22.03.2012
Forstamt und Bistum Trier pflanzen "Wallfahrts-Wald"
Kurz vor Beginn der Heilig Rock Wallfahrt in Trier, stellten Bischof Dr. Stephan Ackermann und Forstamtsleiter Gundolf Bartmann das lokale Ausgleichsprojekt zur nachhaltigen Ausrichtung der Wallfahrt vor.

Bischof Ackermann pflanzt gemeinsam mit Forstwirt Thomas Wagner einen Baum im Wallfahrts-Wald. Foto: Pressestelle Heilig-Rock-Wallfahrt
Noch sind es kleine, biegsame Setzlinge, doch in wenigen Jahren werden es große, kräftige Bäume sein: Am 21. März, dem Internationalen Tag des Waldes, haben der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann und der Leiter des Forstamtes Trier Gundolf Bartmann den "Wallfahrts-Wald" vorgestellt. Die Neuanpflanzungen auf einer 0,8 Hektar großen Brachfläche in der Domäne Avelsbach sind ein so genanntes CO2-Kompensationsprojekt im Rahmen der Heilig-Rock-Wallfahrt. Ein Teil der Bäume wurde bereits von Mitarbeitern des Forstamtes gepflanzt, aber Bischof und Forstamtsleiter pflanzten auch gemeinsam einige Setzlinge.
Bischof Ackermann sagte, bei einem Großereignis wie der Wallfahrt sei es unumgänglich, dass Ressourcen verbraucht würden, entsprechend wichtig seien Ausgleichsmaßnahmen: "Wir dürfen die Schöpfung nicht nur als Material sehen. Gott hat uns diese Welt geschenkt, und wir müssen so mit ihr umgehen, dass auch die nachfolgenden Generationen gut darin leben können." Der Bischof betonte, er hoffe, dass viele Pilgerinnen und Pilger mit öffentlichen Verkehrmitteln wie Bahn oder Bus anreisen. Gleichzeitig lud er die Besucher, die während der Wallfahrtzeit nach Trier kommen, ein, ebenfalls einen Baum zu erwerben und so zum Kompensationsprojekt "Wallfahrts-Wald" beizutragen.
Forstamtsleiter Bartmann sagte, das Amt habe die Idee der Wallfahrts-Arbeitsgruppe "Bewahrung der Schöpfung" mit Begeisterung aufgenommen. "Der Leitfaden der Wallfahrt zur schöpfungsgerechten Organisation und Durchführung drückt vieles aus, was dem Forstamt am Herzen liegt", erklärte Bartmann und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: "Wir Förster sind die Erfinder der Nachhaltigkeit." Zwar funktioniere dieses Projekt nicht "von heute auf morgen", aber "die Pflanzfläche wird uns in der Zukunft Freude machen". Auch das Leitwort der Wallfahrt "und führe zusammen, was getrennt ist" weise einen Bezug zur Schöpfung auf, denn allzu oft sei den Menschen noch nicht bewusst, dass sie und die Umwelt miteinander verbunden seien. Gleichzeitig mahnte er zu weiteren Ausgleichsmaßnahmen: "Mit dieser Aufforstung halten wir lediglich vier Sekunden des weltweiten Waldverlustes auf", gab er zu bedenken.
Die je 800 Wildkirschen, Esskastanien und Hainbuchen, die noch um Wildobstbäume ergänzt werden, binden etwa 10 Tonnen Kohlendioxid jährlich und kompensieren damit bei einem Ausstoß von 150 Gramm CO2 pro gefahrenem Autokilometer langfristig rund 70.000 gefahrene Autokilometer pro Jahr. Ein entsprechendes Schild weist auf den "Wallfahrts-Wald" hin. Das Bistum Trier unterstützt das Projekt mit 5.000 Euro. Wer sich gerne ebenfalls am Projekt beteiligen möchte, kann sich unter www.heilig-rock-wallfahrt.de/wissenswert/nachhaltigkeit.html über die schöpfungsgerechte Organisation der Wallfahrt informieren oder direkt eine Mail schreiben an organisation (at) heiligrockwallfahrt2012.de