Entstehung der ersten Baumarten

Alle Kontinente bildeten zunächst eine zusammenhängende Landmasse. Vor 135 Millionen Jahren entwickelten sich die ersten Vorfahren unserer Laubbäume.

Die einzelnen Platten des Urkontinents wichen auseinander und bildeten eigenständige Kontinente. Erst im Pleistozän vor 2 Millionen Jahren begann das Zeitalter des Menschen auf der Erde. Es folgten drei Eiszeiten. Riesige Gletschermassen breiteten sich in Europa und Nordamerika aus. Pflanzen und Tiere versuchten nach Süden auszuweichen.

Waldentwicklung durch die Eiszeiten

Staubgefäße des Hasel; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Staubgefäße des Hasel; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Heute gelten in Westamerika 120 Baumarten und in Ostamerika 250 Baumarten als heimisch. In Europa sind es hingegen nur 78 Arten. Dieser große Unterschied liegt in den geographischen Gegebenhheiten der Kontinente begründet. In den USA verlaufen die Hauptgebirgskämme in Nord-Süd-Richtung, in Europa dagegen in Ost-West-Richtung. Als sich zu den Eiszeiten das Eis über Jahrtausende hinweg in Richtung Süden auf der ganzen Nordhalbkugel von den Polen her ausbreitete, waren die Baumarten nur in Amerika in der Lage nach Süden auszuweichen. In Europa versperrten insbesondere die Alpen den Rückzugsweg in wärmere Gefilde im Süden. Südlich der Alpen herrschte außerdem ein trockenes Steppenklima. Als Rückzugsareale blieben nur die Flusstäler und die Ufer von Seen. Amerikanische Arten wie die Douglasie, die Weymouthskiefer und der Mammutbaum waren ehemals auch in Europa heimisch.

Zwischen den drei Eiszeiten folgten regelmäßig Warmzeiten. Die Baumarten wanderten in diesen Zeiten immer wieder über die Alpen nach Mitteleuropa.

Waldentwicklung nach den Eiszeiten

Wie in den Warmzeiten zwischen den Eiszeiten wanderten nach der letzten Eiszeit die Baumarten nach Mittel- und Nordeuropa zurück. Zunächst siedelten sich Birke und Kiefer an, die an das zunächst noch rauhe Klima gut angepasst waren. In der späteren Zeit folgten Ulme, Linde, Esche, Ahorn, Lärche und Hasel.

Die Buche verlor in dieser Zeit an Bedeutung in den Wäldern. Mit der Industrialisierung und der sogenannten Reinertragswirtschaft begann dann der Siegeszug der Nadelhölzer, insbesondere der Fichte im ausgehenden 19. Jahrhundert.