Die Steinzeit (20.000 bis 2.000 v.u.Z.)

Seit etwa 2.000 v.u.Z. dringt die Buche allmählich über die Alpen nach Norden vor und verdrängt in den Mittelgebirgen mit der Tanne zusammen die Eichenmischwälder.; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Seit etwa 2.000 v.u.Z. dringt die Buche allmählich über die Alpen nach Norden vor und verdrängt in den Mittelgebirgen mit der Tanne zusammen die Eichenmischwälder.; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Der Mensch lebte zunächst noch in Höhlen und ernährte sich durch erjagtes Wild beziehungsweise das Sammeln von Waldfrüchten, insbesondere der Haselnuss.

Mit der Nutzung des Feuers bekam der Wald als Brennstofflieferant eine zunehmende Bedeutung. In Persien und Palästina griff der Mensch in dieser Zeit schon massiver in den Wald ein, um Böden für den Getreideanbau nutzbar machen zu können. Mit dem Ende der Steinzeit beginnt auch der Mensch in Europa, Wälder für den Getreideanbau zu roden. Man stellte bei Versuchen fest, dass der damalige Mensch nur 13 Minuten für das Fällen eines mittleren Baumes benötigte. Heute braucht man mit einer modernen Axt aus Stahl etwa 6 Minuten. Zum Ende der Steinzeit sind Mischwälder aus Eiche, Ulme und Esche in Deutschland beherrschend.

Die Kiefer zog sich in der Folgezeit vor allem in die trockeneren kontinentalen Lagen (Ostdeutschland) zurück. Im Westen konnte sie sich nur auf besonders trockenen und sehr kleinräumigen Lagen wie trockene Südhängen oder in Waldgebieten im Regenschatten größerer Gebirge halten. 

Die Bronze- und Eisenzeit (2.000 bis 100 v.u.Z.)

Im Übergang von der Steinzeit zur Bronzezeit beginnt der Mensch auch die ersten Holzhäuser zu bauen. Die Brandrodung zur Urbarmachung der Wälder weitet sich aus. Für die Bronze- (Kupfer und Zinn) und später die Eisenschmelze wird das Holz der Wälder erstmals ein bedeutender Energieträger. Im ersten Untertagebau wird außerdem das Holz zur Absicherung der Stollen eingesetzt. Mit dem Einsetzen der Köhlerei optimiert der Mensch von damals die Energiegewinnung aus Holz. Die Buche dringt allmählich über die Alpen nach Norden vor und verdrängt in den Mittelgebirgen mit der Tanne zusammen die Eichenmischwälder. 

Der Mensch griff in dieser Zeit erstmals deutlich in die Arten- zusammensetzung ein. Sei es unbewusst, durch die Rodung und die folgende natürliche Sukzession oder die gezielte Förderung von nützlichen Arten. Insbesondere die Waldweide und die Niederwaldwirtschaft förderten Eiche, Linde und Hainbuche, während die Buche zurückgedrängt wurde. Die Früchte der Eiche lieferten eine wertvolle Nahrung für die Schweine, die in die Wälder getrieben wurden. In der Niederwaldwirtschaft bewährten sich Eiche, Linde und Hainbuche durch ihr Ausschlagsvermögen

Die Zeit der Römer im Land der Germanen (15. v.u.Z. bis 500 u.Z.)

Plinius als bekannter Schriftsteller der Römer berichtete über das damalige Germanen-Reich: "Wälder bedecken das ganze Germanien und verbinden die Kälte mit dem Dunkel." Germanien war zu etwa 80 Prozent bewaldet. Im römischen Herrschaftsbereich war die Bewaldung bereits auf 60 Prozent abgesunken. Die Germanen legten Siedlungsplätze mit einem Durchmesser von ca. 1.400 Meter an, in deren Außenbereich sich parkähnliche Wälder anschlossen, in die das Vieh hineingetrieben wurde. Im römischen Teil Germaniens entstanden die ersten großen Städte wie Trier. Im Bereich der damaligen "Großstädte" trat erstmals Holzmangel auf. Das römische Straßennetz diente auch dem Holztransport in die Städte. Sehr viel Holz verschlang der Bau des Limes, während die Römer sonst eher mit Stein bauten. Reste des Limes finden sich heute noch im Taunus, im Nordosten von Rheinland-Pfalz. Für den Weinbau warben die Römer Rebpfähle im Wald. 

