Blick über die schiefergeprägten Hunsrückhochfläche auf die bewaldeten Höhenrücken (Hochwald) aus Quarzit.; Bild: Dr. Jürgen Gauer
Blick über die schiefergeprägten Hunsrückhochfläche auf die bewaldeten Höhenrücken (Hochwald) aus Quarzit.; Bild: Dr. Jürgen Gauer
Die Mosel und Seitentäler sind tief in das Rheinische Schiefergebirge eingeschnitten.; Bild: Dr. Jürgen Gauer
Die Mosel und Seitentäler sind tief in das Rheinische Schiefergebirge eingeschnitten.; Bild: Dr. Jürgen Gauer
Der Pfälzerwald, Deutschlands waldreichster Naturraum.; Bild: Dr. Jürgen Gauer
Der Pfälzerwald, Deutschlands waldreichster Naturraum.; Bild: Dr. Jürgen Gauer

Zwei mitteleuropäische Landschaftsräume prägen Rheinland-Pfalz. Der Norden gehört zum westlichen Teil der Deutschen Mittelgebirgsschwelle mit den Landschaftseinheiten des Rheinischen Schiefergebirges und des Saar-Nahe-Berglandes. Im Süden ist Rheinland-Pfalz Teil des mesozoischen Schichtstufenland mit Randgebieten und Oberrheinischem Tiefland mit den Landschaftseinheiten des Pfälzerwaldes, des Saarländisch-Pfälzisches Muschelkalkgebietes, des Gutlandes und des Oberrheinisches Tieflandes.

Die Landschaftsformen sind dabei immer das Ergebnis aus dem geologischen Aufbau und der geologischen Geschichte des jeweiligen Raums. 

So ist das heutige Rheinische Schiefergebirge aus einem bereits stark abgetragenen, varistischen Gebirgsrumpf – gebildet aus den Sedimenten eines Devon-Meeres - entstanden. Tektonische Hebungs- und Senkungsprozesse ab dem Tertiär in Verbindung mit dem Auffalten der Alpen und dem Einbruch des Rheingrabens haben das Schiefergebirge wieder angehoben. Gleichzeitig haben sich Rhein, Mosel, Lahn, Nahe und deren Nebenflüsse tief eingeschnitten. Deswegen sind Eifel, Hunsrück, Westerwald und Taunus durch wellige Hochflächen in Höhen von 300 bis 500 m aus Schiefern und siltigen Sandsteinen geprägt, überragt von gerundeten Höhenrücken aus härteren Quarziten und Quarzsandsteinen, während die Flüsse in tiefen und engen Tälern mit steilen Flanken fließen. Begleitet wurden die tektonischen Vorgänge über die gesamte Zeit mit Vulkanismus, Basaltberge und Maare zeugen davon. Das letzte große Ereignis war der Ausbruch des Laacher See vor 10 000 Jahren.

Das Saar-Nahe Bergland ist aus einem permokarbonischen Sedimentbecken hervorgegangen, das sich an der Kollisionsstelle des Südkontinents Gondwana mit dem Nordkontinent Laurasia bildete und mit deren Abtragungsprodukten aufgefüllt worden ist. Im rheinland-pfälzischen Teil bilden Schluff- und Tonsteine sowie Konglomerate und eingeschobene magmatische Decken die Oberfläche des heute überwiegend welligen Berglandes. Die schroffen magmatischen Gesteinsformationen entlang der Nahe bzw. der Hunsrücksüdrandstörung sind Folge des durch die Kollision verursachten Vulkanismus. Magmatische Intrusionen aus meist saurem Rhyolith sind während der späteren Abtragung stehen geblieben und bilden heute markante Berge wie den Donnersberg.

Mit 81 % Wald ist der Pfälzerwald die waldreichste Landschaft Deutschlands auf der Ebne von Wuchsgebieten. Der Landschaftsname Pfälzerwald wurde 1843 von damals bayrischen Forstleuten in den „Hauptwirtschafts-Regeln“ für die Waldungen auf dem "bunten Sandsteingebirge der Pfalz" festgelegt und hat sich in der Folgezeit durchgesetzt. Die anstehenden Schichten des Buntsandstein sind der östlichste Teil einer deutsch-französischen Schichtstufenlandschaft, die sich vom Rhein über das Lothringer Schichstufenland bis ans Pariser Becken erstreckt und durch den Einbruch des Oberrheingrabens angehoben wurde. Die höchsten Erhebungen liegen deswegen am Haardtrand zwischen Bad Dürkheim und Bad Bergzabern. Der Buntsandstein verwittert zu basenarmen und sandigen Böden, die kaum landwirtschaftlich nutzbar sind. Deswegen hat sich der Waldreichtum erhalten, die führende Baumart ist die anspruchslose Kiefer.

Weniger stark angehoben und deswegen geologisch jünger sind das Saarländisch-Pfälzische Muschelkalkgebiet und das Gutland, die als Buchten von Frankreich und Luxemburg aus nach Rheinland-Pfalz hineinragen. Nährstoffreichere Böden haben bereits die Kelten zur intensiven landwirtschaftlichen Nutzung angeregt, der Waldanteil beträgt nur noch 26 %.

Die waldärmste Landschaft in Rheinland-Pfalz ist der Anteil am Oberrheinischen Tiefland. Dieser Grabenbruch wurde mit mächtigen Schotterpaketen des Rheins bzw. von Sedimenten tertiärer Meeresvorstöße ins Mainzer Becken aufgefüllt. Während den pleistozänen Kaltzeiten wurde Löß aus dem im Winter wenig wasserführenden Flussbett ausgeweht und in Lößriedeln abgelagert, heute hervorragende landwirtschaftliche Böden. Nennenswerter Wald hat sich deshalb nur auf den sandigen Schwemmfächern der Pfälzerwaldbäche und auf den Flugsanden um Mainz erhalten.

Ein Kartenüberblick über die rheinland-pfälzische Geologie findet sich auf der Homepage des Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz (http://www.lgb-rlp.de/guek300.html).