ein Zugvogel, der zusammen mit der Hohltaube als erste Taubenart im Februar und März bei uns eintrifft. Sie wird auch als „Teilzieher“ bezeichnet, da nur ein Teil der in Mitteleuropa lebenden Ringeltauben mit dem Beginn der kalten Jahreszeiten nach Westeuropa oder in die mediterranen Gebiete abwandert. Die meisten sind sogenannte Standvögel, die das ganze Jahr über in ihrem Brutgebiet bleiben.

Verhalten

Etwas schwerfällig und unelegant sieht es meist aus, wenn die eher massigen, blaugrauen Vögel mit lautem Flügelklatschen abheben oder unter einigem Rascheln in Bäumen landen. Häufig hört man aus den Bäumen heraus nur ihr Gurren, das man mit der typischen Abfolge „rugúgu, gugu“ gut erkennen kann.

Nahrung

Ringeltauben bevorzugen eine breite Palette vegetarischer Kost. Eicheln, Bucheckern, Knospen, Blätter, Blüten, Beeren, aber auch Feldfrüchte wie Getreide, Raps, Kohl, Kartoffeln und Rüben. Nicht selten beklagen Landwirte Verluste durch die gesellig in kleinen Schwärmen eintreffenden Tauben, die auf Nahrungssuche über die Felder ziehen. Gelegentlich wird die pflanzliche durch tierische Kost bereichert: Zu Regenwürmern und Insektenlarven sagen Ringeltauben ebenfalls nicht „Nein“. Welche Nahrung aufgenommen wird, hängt auch von der Jahreszeit ab. So kommt es vor, dass Eicheln im Herbst bis zu 60 Prozent der Nahrung ausmachen.

Vermehrung

Die Balz im März und April besteht aus Balzrufen und dem Balzflug. Diese Flugbalz vollführt der Tauber, indem er mit klatschenden Flügelschlägen über eine kurze Strecke schräg nach oben flattert, um dann mit halbgeschlossenen Flügeln in einen nach schräg unten ausgeführten Gleitflug über zu gehen. Auch auf dem Boden versucht das Männchen seiner Angebeteten zu imponieren, indem es hinter ihr her läuft, sich vor ihr verbeugt und ihr sanft zugurrt. Hat sich ein Ringeltaubenpaar einmal zusammengefunden, geht es eine Saisonehe ein und zieht den Nachwuchs gemeinsam groß. Dazu wird aus kahlen Zweigen ein flaches Nest an einem geschützten Ort gebaut. Bei der Ringeltaube erfolgen jährlich zwei bis drei Bruten von je zwei Eiern. Sofern sie nicht von Krähen geplündert wird, schlüpft die erste Brut nach einer Brutzeit von 16 bis 18 Tagen im April. Die Jungtauben schlüpfen blind, können aber bereits nach acht bis zehn Tagen sehen. Gefüttert werden sie sowohl mit der Nahrung der Eltern, als auch mit sogenannter Kropfmilch. Die ist natürlich keine echte Milch, sondern ein eher festes Sekret, das bei Taubenvögeln speziell zur Jungenaufzucht im Kropf gebildet wird. Die Nestlingszeit dauert 30 Tage.