Grundsätze sind Verhaltensregeln, die bei der Verfolgung der Ziele einzuhalten sind.

Unsere obersten Grundsätze sind nachfolgend aufgeführt.

  • Abstimmung der Leistungen des Waldes mit dem Ziel einer Nutzenoptimierung
    Leistungen und Wirkungen, seien es beispielsweise Holz als Rohstoff, Wasserschutz oder Erholungs- und Freizeitraum, sind auf der gesamten Waldfläche so aufeinander abzustimmen, dass ein möglichst hoher Gesamtnutzen für die Gesellschaft entsteht.
    Da die einzelnen Leistungs- und Wirkungsziele miteinander konkurrieren können, zum Beispiel das Ziel Arten- und Biotopschutz mit dem Ziel Erholungs- und Freizeitraum, müssen diese Zielkonkurrenzen im Sinne einer Synthese aufgelöst werden.
    Im Staatswald sind die gesetzlichen und politischen Vorgaben entscheidend. Sie sind Ausdruck des gesellschaftlichen Willens und somit auch Festlegungen des Eigentümers.
    Im Körperschafts- und Privatwald gestaltet sich die Lösung von Zielkonkurrenzen schwieriger. Hier ist abzuwägen zwischen den Zielen und der Leistungsfähigkeit der einzelnen Waldbesitzenden, zum Beispiel einer Gemeinde, und den Anforderungen der Gesellschaft, beispielsweise auch des einzelnen holzverarbeitenden Betriebes und Erholungssuchender.
  • Orientierung am Gemeinwohl
    Einzel- und Gruppeninteressen, die dem Gemeinwohl entgegenstehen, berücksichtigen die Landesforsten nicht. Was das Gemeinwohl beinhaltet und was ihm dient, wird im Zweifelsfalle durch Gesetze und politische Entscheidungen bestimmt.
    Beispiele hierfür sind die generelle Pflicht zur Erhaltung des Waldes und zur Sicherung und Steigerung seiner Leistungsfähigkeit oder auch die Rechte und Pflichten beim Betreten und Befahren des Waldes und beim Reiten im Wald.
  • Ausgleich der Interessen
    Den Zielen der körperschaftlichen und der privaten Waldbesitzungen sind wir in besonderem Maße verpflichtet.
    Durch Beratung und Förderung streben wir einen Ausgleich an zwischen ihren Interessen und denen anderer gesellschaftlicher Gruppen.
    Im Kommunalwald ist der verfassungsrechtlich verankerte Grundsatz der kommunalen Selbstverwaltung eine wichtige Rahmenbedingung.
  • Naturnaher Waldbau
    Zu den Grundlagen unseres Waldbaues zählen die Erkenntnisse der Standortkartierung und das Wissen um die potentiell natürlichen Waldgesellschaften.
    Wesentliche gewünschte Eigenschaften unserer Wälder sind Stufigkeit, Vielfalt und Stabilität. Die natürlichen Prozesse im Wald sind mit geringstmöglichem Aufwand zu steuern und zu nutzen – dies wird mit dem Begriff "biologische Automation" bezeichnet.
  • Verantwortungsbewusstsein, Stetigkeit und Planmäßigkeit
    Aufgrund der langen Produktionszeiträume fühlen wir uns bei unserem waldbaulichen Handeln auch verantwortlich gegenüber künftigen Generationen. Ihnen wollen wir einen leistungsfähigen Wald hinterlassen.
    Diese langfristige Ausrichtung erfordert auch Stetigkeit und Planmäßigkeit – forstliche Modeerscheinungen, zumal sie oft kurzfristig wechseln, haben hier keinen Platz.
  • Nachhaltigkeit
    Die Nutzung der Wirkungen des Waldes hat stets so zu erfolgen, dass der Wald diese Wirkungen dauerhaft erbringen kann.
    Diese Respektierung natürlicher Möglichkeiten und Grenzen verbietet kurzsichtiges Gewinnstreben.
  • Wirtschaftlichkeit
    Dieser auch ökonomisches Prinzip genannte Grundsatz zielt auf ein optimales Verhältnis von einzusetzenden Mitteln (Ressourcen) und angestrebtem Ergebnis.
  • Orientierung an den Bedürfnissen von Kundschaft und Partnerinnen beziehungsweise Partnern
    Im Zentrum unseres absatzpolitischen Handelns steht der Kunde oder die Kundin.
    Die Begriffe Kundschaft oder Partner(in) verstehen wir sehr weit gefasst.
    Zum einen sind es die Käufer(innen) von Holz und sonstigen Sachgütern; zum anderen sind es die Abnehmer(innen) von Dienstleistungen wie beispielsweise im Privatwald, die wir beraten, und Erholungssuchende, denen wir auf unseren Waldwegen gute Wandermöglichkeiten bieten.
  • Qualität
    Alle Arbeitsergebnisse haben die Erfordernisse zu erfüllen, die mit ihren Empfängerinnen und Empfängern festgelegt worden sind und von ihnen vorausgesetzt werden.
    Dies gilt nicht nur für unsere externen Abnehmer(innen), sondern auch für unsere internen Empfänger(innen), die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesforsten.
    Hierzu müssen wir auch mit optimalen Mitteln (Ressourcen) und optimierten Abläufen (Prozessen) arbeiten.
  • Kooperative Führung
    Sie dient sowohl den beruflichen Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch dem Erfolg der Landesforsten.