Merkmale

  • Höhe: 5-25m, in Ausnahmefällen bis zu 30m
  • Krone: mehrschichtige, lockere Krone mit spitzwinklig abstehenden Ästen und überhängenden Zweigen. Die Wuchsform ist sehr vielgestaltig.
  • Stamm: langer, durchgehender Stamm, der 80 bis 90 Zentimeter dick werden kann
  • Blätter: vier bis sieben Zentimeter lange, wechselständige Laubblätter. Sie sind dreieckig bis rautenförmig, mit langer Spitze und doppelt gesägtem Rand.
  • Blüte: Die Blütezeit ist von März bis Mai. Männliche und weibliche Blüten finden sich beide in hängenden Kätzchen auf einem Baum. Die männlichen, gelborangenen Kätzchen hängen dabei an den Enden älterer Triebe, die weiblichen, braunen Kätzchen an den Spitzen junger Kurztriebe. Männliche Blüten werden bereits im Herbst angelegt und überwintern.
  • Frucht: 2-3mm große Nüsschen, die rundum dünnhäutig geflügelt sind. Sie reifen von August bis September und werden durch den Wind verbreitet.
  • Borke: bei jungen Bäumen schwarzbraune bis graue Rinde. Später wird sie zu einer weißen Glattrinde. Diese ist von schwarzen Längsrissen durchzogen und tief gefurcht. Oftmals rollt sie sich großflächig ab oder löst sich in schmalen Streifen. Die weiße Farbe kommt durch eine Einlagerung von Betulin zustande.
  • Alter: 90-150 Jahre

Standort

Die Hänge-Birke benötigt viel Licht und ist eine Pionierbaumart, die vor den meisten anderen Bäumen Brach-, Trümmer- und Kahlflächen besiedeln kann. An den Boden stellt sie kaum Ansprüche, meidet aber reine Kalkböden. Sie wächst überwiegend auf trockenen Standorten, hat aber einen hohen Wasserverbrauch. Aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit ist sie auch auf Moorböden und anderen Extremstandorten zu finden, wird auf zu nassen Böden aber durch die Moorbirke ersetzt. Sie meidet Hitze und ist mäßig frosthart.

Verbreitung

Ihr Hauptvorkommen ist in den Nadelmischwäldern Sibiriens und Skandinaviens auf nährstoffarmen, trockenen Sandböden mit Kiefer und Eiche. Sie ist in ganz Europa, mit Ausnahme von Nordskandinavien, in Nordamerika und Westasien beheimatet. In Deutschland kommt sie vom Norddeutschen Tiefland bis zu den Alpen vor, dort bis in 1900m Höhe und besiedelt lichte Laub-, Nadel- und Mischwälder.

Verwendung

Birkenholz ist als Bauholz weniger geeignet, als Furnierholz dagegen schon. Es wird für den Möbel- und Innenausbau verwendet, aus ihm werden außerdem Faserplatten, Zellstoff oder Furniere hergestellt und das Reisig wird für Besen verwendet. Die Hänge-Birke liefert hervorragendes Brennholz, das selbst im grünen Zustand brennt. Der süßliche Birkensaft kann getrunken werden, aus ihm können außerdem Haarwasser, Gelee und Birkenwein hergestellt werden. Traditionell wird er zur Verbesserung von Rheuma- oder Gichtbeschwerden getrunken. Aus der Rinde kann Birkenteer hergestellt werden, das gegen Hautkrankheiten, zur Behandlung von Leder oder zum Herstellen von Fackeln eingesetzt wird. Aus Birkenteer kann Birkenpech gewonnen werden, das früher als universelles Klebemittel diente. Die Rinde der Birke ist auch therapeutisch wirksam als Entzündungshemmer, sie enthält tumorhemmende und antivitale Stoffe. In der Pflanzenheilkunde ist die blutreinigende und harntreibende Wirkung bekannt. Blättertees werden bei Nieren-Blasenerkrankungen angewendet und auch gegen eine Reihe anderer Leiden werden Präparate aus der Birke eingesetzt.