Waldzustandsbericht 2017

Kurzbeschreibung Schutz der Lebensgrundlagen und mit dem Gemeinwohl nachhaltig zu bewirtschaften. In unseren Wäldern wachsen nahezu ausschließlich züchterisch unbeeinflusste Bäume, also Wildpflanzen. Wir verfügen in unseren Wäldern über kaum veränderte, weitgehend ursprüngliche Böden. Wir bedienen uns weitgehend der spontanen Abläufe im Generationenwechsel unserer Waldbäume. Wir kommen mit sehr geringem Energieeinsatz und nahezu ohne Fremdstoffe aus. Diese Entwicklung hat sich mit unserer gesetzlich verankerten naturnahen Waldbewirtschaftung in den letzten Jahrzehnten sogar verstärkt.

Im Jahr 2017 hat sich der Kronenzustand über alle Baumarten nur wenig verändert. Der Anteil an Bäumen mit deutlichen Schäden ist um 3 Prozentpunkte auf 24 % zurückgegangen, der Anteil an Bäumen ohne sichtbare Schadmerkmahle blieb unverändert bei 27 %. Die mittlere Kronenverlichtung liegt um 0,3 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres.
Die Buche zeigt gegenüber dem Vorjahr bei jetzt ausbleibender Fruchtbildung erwartungsgemäß eine Verbesserung im Kronenzustand. Eiche, Kiefer, Douglasie und Lärche haben sich im Kronenzustand verschlechtert. Fichte, Hainbuche und Esche zeigen keine oder nur geringe Veränderungen. Bei vielen Baumarten ist die Entwicklung des Kronenzustandes in 2017 gegenläufig zu der des Vorjahres.
Nach wie vor werden die Wälder durch Luftschadstoffe belastet. Zwar sind die Einträge an Schwefel und Schwermetallen deutlich zurückgegangen, doch die Säurebelastung übersteigt immer noch das Pufferpotenzial vieler Waldstandorte. Gegenmaßnahmen wie die Bodenschutzkalkung sind daher weiterhin erforderlich. Auch die Stickstoffeinträge übersteigen nach wie vor die Schwellenwerte der Ökosystemverträglichkeit. Die Ozonspitzenwerte sind zurückgegangen, dennoch werden die Verträglichkeitsgrenzen für Waldbäume an allen Messstandorten deutlich überschritten, so dass auch Ozon weiterhin waldschädigend wirkt.
Witterungsbedingte Belastungen haben in den letzten Jahren zugenommen. Seit 1997 waren alle Vegetationsperioden im Vergleich zum langjährigen Mittel zu warm. Diese mehr als zwei Jahrzehnte anhaltende Folge zu warmer Vegetationszeiten und die Zunahme witterungsbedingter Schäden belegen die Auswirkung des Klimawandels in unseren Wäldern.
Die bereits im Juli des Vorjahres begonnene Folge trockener Monate setzte sich bis in den Juni 2017 fort. Erst der Juli brachte ergiebige Niederschläge. Im Frühjahr 2017 entstanden an Laubbäumen verbreitet Schäden durch Spätfrost.
Um einen umfassenderen Überblick über die Entwicklung des rheinland-pfälzischen Waldes mit seinen vielfältigen Funktionen und Gefährdungen zu geben, werden auch im vorliegenden Waldzustandsbericht die Darstellungen der Kronenzustandsentwicklung um aktuelle Zusatzthemen ergänzt.
Die Erhaltung der Fruchtbarkeit unserer Waldböden ist ein bedeutsamer Bestandteil der forstlichen Nachhaltigkeit. Hierzu muss die standortsgemäße Versorgung auch künftiger Waldgenerationen mit Nährstoffen sichergestellt werden (Nährstoffnachhaltigkeit). Die Nährstoffnachhaltigkeit ist nur in stabilen, naturnahen Waldökosystemen mit einem intakten Nährstoffkreislauf gewährleistet.  Beeinträchtigungen des Nährstoffhaushalts durch Luftverunreinigungen müssen vermieden und die Nutzung des Waldes am jeweiligen Standortspotenzial ausgerichtet werden.
Weitere Beiträge im aktuellen Bericht befassen sich mit der vielfältigen Forschung im Nationalpark Hunsrück-Hochwald, der Ausbreitung invasiver Neophyten unter dem Einfluss des Klimawandels und der externen Überprüfung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch Zertifizierung.

 

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Datum der letzten Veränderung 05.12.17