Rettungs-App; Bild: Jürgen Weis
Rettungs-App; Bild: Jürgen Weis
Rettungs-App; Bild: Jürgen Weis
Rettungs-App; Bilder: Jürgen Weis

Im Wald verirrt oder einen Unfall erlitten- wie kann man gefunden werden, obwohl im Wald die sonst üblichen Bezeichnungen von Straßen- und Hausnummern fehlen? Die Antwort auf diese Frage bietet eine neue App- Hilfe im Wald.

Landesforsten Rheinland-Pfalz hat mit der Entscheidung der Unternehmensleitung, u.a. alle Rettungspunkte im Staatswald für eine App-Hilfe im Wald frei zu geben, einen weiteren Meilenstein gelegt, um das Auffinden verirrter Waldbesucher zu erleichtern und um die Rettung im Wald bei Unfällen v.a. für die erholungssuchende Bürgerinnen und Bürger noch effizienter und schneller zu organisieren. 

War es bisher meist notwendig, den jeweiligen Rettungspunkt aufzusuchen, um die Bezeichnung des Punktes abzulesen und an die Rettungskräfte weiterzugeben, leistet jetzt eine App Hilfe im Wald für Smartphone-Besitzer eine wesentliche Erleichterung, unter Umständen eine lebensrettende Hilfe.

Die App zeigt den eigenen Standort und die dazu nächstgelegenen Rettungspunkte auf. Das funktioniert auch ohne Mobiltelefonempfang, vorausgesetzt, man hat die App und damit auch die Karten mit den Rettungspunkten auf sein Smartphone geladen. Für die eigene Standortbestimmung sorgt das vom Mobiltelefonnetz unabhängige Navigationssystem GPS. 

Mit Hilfe des von der App ausgewiesenen Rettungspunktes kann über die Notruf-Nummer 112 ein Rettungswagen angefordert werden, sofern an dem Absendepunkt Mobiltelefonempfang gegeben ist. Vor allem in Tälern der rheinland-pfälzischen Wälder, gibt es jedoch oft keinen Mobiltelefonempfang. Von Vorteil ist, dass sich die Notrufnummer 112 unabhängig vom eigenen Mobiltelefon-Provider über das am jeweiligen Standort noch am besten erreichbare Netz einwählt. 

PRESSEERKLÄRUNG DER MINISTERIN

Auch wer sich verlaufen hat, kann die Hilfe-App ebenfalls verwenden. Sie zeigt ihm, wo sich zu seinem Standort die nächstgelegenen Rettungspunkte befinden. Außerdem kann der verirrte Wanderer die Kartendarstellung so zoomen, bis er eine Route zu seinem Ziel erkennen kann. 

Im Unglücksfall hilft die App mit folgenden Funktionen:

  • Bei Verortung des Smartphone durch Satellitenempfang (GPS) erfolgt eine grafische Darstellung der eigenen Position im Bezug zu den umliegenden Rettungspunkten
  • Anzeige der aktuellen Koordinaten der eigenen Position
  • Bezeichnung, Entfernung und Richtungsanzeige zum ausgewählten Rettungspunkt bei Netzempfang des Smartphone (GSM)
  • Darstellung von topografischem Kartenmaterial und Luftbild
  • Anruf bei der Rettungsleitstelle mit Hilfe der voreingestellter Notruf-Nummer 112

Bisher (Stand Ende April 2015) sind  alle rheinland-pfälzische Staatswald-Rettungspunkte und Rettungspunkte einzelner Kommunen sowie aus dem Kleinprivatwald in der App enthalten. 

Nachdem sich in den letzten Wochen auch fast alle kommunalen Waldbesitzer und Großprivatwaldbesitzer bereit erklärt haben, die Rettungspunkte für die App-Lösung frei zu geben,  stehen die Rettungspunkte den Nutzern flächendeckend zur Verfügung. 

Die Firma INTEND Geoinformatik GmbH aus Kassel hat die App „Hilfe im Wald“ veröffentlicht. Die App funktioniert derzeit nur mit Android- und Windows-Smartphones. Sie kann kostenfrei genutzt werden.

iPhone und iPad-Besitzer (iOS für iPhone, iPad ist derzeit noch nicht verfügbar) müssen sich noch bis Sommer gedulden.