Nitrat- und Ammoniumstickstoff
(NO3-N, NH4-N)

 

Stickstoff wird in die Waldökosysteme in oxidierter Form, meist als Nitrat (NO3), in reduzierter Form, in der Regel als Ammonium (NH4), und in organischer Bindung (Norg) eingetragen.

Der Nitratstickstoff stammt hauptsächlich aus der Emission von Stickoxiden aus dem Straßenverkehr. Der Ammoniumstickstoff geht im Wesentlichen auf die Ammoniakemission aus landwirtschaftlichen Produktionsprozessen, insbesondere Tierhaltung, zurück. Organisch gebundener Stickstoff stammt aus biologischen Umsetzungsprozessen und aus der Auswaschung der Baumkronen.

Der Eintrag an Nitratstickstoff und an Ammoniumstickstoff in die rheinland-pfälzischen Wälder ist in etwa gleich hoch, wobei der Anteil des Ammoniums in den letzten Jahren stetig angestiegen ist. Organisch gebundener Stickstoff spielt beim Eintrag nur eine untergeordnete Rolle.

Da Stickstoff sowohl von den Blättern bzw. Nadeln aus der Luft bzw. dem Niederschlagswasser aufgenommen als auch von dort durch den Regen ausgewaschen wird, lässt sich die tatsächliche Stickstoffdeposition in die Ökosysteme nur anhand von Modellberechnungen ableiten. Die Abschätzung der Gesamtstickstoffdeposition (TDN) für alle rheinland-pfälzischen Untersuchungsstandorte erfolgte mit Hilfe eines Kronenraumbilanzansatzes nach Ulrich bzw. Draaijers. Vergleichsberechnungen mit einer Alternativmethode (Widerstandsmodelle) zeigen, dass die Gesamtdeposition an Stickstoff mit den Kronenraumbilanzmodellen merklich unterschätzt wird. Die tatsächlichen Stickstoffdepositionen sind also vermutlich noch wesentlich höher als angegeben (Zugang zu den Befunden der einzelnen Messorte über die Karte in „Depositionsmessungen“).

Trotz verringerter NOx und NH3-Emission ist weder der Nitrat- noch der Ammoniumeintrag in die rheinland-pfälzischen Wälder bislang merklich zurückgegangen. An allen Standorten überschreiten die ermittelten Eintragsraten die ökosystemverträglichen Schwellenwerte (ca. 5-10 kg Stickstoff je Jahr und Hektar) beträchtlich. Dies lässt eine zunehmende Stickstoffanreicherung in den Waldökosystemen mit all ihren negativen Folgen (z.B. Eutrophierung, Versauerung, Veränderungen in Flora und Fauna, Grundwasserbelastung) erwarten. Einer weiteren Reduzierung der Emission von Stickstoffverbindungen, insbesondere auch von Ammoniak aus der Landwirtschaft, kommt daher zum Schutz unserer Waldökosysteme eine ausschlaggebende Bedeutung zu.

Weitere Informationen: Forschung an Dauerbeobachtungsflächen

Critical Loads                                                                               Stickstoffsättigung


Ansprechpartner
Dr. Joachim Block, Email:
joachim.block@wald-rlp.de, Telefon: +49-6306-911-120


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