Die Rettungskarte Rheinland-Pfalz wurde von Landesforsten Rheinland-Pfalz ursprünglich unter dem Begriff "Rettungskarte Forst" für die forstspezifische Verwendung entwickelt. Die Notwendigkeit hierzu ergab sich aus der Tatsache heraus, dass die Waldarbeiter einem erhöhten Unfallrisiko bei einer in aller Regel gegebenen schlechten Erreichbarkeit der Notfallstellen ausgesetzt sind. So sind die Forstbetriebe im Land Rheinland-Pfalz durch die Unfallverhütungsvorschrift "Erste Hilfe" verpflichtet, unter Berücksichtigung der betrieblichen Verhältnisse durch Meldeeinrichtungen und organisatorische Maßnahmen dafür Sorge zu tragen, dass unverzüglich die notwendige fachkundige Hilfe herbeigerufen und an den Unfallort geleitet werden kann.
In den Rettungskarten auf Basis der digitalen topographischen Karten 1:25.000 (DTK) werden neben den Gauß-Krüger-Koordinaten, dem UTM -Gitter und den Höheninformationen die Rettungswege, gegliedert nach öffentlichen Straßen, ganzjährig und bedingt befahrbaren Wegen, sowie die Anfahrtspunkte (vierstellige Karten- und dreistellige Rettungspunkt-Nummer) für die Rettungsfahrzeuge dargestellt. Einige Anfahrtspunkte, in deren unmittelbarer Nähe kein eindeutig erkennbares Objekt (zum Beispiel Schutzhütte, Parkplatz) vorhanden ist, sind mit Schildern ausgewiesen.
Die Rettungskarte soll künftig sowohl dem Rettungs- und Sanitätsdienst, als auch dem Brand- und Katastrophenschutz, inklusive der Schnelleinsatzgruppen als Einsatz- und Führungsmittel dienen. Die Rettungskarte Rheinland-Pfalz kann auch von Bürgern beim Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation in Koblenz käuflich erworben werden. Dabei ist zu beachten, dass bei einem Unfallereignis im Wald nur dann ein Nutzen hinsichtlich einer zielgerichteteren, schnelleren Rettung durch den amtlichen Rettungsdienst gegeben ist, wenn die Originalkarten mit allen Informationen verwendet und der Ablauf der „Rettungskette Forst“ eingehalten werden.


