16.05.2012
62. Jahrestagung des Deutschen Forstwirtschaftsrates in Koblenz
Griese: „Nutzung und Schutz unserer Wälder gleich bedeutend“
„Als forstliche Branche haben wir allen Anlass, kritischen Stimmen selbstbewusst entgegenzutreten und die Gesellschaft von den vielfältigen Leistungen der Forstwirtschaft in Deutschland zu überzeugen!“, ermunterte Georg Schirmbeck, MdB und Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR), die Teilnehmer der heutigen 62. Jahrestagung des DFWR in Koblenz in seiner Begrüßungsrede.
Im Rahmen der alljährlichen Tagung des DFWR kamen seine Mitglieder sowie verschiedene Gremien des Dachverbandes der deutschen Forstwirtschaft zusammen. Schirmherr der diesjährigen Veranstaltung war der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, der am Abend an den Feierlichkeiten teilnahm. In seiner Rede dankte DFWR-Präsident Schirmbeck auch dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten sowie den Landesforsten Rheinland-Pfalz für ihre Unterstützung bei der Ausrichtung der Veranstaltung.
Die große Bedeutung der Forstwirtschaft im waldreichen Rheinland-Pfalz hob Forststaatssekretär Thomas Griese in seinem Grußwort hervor. Die Forst-, Holz- und Papierbranche beschäftige hierzulande rund 50.000 Menschen und sei damit ein bedeutender Wirtschaftszweig, den die Landesregierung mit ihrer Clusterinitiative Forst und Holz unterstütze. Eine wichtige Herausforderung sieht Griese in der Anpassung an den Klimawandel, der den Wald bedrohe: „Deshalb muss die Forstwirtschaft ein besonderes Interesse am Klimaschutz haben“, betonte der Staatssekretär. Beiträge dazu könnten Waldbesitzer etwa durch die Bereitstellung von Windkraftstandorten leisten. „Da unsere Wälder ein bedeutender CO2-Speicher und Lebensraum für unzählige Arten sind, liegt uns ihr Schutz ebenso am Herzen“, sagte Griese. Der geplante Nationalpark im rheinland-pfälzischen Staatswald leiste dazu einen wichtigen Beitrag und biete zudem große Chancen für die Regionalentwicklung.
Den Aspekten der Nachhaltigkeit im Forstwesen widmete Hermann Bolz, Buchautor, Forstwissenschaftler und Leiter der Zentralstelle der Forstverwaltung in Neustadt an der Weinstraße, seinen Festvortrag. Während der Forstsektor vor einigen Jahrzehnten kaum noch öffentliche Aufmerksamkeit erfahren hätte, sei er heute angesichts der Herausforderungen insbesondere durch den Klimawandel sowie die Energiewende erneut in den Fokus gerückt. „Die Nachfrage nach Leistungen aus den Wäldern bordet über – Forstleute stehen mehr denn je vor der alten Frage: Wie viel ist genug?“, so Bolz.
Entsprechend dem Motto der Jahrestagung wurde auch das politisch zurzeit intensiv diskutierte Thema der Ressourceneffizienz behandelt. „Unser Wald ist eine knappe Ressource, die wir mit Umsicht und Bedacht einsetzen müssen und nicht verschwenden dürfen“, mahnte Schirmbeck. Dabei habe sich das in Deutschland praktizierte Prinzip einer nachhaltigen, naturnahen und multifunktionalen Forstwirtschaft bewährt. Der integrative Ansatz unter Beachtung einer differenzierten, an die konkreten örtlichen Bedingungen angepassten Bewirtschaftung ermögliche insgesamt ein Höchstmaß an Leistungen und einen effizienten Umgang mit der knappen Ressource Wald.
Hintergrundinformation:
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund 2 Millionen Waldbesitzer in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,1 Millionen Hektar – das sind rund 31 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften. Mehr Information erhalten Sie auf der Internetseite www.dfwr.de.
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