Zu den weniger bekannten wildlebenden Tieren in Wald und Feldmark zählt wohl auch der Iltis. Das war jedoch nicht immer so. In früheren Zeiten war dieses marderartige Tier weitaus bekannter als heute, was wohl an seinem größeren Vorkommen in jener Zeit und dem Leben in Siedlungsnähe lag. So gab und gibt es immer noch Redensarten oder einzelne Ausdrücke, die von dem bei uns heimischen Europäischen Iltis, der auch „Ratz“ oder „Stänker“ heißt, abstammen. Beispielsweise sind Redewendungen wie „stinken wie ein Iltis“ und „schlafen wie ein Ratz“ oder der Ausdruck „ratzen“ als Synonym für „tief schlafen“ aus den erwähnten Bezeichnungen hervorgegangen.
Aussehen:
Der Iltis wirkt nicht sonderlich groß. Man könnte ihn von der Größe her zwischen Hermelin und Steinmarder einordnen. Iltismännchen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 40 Zentimetern. Hinzu kommt der in schwarzes Fell gekleidete Schwanz von 12 bis 14 Zentimetern, womit der Iltis eine Gesamtkörperlänge von bis zu 54 Zentimetern aufweist. Die Weibchen sind etwas kleiner. Das Fell des Stänkers ist schwarz und glatt. An beiden Seiten leuchtet deutlich die gelbliche Unterwolle hervor. Seine Beine sind kurz und ebenfalls schwarz gefärbt. Charakteristisch für den kleinen Ratz ist seine weiße Gesichtsmaske, die nur durch ein über die Augenpartie verlaufendes dunkelbraunes Band unterbrochen wird. Diese Augenbinde lässt unseren kleinen Freund wie einen „Verbrecher“ aus einem Comic erscheinen. Eine gewisse Besonderheit stellt die so genannte Verkehrtfärbung des Iltisses dar. Darunter versteht der Experte eine dunklere Farbe auf der Unterseite des Körpers als auf der Oberseite. Normalerweise ist die Oberseite die dunklere Partie des Fells, beim Iltis und bei einigen anderen Tieren ist dies umgekehrt.


