Die naturnahe Waldbewirtschaftung, die im Staatswald verbindlich und von vielen Körperschafts- und Privatwaldbesitzern in Rheinland-Pfalz freiwillig betrieben wird, trägt bereits seit Jahren zum Erhalt oder gar der Erhöhung der Biodiversität in unseren Wäldern bei. 
So wird etwa durch die Bevorzugung der Naturverjüngung, der Schaffung von baumartenreichen Mischwäldern und dem Schutz seltener oder besonderer heimischer Pflanzen dazu beigetragen, dass die genetische Vielfalt gesichert bleibt. 

Durch die Integration der Umweltvorsorgeplanung in die mittelfristige Forstbetriebsplanung werden Biodiversitätsaspekte bereits im Planungsprozess berücksichtigt.

Auch die gezielte Umsetzung von Artenschutzprogrammen und Biotoppflegemaßnahmen im Wald, an Gewässern und im Übergangsbereich zum Offenland durch Landesforsten ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der biologischen Vielfalt. 

Totholz

2012 wurden erstmals im Rahmen der Bundeswaldinventur Bäume mit ökologisch bedeutsamen Baummerkmalen erfasst. Daraus ergibt sich für den rheinland-pfälzischen Wald eine Anzahl von:2,4 Millionen Specht- und Höhlenbäumen. Dies entspricht
2012 wurden erstmals im Rahmen der Bundeswaldinventur Bäume mit ökologisch bedeutsamen Baummerkmalen erfasst. ; Bild: Ingrid Lamour

Im rheinland-pfälzischen Wald gibt es durchschnittlich rund 23 Kubikmeter Totholz pro Hektar. Das sind knapp 3 Kubikmeter mehr als im Bundesdurchschnitt. Besonders hoch ist der Totholzvorrat im Staatswald des Landes mit knapp 26 Kubikmetern.

Über die Hälfte (56 Prozent) ist liegendes Totholz, 21 Prozent stehendes Totholz, 23 Prozent sind Wurzelstöcke und 1 Prozent Abfuhrreste. Der Totholzvorrat ist durchschnittlich um gut 2 Kubikmeter pro Hektar gestiegen, im Staatswald des Landes um gut 1 Kubikmeter pro Hektar. Damit hat der Totholzvorrat fast 8 Prozent des lebenden Holzvorrates erreicht. Gut die Hälfte (56 Prozent) des Totholzes befindet sich im Stadium der fortgeschrittenen Zersetzung oder ist vermodert. 26 Prozent sind dicke Totholzstücke mit mind. 40 Zentimeter Durchmesser in der Mitte.

Durch Erhöhung der Waldfläche mit natürlicher Waldentwicklung und durch die im Jahr 2011 im Staatswald erfolgte Einführung eines Konzepts zum Umgang mit Biotopbäumen, Altbäumen und Totholz (kurz: BAT-Konzept) ist mit einem weiteren Totholzanstieg zu rechnen.

2012 wurden erstmals im Rahmen der Bundeswaldinventur Bäume mit ökologisch bedeutsamen Baummerkmalen erfasst. Daraus ergibt sich für den rheinland-pfälzischen Wald eine Anzahl von:

  • 2,4 Millionen Specht- und Höhlenbäumen. Dies entspricht etwa 3 Stück pro Hektar. 92 Prozent davon sind Laubbäume.
  • 145.000 sog. Horstbäumen (mit mittleren und großen Vogelnestern ab 50 Zentimeter Durchmesser, mind. Bussardnestgröße ). Entspricht etwa einem Horst auf 6 Hektar Waldfläche.

BAT-KONZEPT - Konzept zum Umgang mit Biotopbäumen, Altbäumen und Totholz bei Landesforsten Rheinland-Pfalz

Zum Herunterladen der Broschüre klicken Sie bitte rechts im Text auf den Link.; Bild: Landesforsten Rheinland-Pfalz
Zum Herunterladen der Broschüre klicken Sie bitte rechts im Text auf den Link.

Schlüsselelemente für die biologische Vielfalt im Wald sind Biotopbäume, Altbäume und Totholz.
Zwar ist jeder Baum auch Lebensraum, das heißt auch Biotop und wird von zahlreichen Lebewesen besiedelt. Besonders wichtig sind jedoch jene lebenden und abgestorbenen Bäume und Teile davon, die diese Biotop-Funktion in besonderer Weise erfüllen. Sie sollen von menschlicher Nutzung ausgenommen werden, im Wald verbleiben und der natürlichen Entwicklung von Altern, Absterben und Zerfallen überlassen werden.
Die Übergänge sind fließend und der Dreiklang "Biotopbaum-Altbaum-Totholz" beschreibt diesen Prozess.
Mit dem Konzept zum Umgang mit Biotopbäumen, Altbäumen und Totholz bei Landesforsten Rheinland-Pfalz (BAT-Konzept) wird  sichergestellt, dass in unseren Wälder die Voraussetzungen für das Überleben einer artenreichen naturraumtypischen Flora und Fauna erhalten bleiben. Da herabfallendes Totholz die Ursache vieler Unfälle in der Waldarbeit ist,  werden mit dem Konzept Wege aufgezeigt, wie die im Wald tätigen Menschen den nachwachsenden Rohstoff Holz unter sicheren Arbeitsbedingungen nachhaltig ernten können.