Clusterstudie; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
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Rheinland-Pfalz legt als eines der ersten Bundesländer die Untersuchung über die wirtschaftliche Bedeutung seines Forst-Holz-Papier-Sektors vor. 

Die Studie wurde an der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz angefertigt und baut auf der letzten Umsatzsteuerstatistik des Statistischen Landesamtes auf. 

Alle Produkte, die auf den Ökorohstoff Holz angewiesen sind, hat die EU zum Forst-Holz-Papier-Sektor zusammengeschlossen; dieser enthält die Industriezweige und Branchen, deren Hauptgeschäft auf Holz beruht.

So ist das Holzgewerbe der wichtigste Kunde der Forstwirtschaft. Das Holzgewerbe verarbeitet die Stämme zu Schnittholz und Holzwerkstoffen, die wesentliche Ausgangsmaterialien für Möbel- und Baumaterialien darstellen.

Der Sektor Papier ist im Cluster enthalten, weil Holz zu Papier verarbeitet wird, aus dem z.B. Druckereien Zeitungen oder Bücher herstellen. Aber auch z.B. Pappen, Kartonagen, Dämmstoffe oder Tapeten basieren auf dem Rohstoff Holz.

Gesamtwirtschaftliche Bedeutung
Die Studie zeigt: Auch in Rheinland-Pfalz gehört der Verbund von Forst-, Holz- und
Papierindustrie mit 8,3 Milliarden Euro Umsatz zu den Großen. Holz ist der Rohstoff für 8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. 

Das Holz verarbeitende Gewerbe liegt mit 7,3 Milliarden Euro Umsatz auf dem dritten Platz beim verarbeitenden Gewerbe in Rheinland-Pfalz nach Chemie (20,1 Mia Euro) und Fahrzeugbau (9 Milliarden Euro).

50.000 Beschäftigte in Rheinland-Pfalz
Über 50.000 Beschäftigte arbeiten insgesamt im Verbund von Forst-, Holz- und Papierindustrie. Davon beschäftigt den weitaus größten Anteil die Holz verarbeitende Industrie mit dem Holzgewerbe, dem Papiergewerbe, dem Verlags- und Druckgewerbe und der Herstellung von Möbeln. In diesen Branchen arbeiteten fast 40.000 Beschäftigte.

Die Holz verarbeitende Industrie steht bei den Arbeitsplätzen innerhalb des verarbeitenden Gewerbes nach der chemischen Industrie auf Platz zwei.

Bereich Rohholz-Produktion Holz verarbeitendes Gewerbe Holzbau-Gewerbe Holzhandel Summe
Unternehmen Anzahl 2728 3436 1883 427 8474
Unternehmen Prozent 29,4 42,5 22,8 5,3 100
Umsätze Mio. Euro 158 7310 539 314 8321
Umsätze Prozent 1,7 88,0 6,5 3,8 100
Beschäftigte Anzahl 3382 38769 6839 1566 50556
Beschäftigte Prozent 3,6 79,2 14,0 3,2 100

Wertschöpfung durch Holz

Mit jedem Kubikmeter Rohholz erwirtschaftete der rheinland-pfälzische Forst-Holz-Papier-Cluster einen Umsatz von über 3.300 Euro. Das ist das Zehnfache dessen, was die Holzbranche in einem typischen Holzland wie Schweden erreicht. In Rheinland-Pfalz sind vergleichsweise doppelt so viele Menschen pro 1000 Kubikmeter verarbeitetes Holz beschäftigt wie im europäischen Durchschnitt. Diese Arbeitsplätze finden sich vor allem in den ländlichen Räumen, durch die auch Rheinland-Pfalz geprägt ist.

Die rheinland-pfälzische Forstwirtschaft hat 2002 rechnerisch genauso viel Rohholz
erzeugt, wie die Holzbranche im Land verbraucht hat. Allerdings wird 47 Prozent des
Holzes aus Rheinland-Pfalz exportiert. Die Holzindustrie ist eine der wenigen Branchen in Rheinland-Pfalz, die sich rechnerisch auch ohne Importe vor Ort nachhaltig mit ihrem wichtigsten Rohstoff versorgen könnte.

Holz verarbeitende Branchen

Wald und Forstwirtschaft sind die Grundlage für eine Vielzahl von Produkten.

     

  • Die Bauwirtschaft verwendet Holz in beträchtlichem Umfang. 60 rheinland-pfälzische Sägewerke stellen über eine Million Kubikmeter Schnittholz ganz oder teilweise für diesen Bereich her. Fast 2.000 Holzbauunternehmen verarbeiten Schnittholz am Bau, dazu zählen Zimmereien und Fertighaushersteller.
  • Für die Möbelproduktion stellt Holz das bedeutendste Ausgangsmaterial dar. 700 Unternehmen bauen in Rheinland-Pfalz Möbel und setzen damit über eine Milliarde Euro jährlich um.
  • Das Papiergewerbe zählt zu den Stärken des rheinland-pfälzischen Forst-Holz- Papier-Sektors. Fast 160 Betriebe sind für Papier und Papierwaren tätig, die fast 10.000 Menschen im Land eine Beschäftigung bieten. Damit übertrifft Rheinland- Pfalz bundesweit den Branchendurchschnitt um etwa ein Viertel. 2002 war das rheinland-pfälzische Papiergewerbe den Umsätzen nach beispielsweise zweieinhalb mal so groß wie das Papiergewerbe in Brandenburg und etwas größer als das in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt werden im Papier-, Verlags- und Druckgewerbe fast ein Drittel aller Umsätze des gesamten Verbundes erwirtschaftet.

Nachhaltige Nutzung der Wälder

  • Von rund 835.000 Hektar Wald sind über 700.000 Hektar als Naturparke, Landschaftsschutzgebiete oder Erholungswald für den Tourismus von Bedeutung.
  • Über 100.000 Hektar Wald dienen u.a. dem Arten- und Biotopschutz und sind zumTeil in das europäische Netz Natura 2000 eingebunden.
  • Über 400.000 Hektar Wald schützen vorrangig Boden, Trinkwasser und Klima.
  • Ziel der nachhaltigen Forstwirtschaft und des naturnahen Waldbaus ist es, auf derselben Fläche Erholung und Schutz für Mensch und Natur zu bieten und das stetig zuwachsende Holz für die weitere Wertschöpfung nachhaltig bereitzustellen. Die Landesregierung sieht einen wichtigen Beitrag in einer konsequenten Nutzung der Holzpotentiale im Land und damit zur Stärkung dieser Zukunftsbranche.

Die 63-seitige Vollversion der Studie (500 KB) erhalten Sie an dieser Stelle.