Einbau von zwei „Saison Solarspeichern“ in ein zu 100 % solar beheiztes Mehrfamilienhaus; Bild: Archiv Firma Jenni, Schweiz
Einbau von zwei „Saison Solarspeichern“ in ein zu 100 % solar beheiztes Mehrfamilienhaus; Bild: Archiv Firma Jenni, Schweiz

Immer mehr Häuser verfügen über eine solarthermische Anlage zur Erzeugung von Warmwasser, seltener jedoch über eine sonnenseitige Heizungsunterstützung. Seit 2001 wurden in Rheinlandpfalz etwa 100.000 solarthermische Anlagen errichtet, über 65.000 davon mit Fördermitteln. 
Aktuell gibt es nur wenige Sonnenhäuser. Darunter versteht man Gebäude, die zu mehr als 50 Prozent ganzjährig mit Solarwärme versorgt werden. Diese Sonnenhäuser sind sehr gut isoliert, mit einer großen Solarthermieanlage auf dem südlich exponierten Dach und einem Saison-Pufferspeicher ausgestattet, sie stellen die Zukunft des energiesparenden Bauens und Sanierens dar. 

Das Ziel eines Hausheizsystems sollte sein, die Grundlast des Heizbedarfs über die Sonne bereitzustellen und dann insbesondere in den Wintermonaten das bereits vorerwärmte Wasser durch den Einsatz von geringen Mengen an konventioneller Energie (Biomasse oder auch - wenn nicht anders machbar - fossil) auf die nötige Heizungstemperatur zu erwärmen. 
So lässt sich insgesamt die größte Unabhängigkeit von allen Energieträgern erreichen.

 

Süddachseite ganzflächig mit Solarkollektoren und einer Zeile Photovoltaik eingedeckt; Bild: Solarverein Trier
Süddachseite ganzflächig mit Solarkollektoren und einer Zeile Photovoltaik eingedeckt; Bild: Solarverein Trier

Beschreibung eines Sonnenhauses:
Um mehr als 60 % des Jahreswärmebedarfs eines Einfamilienhauses durch die Sonne erzeugen zu können, benötigt man ein modernes oder modernisiertes, gut gedämmtes Haus. Folgende Punkte sollten beachtet werden:

  • ca. 50 -60 m² Kollektorfläche. Diese sollte ausreichen, um ca. die Energie von bis zu 2.000 Litern Heizöl/Jahr zu erzeugen.
  • Süddachseite nicht eindecken, auf die Sparren wird ausschließlich eine Folie aufgebracht, auf welcher die Kollektoren gebaut werden.
  • Süddachseite Neigung ab 50° besser 65 °. Dadurch wird die Wintersonne besser genutzt und einer Überhitzung der Anlage im Sommer vorgebeugt.
  • einen schlanken, zweigeschossigen Pufferspeicher mit guten Schichtungseigenschaften.
  • 150 –bis 200 Liter Puffervolumen pro 1 m² Solarkollektorfläche.
  • Pufferspeicher mit mindestens 12 bis 15 m³ Volumen.
  • Einbau eines Heizstabes in den Pufferspeicher, um Strom zur Erwärmung des Wassers bei Zeiten mit negativen Strompreisen zu nutzen.
  • Dämmdicke der Speicherisolation möglichst 25 bis 30 cm.
  • Niedertemperaturheizung, d.h. Fußboden- und/oder Wandheizung.
  • kleiner Holz- oder Pelletofen im Wohnzimmer mit Wassertaschen zum winterlichen.-Holzbedarf: 1-2 Rm (Raummeter) Scheitholz/Jahr.

Der Aufbau regenerativer Heizungssysteme mit Holz und Sonne und die Neu- und Ersatzbeschaffung von nunmehr effizienten Heizkesseln wird durch vielfältige Förderungen auf Bundes und Landesebene unterstützt.

Intensiv mit der solarthermischen Nutzung der Sonne beschäftigten sich die inzwischen zahlreichen Solarvereine, von denen explizit der Solarverein Trier und das Sonnenhaus-Institut hier genannt seien. 
Diese sind unter den folgenden Webseiten erreichbar.

http://www.solarverein-trier.de/

http://www.sonnenhaus-institut.de/index.html

>> Weitere Publikationen zum Thema Holz und „Heizen mit Holz und Sonne“