Die Temperatur sinkt wieder stark ab. Das kühlfeuchte Klima begünstigt die Buche, die beherrschend in den Wäldern Mitteleuropas wird. Eiche, Ulme und Linde bestehen nur noch auf trockenen oder sehr feuchten Standorten. Die Fichte breitet sich zunehmend aus.

Die Rodungsperioden im Mittelalter (500 bis 1.350 u.Z.)

Historische Holzfäll-Szene; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Historische Holzfäll-Szene; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

In der Folge der Römerzeit zogen drei große Rodungsperioden über Europa hinweg. In der ersten Rodungsperiode trat der Holzmangel nur im Bereich der Städte wie schon zu Zeiten der Römer auf. Dieser Holzmangel führte bereits zu den ersten Regeln der Waldnutzung. Seit 1232 konnten sich die Fürsten Land aneignen, insbesondere den Wald. Dieses war bis dahin ein Privileg der Könige. Später erlangt die Kirche einen immer größeren Besitz an Wäldern und Ländereien. Um 1250 u.Z. sinkt die Bewaldung erstmals auf den heutigen Stand von 30 Prozent. Nur die wenig ertragreichen Böden fallen nicht der Landwirtschaft und damit der Axt zum Opfer. Mit der Einverleibung des Waldes durch Könige, Fürsten und die Kirche verliert der Wald seinen Status als Allgemeineigentum. 

Das Mittelalter und die Neuzeit

Das Mittelalter und die frühe Neuzeit gelten als das "hölzerne Zeitalter." Im Laufe des Mittelalters nahm die Bevölkerungszahl im heutigen Deutschland stetig zu. Dieses führte wieder zu einer Intensivierung der Rodungstätigkeiten. Auch die Schiffsflotten der Kolonialmächte verschlangen Unmengen an Holz. So wurden für ein englisches Schiff im Schnitt 5.000 Kubikmeter Holz verbraucht.

Holzhandelsgesellschaften übernutzten wie heute teilweise noch in den Tropen die Wälder. Die aufkommende Industrialisierung insbesondere die Eisenindustrie verbrauchte eine Unmenge an Energie, die zunächst aus Holz bzw. indirekt in Form von Holzkohle erzeugt wurde. Es bildet sich aufgrund der Holzknappheit erstmals eine geregelte Forstwirtschaft aus. Die Industrie wanderte bei der zunehmenden Holzverknappung in die Kohlegebiete ab. Weiterhin wurden die Wälder stark landwirtschaftlich genutzt. Das Vieh wurde zur Äsung in die Wälder getrieben. Das herabgefallene Laub der Bäume, die Streu, diente als Strohersatz in den Ställen. Hierdurch wurde den Waldböden die wichtigsten Nährstoffe entzogen, die sich überwiegend im Laub der Bäume befinden. Auf den entstehenden Rohböden konnten sich außerdem viele Baumarten nicht mehr verjüngen. Weiterhin erlangte die Gewinnung von Gerbrinde von jungen Eichen zum Gerben von Leder eine größere Bedeutung. Die aufkommende Verarmung der Bevölkerung im 19. Jahrhundert verstärkte noch einmal den landwirtschaftlichen Druck auf den Wald. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts soll die Eifel bereits überwiegend aus Ödland und Heiden bestanden haben. In der Zeit von 1750 bis 1850 war der Wald in Deutschland nahezu zerstört. Mitte des 19. Jahrhunderts setzte in vielen Ländern eine massive Aufforstungswelle mit dem Anbau von Nadelholz ein.

Die Nutzung des Rohstoffes Holz und die Jagd dominierten lange das Interesse des Menschen an dem Wald. Heute tritt der Bürger mit seiner Freizeitgestaltung und der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen stärker in den Blickpunkt der Waldwirtschaft neben der Produktion von Holz.