Merkmale

  • Höhe: bis zu 20 Meter, im Hochwald gelegentlich bis 35 Meter
  • Stamm: Durchmesser bis über 100 Zentimeter
  • Blätter: Fiederblätter, die in sechs bis zehn gegenständigen Paaren an der Blattspreite sitzen. Die gesamte Blattspreite wird bis zu 25 Zentimeter lang und 10 Zentimeter breit und hat einen 3-5 Zentimeter langen Stiel. Die einzelnen 13-21 Fiederblätter sind 3-5 Zentimeter lang und 1-1,5 Zentimeter breit. Sie sind kurz gespielt oder sitzend und haben eine längliche Form mit scharf gesägtem Rand, der zur Blattbasis hin glatt wird.
  • Blüte: Mai bis Juni. 35 bis 80 Blüten stehen in rispenartigen Blütenständen zusammen. Die einzelnen Blüten haben einen Durchmesser von knapp 2 Zentimeter und fünf weiße bis rötliche Blütenblätter. Die 20 Staubbeutel sind von gelblicher Farbe.
  • Frucht: Reife im September bis Oktober. Die 2-4 Zentimeter großen birnen- bis apfelförmigen Früchte sind grüngelblich oder rötlich und können sich vollreif schokoladenbraun färben.
  • Borke: dunkel graubraun, rau und rissig, an älteren Stämmen kleinschuppig, ähnlich dem Birnbaum
  • Alter: 150 Jahre, in Ausnahmefällen bis zu 400 Jahre

Standort

sommerwarme und trockene Eichen-Hainbuchen-Wälder und Flaumeichen-Wälder.

Verbreitung

Der Speierling lebt bevorzugt in den mediterranen Gebieten. In Europa findet man ihn vor allem auf der Balkanhalbinsel bis nördlich nach Rumänien, in Italien, in Teilen Spaniens, Frankreichs und Deutschlands und vereinzelt auch in Ungarn, Tschechien, Österreich, Schweiz und der Slowakei.

In Deutschland lässt sich der Speierling vor allem im Südwesten finden. Verbreitungsschwerpunkte sind Rheinland-Pfalz und Teile Hessens, Baden-Württembergs und Bayerns. In Thüringen und Sachsen-Anhalt findet sich das nördlichste Verbreitungsareal dieser Baumart.

Verwendung

Wegen des festen, schweren Holzes und der essbaren Früchte war der Speierling im Mittelalter ein wichtiges Kulturgehölz. Heutzutage werden nur noch die Früchte genutzt; zum Essen oder zum Veredeln von Apfelwein. Wegen dem hohen Gehalt an Gerbstoffen werden die Früchte des Sperlings in der Volksmedizin gegen Magen- und Darmbeschwerden genutzt.

Gefährdung

Durch die Wahl des vom Aussterben bedrohten Speierlings zum Baum des Jahres 1993 stieg das Interesse der Medien und Baumfreunde. Es wurden Methoden zur Nachzucht des Sperlings entwickelt und die Bestände stiegen an. In Deutschland gibt es immernoch nur ein paar Tausend Altbäume, was sich in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich ändern wird. In Rheinland-Pfalz gilt der Speierling nichtmehr als gefährdet.