Industrieholz ist ein Holzsortiment, das als Koppelprodukt beim Holzeinschlag anfällt und wegen ungünstiger Dimension (i.d.R. zu schwach) oder Qualität (Grobastigkeit, Krümmungen, Verfärbungen, Fäulnis) für eine höherwertigere Verwendung in Säge- oder Furnierwerken nicht geeignet ist. Industrieholz wird verwertet, indem es mechanisch oder chemisch aufgeschlossen und zu Holzwerkstoffplatten (Span-, OSB- und MDF/HDF-Platten), Holzschliff oder Zellstoff verarbeitet wird. Beim Industrieholz gibt es hinsichtlich Frischegrad und Fasereigenschaften der verschiedenen Holzarten deutliche Qualitätsunterschiede, die mit entsprechenden Preisdifferenzierungen verbunden sind. Als „Papierholz“ für die Herstellung von Holzschliff erzielt frisches Fichtenholz (in geringen Anteilen auch Kiefernholz) ohne Verfärbungen oder Fäule die höchsten Preise, gefolgt von Nadelindustrieholzqualitäten, die für die Produktion von OSB-Platten geeignet sind und ebenfalls aus produktionstechnischen Gründen einen gewissen Frischegrad aufweisen müssen. Die geringsten Ansprüche an die Qualität und den Frischegrad des Holzes stellen die Produktionslinien für Spanplatten und Faserplatten (MDF/HDF). In dem Zeitraum 2007 bis 2010, der durch zwei große Windwurfkalamitäten mit entsprechenden Sturmholzanfällen vor allem im Nadelholz geprägt war, wurden in Rheinland-Pfalz auf den von Landesforsten betreuten Waldflächen jährlich rund 840.000 Kubikmeter, und damit etwa ein Fünftel des Holzeinschlags, als Industrieholz ausgehalten und – teils über Händler - an die industriellen Großabnehmer der Holzwerkstoff- und Papierindustrie verkauft. Knapp 220.000 Kubikmeter entfielen dabei auf Laubholzarten, rd. 620.000 Kubikmeter auf Nadelholz. Etwa 20 Prozent des Nadelindustrieholzes finden Verwendung als Papierholz; die übrigen 80 Prozent werden bei niedrigerem Preisniveau zur Produktion von OSB-, Span- und Faserplatten sowie Zellstoff genutzt. Angeboten und verkauft wird Industrieholz von den Landesforsten als Schichtholz (vorzugsweise Nadelholz) in Längen von 2,00, 2,50 oder 3,00 Meter, abgerechnet i.d.R. nach Raummeter (teils aber auch nach Gewicht), sowie als Kranlängen mit 4 bis 7 Meter Länge oder baumfallend ab 8 Meter Länge, wobei diese beiden Sortimente regelmäßig auf Gewichtsmaßbasis verkauft werden. Die Preise für Industrieholz liegen unter dem Preisniveau sägefähiger Sortimente und haben von 2007 bis 2009 als Folge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise eine empfindliche Abschwächung erfahren. Seit Beginn 2010, mit Verstetigung der konjunkturellen Erholung, verzeichnet Industrieholz in allen Sortimenten eine deutliche Nachfragebelebung. Sein Preisniveau hat zum Jahresbeginn 2011 ein neues Zehnjahreshoch erreicht. Als Resultat der Förderung regenerativer Energien und der langfristig steigenden Preiserwartungen für Öl und Gas hat sich in den letzten Jahren eine verstärkte Nachfrage nach dem Energieträger Holz und damit eine starke Konkurrenz zwischen energetischer und stofflicher Verwertung des Holzes entwickelt. Dieser Wettbewerb um den Rohstoff Holz wird sich fortsetzen und tendenziell zu weiter steigenden Preisen führen.
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