(Falco tinnunculus)

Terzel: So werden die männlichen Greife genannt
(Fotograf : Fotonatur.de / Tanja Askani)

Einer unserer heimischen Falken, ist der Turmfalke. Das besondere an diesem recht kleinen Greifvogel ist seine flinke Fortbewegungsart und die Fähigkeit seiner Augen, ultraviolette Strahlung wahr zu nehmen. Der Turmfalke stellt die in Deutschland am häufigsten vorkommende Falkenart dar. Über freiem Feld sieht man ihn oft an einer Stelle in der Luft stehend und heftig mit den Flügeln schlagend.

Aussehen:

Die Männchen der Turmfalken tragen auf ihrem Rücken ein rostrotes Gefieder, das bräunlich gefleckt ist. Der Kopf, wie auch die Schwanzfedern, sind blaugrau gefärbt.
Turmfalkenweibchen sind etwas stärker gefleckt als ihre Gatten, aber insgesamt sieht ihr Gefieder eintöniger als das des Männchens aus.
Turmfalken werden etwa 35 Zentimeter groß und 140 bis 225 Gramm schwer. In der Luft erkennt man sie an ihrem „Rüttelflug“. Dabei stehen sie in der Luft auf der Stelle, ohne sich fort zu bewegen und lauern auf Beute.
Die Silhouette der bei uns heimischen Falkenarten unterscheidet sich mit ihren sichelförmigen, spitz zulaufenden Schwingen und dem relativ langen Stoß, von der anderer Greifvögel.

Steht "rüttelnd" in der Luft
(Fotograf : Fotonatur.de / Sönke Morsch)

Das große Verbreitungsgebiet des Turmfalken umfasst Europa, Asien und Afrika. Hier kommen 15 verschiedene Unterarten des flinken Greifvogels vor.
Als Lebensraum in Mitteleuropa wählen sie Waldungen, mit viel Lichteinfall. Sie kommen auch zahlreich auf offenem Gelände, wie zum Beispiel landwirtschaftlich genutzten Flächen vor. Turmfalken sind aber auch immer wieder in Städten anzutreffen.

Verhalten:

Der Turmfalke ist in unseren Breiten Strich- und Standvogel. Durch den von ihnen ausgeführten Rüttelflug können Turmfalken an jeder beliebigen Stelle längere Zeit nach Beute Ausschau halten, um sich dann blitzschnell auf sie zu stürzen. Äußerst hilfreich erweisen sich bei der Suche nach Beutetieren die Augen des Turmfalken. Mit ihnen ist er in der Lage ultraviolettes Licht zu erkennen. Der Urin von Mäusen, das häufigste Beutetier des Greifvogels, reflektiert ultraviolettes Licht, so dass der Turmfalke diese Tiere aus der Luft sehr leicht ausfindig machen und erbeuten kann. Der Turmfalke bejagt fast ausschließlich Tiere am Boden. Nur selten greift er Vögel an. Wann immer er Vögel erbeutet, geschieht dies meist auch immer in Bodennähe. Neben der Jagd aus dem Rüttelflug heraus, geht der Turmfalke auch der Ansitzjagd nach. Hierbei sitzt er auf Randbäumen des Waldes oder einer ähnlichen Warte, die einen guten Überblick auf freies Gelände verspricht und hält nach Beutetieren Ausschau.
Der Turmfalke nistet zwar auch auf Bäumen, seinen Namen erhielt er aber, weil er oft in Nischen in Felsen oder Ruinen und auf Gebäudevorsprüngen sein Eigenheim findet. Ebenfalls nutzt er alte Krähen-, Greifvogel- und Elsternester und spart sich so die Arbeit, selbst ein Nest zu bauen. Turmfalken bauen ihre Nester, wie andere Falkenarten auch, niemals selber, sondern benutzen verlassene Nester anderer Vögel oder eben geeignete Nischen oder Höhlen.

Atzender Turmfalke; Bild: Richard Hansen
Atzender Turmfalke; Bild: Richard Hansen

Nahrung:

Die Nahrung des Turmfalken ist nicht sonderlich abwechslungsreich. Er erbeutet vor allem Feld- und Wühlmäuse sowie andere am Boden lebende Kleinsäuger. Hin und wieder stehen aber auch Eidechsen, Frösche, Kröten, Käfer und Heuschrecken auf seiner Speisekarte. Macht er auf Kleinvögel Jagd, tut er dies meist in Bodennähe. Um satt zu werden, benötigt der Turmfalke eine Futtermenge von zwei Mäusen pro Tag.

Paarungszeit und Aufzucht der Jungen:

Bereits im zeitigen Frühjahr beginnt die Balz der Turmfalken. Dabei vollführen Männchen und Weibchen atemberaubende Flüge um ihren Nistplatz herum und schreien laut und oft. Dringt ein anderer Falke ins unmittelbare Umfeld des Nestes ein, wird dieser meist von beiden Partnern vertrieben.
Während der Brutphase, die etwa 29 Tage dauert, wird das Weibchen vom Terzel mit Nahrung versorgt. Ist genügend Nahrung vorhanden legt das Weibchen 4 bis 6 Eier, bei geringerem Nahrungsangebot umfasst das Gelege nur 2 bis 3 Eier. Nachdem der Brutvorgang, der hauptsächlich im April stattfindet, abgeschlossen ist, leben die Nestlinge noch 27 bis 32 Tage in ihrer Geburtsstätte. Nach dem Flüggewerden, verbleiben die Jungfalken noch etwa einen Monat bei ihren Eltern, um auf ein selbständiges Leben vorbereitet zu werden.