Der Kalmit - höchster Punkt im Forstamt mit seiner allseits bekannte Landmarke; Bild: Forstamt Haardt
Der Kalmit - höchster Punkt im Forstamt mit seiner allseits bekannte Landmarke; Bild: Forstamt Haardt

Der Forstamtsbereich umfasst eine Gesamtfläche von etwa 60.000 Hektar. Die Holzbodenfläche (Waldfläche) beträgt 20.529 Hektar. Jährlich wachsen auf dieser Fläche über 110.000 Festmeter (Kubikmeter reine) Holzmasse nach. Es werden etwa 100.000 Festmeter geerntet. Dieses Prinzip der Nachhaltigkeit ist seit über 250 Jahren oberstes forstliches Gebot und garantiert, dass künftigen Generationen ein intakter Wald erhalten bleibt.

Ausdehnung

Die Wälder des Haardtgebirges als Ostrand des mittleren Pfälzerwaldes stellen den Kern des Forstamtbezirkes dar. Das Weinbiet (554 Meter), die Kalmit (673 Meter) und der Kesselberg (662 Meter) sind die höchsten Erhebungen im Forstamtsbereich.
Die Forstamtsgrenze verläuft im Norden am Weinbiet. Der Ostrand reicht bis in die Pfälzische Rheinebene hinein. Im Süden wird sie markiert durch die Gemeindewälder um Herxheim, der Taubensuhl ist zungenförmig die westlichste Ausdehnung des Forstamtbezirkes. Die hervorragende natürliche Ausstattung, die Nähe zu den Ballungszentren Mannheim - Ludwigshafen und Karlsruhe sowie die gute Verkehrsanbindung betont den Naherholungswert dieser Landschaft.

Waldgeschichte

Der für den Ostsaum des mittleren Pfälzerwaldes verwendete Begriff "Haardt" entstammt der althochdeutschen Bezeichnung "hart". Der Begriff, der dem Forstamt auch seinen Namen gab, ist deutschlandweit unter ganz unterschiedlicher Schreibweise zu finden. Er deutet auf die bäuerliche Nutzung, vor allem die Waldweidenutzung der angrenzenden Wälder hin.Die Bewohner trieben früher ihr Vieh zur Weide in die Wälder. Diese Nutzung sorgte an vielen Stellen für eine Waldzerstörung.

Die Wälder des östlichen Pfälzerwaldes zwischen Hagenau und Grünstadt waren über viele Jahrhunderte genossenschaftlich genutzter Wald der "Haingeraiden". Jeder Bürger und jede Bürgerin hatten das gleiche Recht an den forstlichen Nutzungen. Alle Angelegenheiten wirden in Selbstverwaltung geregelt und unterlagen nur dem kaiserlichen Recht.

Bis zum Jahr 1826 wurden nach teilweise heftigen Auseinandersetzungen der Geraidegenossen, zum Einen mit der Obrigkeit, zum anderen untereinander, die Ober und Mittelhaingeraiden an die waldnutzenden Gemeinden am Haardtrand als Gemeindeeigentum aufgeteilt.

Jede Gemeinde bekam einen Anteil nach der Anzahl der "Feuerherde", heute würde man sagen "Haushalte". Meist wurden den Gemeinden ortsnahe "Vorderwälder" und ortsferne "Mittel-" beziehungsweise "Hinterwälder" zugeteilt. Eine Folge davon war, dass die Vorderwälder stark übernutzt wurden. Die Hinterwälder waren hingegen kaum erschlossen. Heute bilden diese ortsfernen Waldbereiche oft den wertvollsten Besitz der Gemeinden.

Innerer Pfälzerwald

Blick von der Ruine Neu-Scharfeneck; Bild: Forstamt Haardt
Blick von der Ruine Neu-Scharfeneck; Bild: Forstamt Haardt
Wald, soweit das Auge reicht; Bild: Forstamt Haardt
Wald, soweit das Auge reicht; Bild: Forstamt Haardt

Das Grundgebirge des Pfälzerwaldes entstand vor etwa 200 Millionen Jahren durch Sandverwehungen und -ablagerungen. Während der Erdneuzeit vor etwa 70 Millionen Jahren, in der sich auch die Alpen bildeten, formte sich unsere heutige Landschaft. Das Deckgebirge des Pfälzerwaldes wurde bis auf den Buntsandstein abgetragen, an manchen Stellen sogar bis zum "Rotliegenden" und zu den Urgesteinen (Steinbruch Albersweiler, Waldhambach). 

Das atlantisch getönte Klima des Pfälzerwaldes lässt sich dem kühl - gemäßigten Übergangsbereich zuordnen. Von der Baumart Kiefer geprägte Mischwälder bedecken weite Teile der für den mittleren Pfälzerwald typischen tief eingeschnittenen Täler und Steilhänge. Vereinzelt oder gruppenweise in diese Mischwälder eingestreut sind mächtige Douglasien, die in Tallagen Durchmesser von über einem Meter und Höhen von über 50 Meter erreichen können.

Von überregionaler Bekanntheit sind die Eichenbestände im Bereich des Landauer Stadtwaldes Taubensuhl, deren Holzeigenschaften von der Furnierindustrie besonders gesucht werden. Daneben wird ein nicht unerheblicher Teil dieser Eichen zu Weinfässern verarbeitet. Im westlichen Bereich des Forstamtsbezirks stocken (wachsen) ausgdedehnte, meist über 100 Jahre alte Buchenmischwälder. Der Schwarzspecht und die Wildkatze finden hier überall Wohnraum und Jagdgebiet.

Haardt

Panoramablick Haardtrand; Bild: Forstamt Haardt
Panoramablick Haardtrand; Bild: Forstamt Haardt

Durch die Leelage des Forstamtbezirkes erhält die Haardt weniger Niederschläge als die wetterzugewandte Seite beziehungsweise die Zentrallagen im Inneren des Pfälzerwaldes. Die Jahresniederschlagssumme liegt zwischen 650 Millimeter (Stadt Landau) und 1000 Millimeter (Taubensuhl).

Bärlauchwald bei Rohrbach; Bild: Forstamt Haardt
Bärlauchwald bei Rohrbach; Bild: Forstamt Haardt

Die Jahresdurchschnittstemperatur schwankt zwischen 10,5 Grad Celsius in den Tieflagen (Gleisweiler) und 7,1 - 7,5 Grad Celsius in den Hochlagen (Kalmit). Das atlantisch getönte Klima des Pfälzerwaldes lässt sich  dem kühl - gemäßigten Übergangsbereich zuordnen. Tiefere Lagen der Haardt dagegen gehören eher dem warm - gemäßigten Klima an. Ein Indiz hierfür sind die größten zusammenhängenden Edelkastanienwälder nördlich der Alpen im Forstamtsbereich. Die Durchschnittstemperatur schwankt zwischen 10,5 Grad Celsius in den Tieflagen (Gleisweiler) und 7,1 bis 7,5 Grad Celsius auf der Kalmit.

Pfälzische Rheinebene

In den letzten Jahrtausenden entstanden durch Abtragung, Windverfrachtung und Aufschwemmung die fruchtbaren Böden der Rheinebene. Die Wälder der Ebene entlang der Bäche sind sehr artenreich. Die Baumarten der Auen, mächtige Alteichen, Eschen und Erlenbestände bestimmen das Gesicht des Waldes. Hainbuche und Hasel bieten Deckung für das Wild.