Merkmale

  • Höhe: 2 bis 15 Meter, in seltenen Fällen bis zu 20 Meter
  • Krone: Die Eibe kann als Baum oder Strauch wachsen. Junge Bäume haben eine breit kegelförmige Krone, ältere Bäume eine rundliche oder eiförmige Form. Eiben sind oft bis an den Boden beastet.
  • Stamm: Junge Bäume besitzen schlanke Stämme, bei alten Exemplaren gibt es häufig mehrstämmige Exemplare. Eiben wachsen in der Jugend sehr langsam und brauchen mindestens 10 bis 20 Jahre, bis sie aus dem Äser des Rehwildes herausgewachsen sind.
  • Blätter: weiche, immergrüne Nadeln mit linealischer Form. 1,5 bis 3,5 Zentimeter lang und 2 bis 3 Millimeter breit. Auf der Oberseite sind die Nadeln glänzend dunkelgrün mit erhobenem Mittelnerv, auf der Unterseite sind sie hellgrün
  • Blüte: Die Zapfen werden im Spätsommer angelegt, die Blütezeit ist von Februar bis Mai. In den meisten Fällen befinden sich männliche und weibliche Zapfen auf unterschiedlichen Bäumen. Die männlichen Zapfen haben einen Durchmesser von etwa 4 Millimeter und sind von gelblicher bis bräunlicher Farbe. Die weiblichen Zapfen sind 1 bis 1,5 Millimeter groß und von grünlicher bis gelbbräunlicher Farbe.
  • Frucht: Die reifen Samen werden von einem roten, fleischigen Samenmantel umhüllt, der entgegen der weitläufigen Meinung nicht giftig ist. Die bläulich-braunen Samen im Inneren sind jedoch giftig. Botanisch gesehen handelt es sich hierbei nicht um eine Frucht, da Nadelgehölze keine echten Früchte haben.
  • Borke: Die rötlichbraune, glatte Rinde junger Bäume wird später zu einer graubraunen, sich in Schuppen ablösenden Borke.
  • Alter: bis zu 3000 Jahre; langlebigste Nadelbaumart Europas

Standort

Die Eibe bevorzugt aufgrund ihrer geringen Frosthärte wintermilde Standorte. Sie ist in ihren Ansprüchen an den Boden standortvage, kann also die verschiedensten Lebensräume besiedeln. Sie verträgt trockene Standorte besser als die meisten anderen heimischen Baumarten, kann aber auch in Flussauen vorkommen. Bevorzugt besiedelt sie feuchte, nährstoffreiche Böden, die nicht zu sauer sind. Von allen heimischen Baumarten ist sie zudem am schattentolerantesten.

Verbreitung

Die Eibe kommt in nahezu ganz Europa, sowie Teilen Nordafrikas und Westasiens vor. Ihr Verbreitungsgebiet ist durch die Übernutzung der Eibenbestände jedoch stark zerrissen.

Verwendung

Das schwere, wertvolle Holz wird heutzutage für Furnierarbeiten, Holzschnitzereien oder den Bau von Musikinstrumenten verwendet. Eine historisch wertvolle Bedeutung fand es für den Bau von Bögen oder Speeren, sowie für Pfahlbauten.

Als Heilpflanze wird die Eibe heutzutage wegen ihrer Giftigkeit kaum noch verwendet, jedoch finden manche ihrer Inhaltsstoffe mittlerweile Aufmerksamkeit in der Krebsbehandlung.

Alle Teile der Eibe, mit Ausnahme der roten Samenschale, sind giftig!

Gefährdung

Wegen früherer Übernutzung, gezielter Ausrottung aufgrund ihrer Giftigkeit, sowie Wildverbiss und Auswirkungen der modernen Forstwirtschaft ist die Eibe in der Natur sehr selten geworden und gedeiht hauptsächlich noch in Schluchtwäldern oder an Steilhängen.