Der Graureiher gehört mit seinen auffällig langen Beinen zur Ordnung der Schreitvögel. Der heute wieder weit verbreitete Vogel hat aufgrund seiner Lebensweise am Wasser und der damit verbundenen Nahrungsauswahl, auch den Namen „Fischreiher“ erhalten. In den 1950er und 60er Jahren stand der Fischreiher kurz vor der Ausrottung. Der Grund für seine starke Bejagung waren sinkende Fischbestände. Weitere Gründe für den Rückgang des Graureihers waren die Verschmutzung des Wassers, Flussbegradigungen und die Beseitigung von Feuchtgebieten. Dies alles trug zu einem Rückgang der Beutetiere des Graureihers bei und damit auch zu einem Verschwinden des Reihers selbst.
In früheren Zeiten herrschte der Aberglaube, dass Graureiher die Fähigkeit besäßen, Fische anzulocken. Deshalb rieben Angler ihre Angelschnüre mit Reiherfett ein, um selbst Fische anlocken zu können. Die Wissenschaft widerlegte diese Theorie bald, was einen Rückgang der Jagd auf den Graureiher bewirkte. Heute unterliegt der Graureiher dem Jagdrecht und genießt in Deutschland eine ganzjährige Schonzeit. Allerdings darf der Vogel an Fischzuchtanlagen im Rahmen von Sondergenehmigungen geschossen werden, wenn dort erhebliche Schäden durch ihn entstehen. Hierzu gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Regelungen.
Aussehen:
Von der Spitze seines gelb-orangefarbenen Schnabels bis zum Schwanzende misst der Graureiher 90 Zentimeter. Mit dieser Körperlänge und einer Spannweite von bis zu 170 Zentimetern ist er nur geringfügig kleiner als ein Storch. Dabei wiegt er jedoch nur 1,5 bis 2 Kilogramm. Am Kopf trägt der Schreitvogel zwei lange schwarze Federn, die ihm ein schneidiges Aussehen verleihen.
Der Graureiher ist ein großer Vogel mit einem langen Hals, der hellgrau gefärbt ist und auf dessen Vorderseite drei gepunktete schwarze Linien zu erkennen sind. Befindet sich der Reiher am Boden in Ruhestellung, hält er den Hals ausgestreckt mit leichter S-Stellung. In der Luft trägt er seinen Hals nie ausgestreckt, wie etwa der Storch. Er zieht seinen Hals im Fluge stets nahe und z-förmig an den Körper heran. Diese Körperhaltung macht den Graureiher in der Luft gut erkennbar und hat ihm den Beinamen „Fliegendes Z“ eingebracht.
Auf seinem Rücken besitzt er ein aschgraues Gefieder. Die Unterseite ist hellgrau bis weiß. Farbvarianten, die von weißen bis fast schwarzen Gefiederpartien reichen, kommen allerdings auch vor.


