(Bubo bubo)

Portraitaufnahme eines Uhu; Bild: Landesforsten Rheinland-Pfalz
Portraitaufnahme eines Uhu; Bild: Landesforsten Rheinland-Pfalz

Der Uhu gehört zu den Eulen und ist mit einer Körperlänge von bis zu 70 Zentimeter und einer Spannweite von bis zu 1,80 Meter unser größter heimischer nachtaktiver Greifvogel. Er kann ein Körpergewicht von bis zu 3,2 Kilogramm erreichen. In verschiedenen Typen kommt er in Europa, Nordafrika und Asien (bis nach Indien und Südchina) vor. Bei uns in Mitteleuropa lebt der Uhu mit dem wissenschaftlichen Namen Bubo bubo. Die Grundfarbe seines Gefieders ist braun mit auffallenden Längs- und Querzeichnungen. Das Brust- und Bauchgefieder ist deutlich heller als das Rückengefieder. Auffallend am Uhu sind seine Ohrbüschel, die bis zu 8 Zentimeter lang werden können.
Da der Uhu aufgrund seiner Größe in der Lage ist Hasen, Kaninchen, Hühner und Tauben zu erlegen, wurde er lange Zeit von den Menschen bejagt. Die Eier seiner Gelege wurden für Eiersammlungen ausgehoben, und geschlüpfte Jungvögel von Jägern zur Hüttenjagd (Jagd auf Krähen) aus den Nestern genommen.
Von Fachleuten wird angenommen, dass um 1935 auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland nur noch 35 bis 40 Brutpaare vorkamen. Seit etwa 1970 hat sich die Bestandessituation aber deutlich erholt.
Heute sind die größten Gefahren für den Uhu Hochspannungsleitungen, der Straßenverkehr, Klettertourismus und die damit verbundene Ruhestörung während der Brut.

Uhu; Bild: Landesforsten Rheinland-Pfalz
Uhu; Bild: Landesforsten Rheinland-Pfalz

Die verschiedenen Unterarten des Uhu kommen vom nördlichen Asien bis Zentraleuropa, sowie auf der iberischen Halbinsel, im nördlichen Afrika und in Mittleren Osten vor.
Dabei bewohnen sie die Lebensräume von der Tundra im Norden über reich gegliederte Landschaften bei uns in Europa bis zu den Steppen und Wüsten im Süden.
Allen Mitgliedern der Uhu-Familie ist gemeinsam, dass sie Ihre Horste bevorzugt in unzugänglichen Felswänden mit freier Anflugmöglichkeit anlegen.

Uhu; Bild: Andreas Michel
Uhu; Bild: Andreas Michel

Verhalten:

Das in lebenslanger Einehe verbundene Uhupaar gilt als äußerst standortstreu, was bedeutet, dass es auch im Winter sein Revier nicht verlässt. Als dämmerungs- und nachtaktiver Greifvogel verbringt er den Tag in einer Felsnische oder aber in dicht belaubten Baumkronen. Hier kommt ihm sein rindenfarbiges, braunes Gefieder als Tarnung zu Gute. Erst in der Dämmerung verlassen sie ihr Tagesversteck und überfliege ihr Revier. Wie alle Eulen können sie wegen des besonderen Aufbaus ihres Gefieders geräuschlos fliegen und somit ihre Beute ohne Vorwarnung schlagen.

Nahrung:

Das Nahrungsspektrum ist sehr breit. Von der Spitzmaus bis zum Rehkitz wird keine Beute verachtet. Bei uns in Zentraleuropa sind die bevorzugten Beutetiere das Wildkaninchen, die Rabenkrähe, der Igel, das Eichhörnchen und verschiedene Mausarten. Ganz besonders gerne ernährt sich der Uhu von der Wanderratte, die er bequem auf den Müllhalden erbeuten kann. Wie bei vielen anderen Greifvogelarten, werden auch bei diesem majestätischen Jäger der Nacht, die unverdaulichen Teile der Beutetiere (Federn, Haare und Knochen) wieder ausgewürgt. Diese 10 bis 14 Zentimeter langen ovalen Speiballen werden auch Gewölle genannt und beinhalten oft ganze Schädel- und Beinknochen. Zerlegt man dieses Gewölle sorgfältig, kann am anhand der gefundenen Teile sehr genau bestimmen, was der Uhu in letzter Zeit gefressen hat.

Paarungszeit und Brut:

Deutlich vor den meisten anderen Vogelarten beginnt das Uhuweibchen mit der Eiablage. In Südeuropa kann das schon im Januar bis Februar, in Zentral- und Nordeuropa im März oder April sein. Es werden 2 bis 4 reinweiße Eier im Abstand von 2 bis 4 Tagen gelegt.
Auffallend ist, dass eigentlich kein richtiges Nest gebaut wird. Die Eier werden auf einem Felsvorsprung oder in einer Felsnische auf den Boden abgelegt, in den eine Mulde gescharrt wurde. Von nun an übernimmt der männliche Uhu die Versorgung des Weibchens. Nach einer Brutdauer von 31 bis 36 Tagen schlüpft das erste Junge. Jedes weitere um zwei bis vier Tage versetzt. Der männliche Uhu bringt in den Fängen die ganze Beute zum Horst, dort übergibt er sie an den weiblichen Vogel. Dieser zerlegt die Beute in mundgerechte Häppchen und verteilt sie an die Jungen. Sind die Jungvögel etwa drei Wochen alt, wird so viel Nahrung benötigt, dass der männliche Vogel die Versorgung nicht mehr alleine schaffen kann, so dass sich jetzt auch das Weibchen wieder an der Jagd beteiligt.
Im Alter von fünf bis sieben Wochen beginnen die Jungvögel mit den ersten Flugversuchen und können das Nest verlassen. Sie müssen aber weiterhin von den Elterntieren mit Nahrung versorgt werden, erst im Alter von etwa 20 Wochen sind sie in der Lage, sicher Beute zu schlagen.