Merkmale

  • Höhe: etwa 5 bis 15 Meter, maximal bis zu 25 Meter
  • Krone: ovale bis rundliche, lockere Krone
  • Stamm: schlanke, walzenförmige Wuchsform
  • Blätter: Die wechselständigen Blätter sind in 9 bis 19 längliche Fiederblätter unterteilt und insgesamt etwa 15 bis 20 Zentimeter lang und 8 bis 11 Zentimeter breit mit 2bis 3 Zentimeter langem Blattstiel. Die einzelnen Fiederblätter sind 4 bis 6 Zentimeter lang und 1 bis 2 Zentimeter breit, am Blattrand gezähnt und vorne zugespitzt. Auf der Oberseite sind sie mattgrün, auf der Unterseite eher graugrün und behaart mit hervorstehenden Blattnerven. Die Blätter duften beim Zerreiben nach Bittermandelaroma und färben sich im Herbst goldgelb bis rotgelb.
  • Blüte: Die Blütezeit ist von Mai bis Juli. Die weißen Blüten bilden Schirmrispen mit 200 bis 300 Blüten. Zunächst sind die Blüten kugelig, wenn sie sich öffnen haben sie fünf Blütenblätter.
  • Frucht: Die orangerot bis korallenrot gefärbten Beeren sind im botanischen Sinne dreisamige Apfelfrüchte und haben einen Durchmesser von etwa 1cm. Sie reifen von August bis September und hängen oft bis in den Winter hinein in Büscheln am Baum. Sie sind entgegen dem Volksglauben nicht giftig, können aber den Magen reizen.
  • Borke: Die Rinde ist glatt und gelblich bis grünlich grau, später mattgrau und längsrissig
  • Alter: etwa 80, in Ausnahmefällen bis zu 120 Jahre

Standort

Die Eberesche ist relativ anspruchslos und besiedelt auch schnell Brachflächen. Häufig findet man sie auf Lichtungen, in Hecken oder an Waldrändern. An den Boden stellt sie kaum Ansprüche, man findet sie auf mageren bis nährstoffreichen, trockenen bis feuchten und sauren bis basischen Böden. Sie gedeiht in Laub- und Nadelwäldern und auch auf Moorböden oder auf trockenen Steinhängen. In Gebirgen findet man sie bis in 2400m Höhe. In Deutschland hat sie ihr Hauptvorkommen in den Mittelgebirgen.

Verbreitung

Die Eberesche kommt in fast ganz Europa vor mit Ausnahme einiger mediterraner Regionen und den Tiefebenen im zentralen Osteuropa. Dabei besiedelt sie auch Island und Nordskandinavien bis ans Eismeer. Sie kommt ebenfalls in weiten Teilen Russlands bis in den Osten an den Pazifischen Ozean vor, sowie im Kaukasus und Nordostchina.

Verwendung

Die Eberesche wird heute gerne als Stadtbaum gepflanzt, wegen ihrer schönen Früchte, weil sie Autoabgase gut verträgt und ihre Früchte bei Vögeln beliebt sind. Sie ist aber recht hitzeempfindlich. Auch in Fichtenwäldern wird sie gerne als humusverbessernder Baum gepflanzt.

Das Holz der Vogelbeere ist sehr hart und dauerhaft. Es wurde früher in der Wagnerei verwendet und eignet sich für Kunst- und Drechselarbeiten.

Gekocht sind die Beeren essbar und waren früher wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts ein wichtiges Mittel gegen Skorbut. Aus ihnen wurde außerdem Sorbit gewonnen und auch Konfitüre, Likör oder Schnaps kann aus ihnen hergestellt werden. In der Naturheilkunde wird den Blättern und Blüten eine Heilwirkung für verschiedene Leiden zugesprochen, wie beispielsweise Hämorrhoiden, Rheuma, Gicht oder Heiserkeit.