Waldrandeiche; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Waldrandeiche; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Zunächst kam es im 17. Jahrhundert zu einer Vereinigung der Berufgruppen der Förster und Jäger. Die Forstverwaltung wurde in die Jagdverwaltung eingegliedert. Der Oberjagdmeister war gleichzeitig der Oberforstmeister. Dem Oberjagdmeister stand jetzt nicht mehr der Amtmann sondern der Oberhofmeister vor. Die Jagd hatte natürlich auch ein Interesse daran den Wald zu erhalten. Deswegen waren die Auswirkungen der jagdlichen Dominanz relativ gering.

Um 1750 setzte in Deutschland eine große Holznot ein. Außerdem prägte der Merkantilismus das Berufsverständnis der höfischen Beamten. Der Wald wurde dank des Rohstoffes Holz zunehmend als wichtige Einnahmequelle erkannt. Die Förster sorgten zunehmend für Einnahmen, während die Jagd nur Geld verschlang. Jagd- und Forstverwaltung wurden wieder getrennt. Es entwickelten sich in Deutschland zwei verschiedene bzw. aufeinander aufbauende Varianten der Forstorganisation und damit auch der Berufsgruppen.

Das Revierförstersystem

Den damaligen Finanzministerien waren als sogenannte Mittelbehörde die Oberforstämter unterstellt. Diese wurden von einem Oberforstmeister, der immer aus einem Adelshaus kam, geleitet. Ihm unterstanden die Forstinspektionen mit den adeligen Forstmeistern oder den bürgerlichen Oberförstern. Sie betreuten bis zu 9.000 Hektar Wald. Die Forstmeister und Oberförster trafen waldbauliche Entscheidungen, wiesen das wertvolle Nutzholz den Käufern zu. Später werden beide Berufsbezeichnungen zum Forstmeister zusammen gefasst. In den Revieren gab es reitende Förster, gehende Förster und Hilfsförster. Die reitenden Förster durften teilweise noch Holz zuweisen. Gehende Förster und Hilfsförster hatten nur Wachaufgaben im Wald. Die Ausbildung der Förster erfuhr eine immer bessere Grundlage. Sie absolvierten später eine Ingenieursausbildung ("Ingenieur des Waldes") und wurden nun Revierförster genannt.

Die Forstverwaltung ist in diesem System als eigenständige Verwaltung aufgebaut gewesen.

Das Oberförstersystem

In Preußen entwickelte sich das Oberförstersystem, bei dem die Forstverwaltung in die allgemeine Verwaltung integriert war. Im Finanzministerium leitete der Oberlandesforstmeister die gesamte Forstverwaltung. An den damaligen Mittelinstanzen, den Bezirksregierungen, gab es einen Oberforstmeister als Leiter der forstlichen Abteilung, mehrere Regierungsforstmeister und Inspektionsbeamte. Auf dieser Ebene dominierte die Kontrolltätigkeit und die Vorgabe allgemeiner Richtlinien der Waldbewirtschaftung. Die ehemaligen Revierförster avancierten dank der besseren Ausbildung zu Oberförstern, später zu Forstmeistern. Sie nahmen zunächst weitgehend technische Aufgaben und danach auch hoheitliche Aufgaben wahr. Es entstand das heute bekannte Forstamt. Die einfachen Förster wurden nun wieder zu Revierförstern angehoben und genossen ebenfalls eine bessere Ausbildung an speziellen Revierförsterschulen, aus denen später die Fachhochschulen hervorgegangen sind. Die Forstmeister studierten an den forstlichen Universitäten.

Mittlerweile nahmen die Förster auch wieder jagdliche Aufgaben wahr, wenn sich auch der eigene Berufsstand des Berufsjägers entwickelte.