Das natürliche Verbreitungsgebiet des Waschbären erstreckt sich vom südlichen Kanada, über nahezu die gesamten USA, Mexiko und Costa Rica. Seine Verbreitung in Deutschland und im Kaukasus ist auf das Aussetzen einiger Exemplare sowie das Entkommen der Tiere aus Pelztierfarmen zurück zu führen.
Laut HOHMANN und BARTUSSEK (2001) war das wichtigste Ereignis für die Verbreitung des Waschbären in Europa das Aussetzen zweier Waschbärpärchen am hessischen Edersee im Frühling 1934 mit Genehmigung der Jagdbehörde unter Hermann Göring. Außerdem führte ein Bombentreffer in einem Waschbärgehege in Brandenburg im Jahre 1945 zu einem weiteren Ausbreitungsherd. Dort entkamen etwa zwei Dutzend Tiere. Die beiden Populationen vom Edersee und aus Brandenburg können genetisch voneinander unterschieden werden und scheinen sich mittlerweile irgendwo im Nordosten Deutschlands miteinander zu vermischen (HOHMANN und BARTUSSEK, 2001).
Andere Vermutungen gehen dahin, dass amerikanische Soldaten, die den Waschbär als Maskottchen ansahen, einige dieser Tiere vor ihrer Abreise aus Rheinland-Pfalz frei ließen. In Rheinland-Pfalz lag die Jahresjagdstrecke 2003/ 2004 bei 19 Exemplaren was für eine eher kleine Population spräche. Da aber der Waschbär sehr heimlich lebt und auch noch nachtaktiv ist, was die Jagd auf ihn arg erschwert, ist die Jahresjagdstrecke wohl wenig aussagekräftig über die tatsächliche Population.
Man nimmt an, dass in Deutschland rund 100.000 bis 250.000 dieser Tiere leben.


