Während der Rast treffen Schwarzstörche, wie hier in Israel, mit Weißstörchen, Silber- und Seidenreihern zusammen; Bild: Martin Hormann
Während der Rast treffen Schwarzstörche, wie hier in Israel, mit Weißstörchen, Silber- und Seidenreihern zusammen; Bild: Martin Hormann

Schwarzstörche sind Zugvögel. Mittel- und westeuropäische Brutvögel ziehen ins nördliche Afrika, zum Teil auch in den Nahen Osten. Die Rückkehr verläuft unterschiedlich in Abhängigkeit vom Alter. Erwachsene Brutvögel kehren bereits Ende Februar und im März wieder in ihre Brutheimat zurück. Nichtbrütende Schwarzstörche in ihrem zweiten, teilweise noch in ihrem dritten Kalenderjahr, erreichen Europa überwiegend im Monat Mai. Der Wegzug findet im September statt. Bei Jungvögeln kommt es nach ihrem Selbständigwerden und vor dem Wegzug zu einem nicht zielgerichteten Umherstreifen.

Schwarzstörche belegen zur Brutzeit hierzulande große Reviere, aus denen sie Konkurrenten vertreiben.

Der aktive Flug wird mit tief ausholenden langsamen Flügelschlagen ausgeführt, die Beine ragen dabei weit über das Schwanzende hinaus. Kopf und Hals werden gerade, der Schnabel leicht abwärts gehalten. Das unterscheidet das Flugbild schon in der Ferne deutlich von dem eines Reihers. Wenn immer möglich, wird der kraftsparende Gleitflug mit ausgebreiteten leicht abwärts gebogenen Flügeln ausgeübt. Wie auch beispielsweise viele Greifvögel nutzen auch Schwarzstörche dafür möglichst gute Thermik.

Ein selten schöner Anblick: Ein Schwarzstorch bei der Gefiederpflege; Bild: Martin Hormann
Ein selten schöner Anblick: Ein Schwarzstorch bei der Gefiederpflege; Bild: Martin Hormann

Nahrungssuchend schreitet ein Schwarzstorch durch seichtes Wasser oder gelegentlich auch über Grünland. Dabei wird bachbegleitendes Ufergehölz zur Beschirmung der Wasserfläche ausgenutzt, um im Wasser besser die Nahrung zu erspähen. Gleichzeitig ist der sehr dunkle Vogel im Schatten der Ufergehölze gut getarnt.

Schwarzstörche zeigen in der Nestbesetzungsphase und beginnenden Brutzeit einen auffallenden Balzflug, den das Paar zusammen ausführt. Dabei spielt das sogenannte „Flaggen“ eine große Rolle, das auffallende Präsentieren der gespreizten weißen Unterschwanzdecken. Es dient sowohl der Paarbindung als auch dem Vertreiben von Rivalen.

Obwohl Schwarzstörche über verschiedene Rufe und Lautäußerungen (Schnabelklappern) verfügen, hört man diese nur äußerst selten.

Schwarzstörche sind gegenüber dem Menschen meist scheue Vögel mit 300 – 500 m Fluchtdistanz.

Auch Molche gehören zum Speiseplan; Bild: Thomas Bengt-Gröbel
Auch Molche gehören zum Speiseplan; Bild: Thomas Bengt-Gröbel

Die Nahrung besteht ganz überwiegend aus Tieren, die in Bächen, Teichen und Tümpeln leben. Fische, Frösche, Molche, Krebse und Wasserinsekten bilden den Hauptanteil. Einen geringeren Anteil im Nahrungsspektrum nehmen landbewohnende Tiere ein wie Regenwürmer, Insekten und Mäuse.

Fütterung: Der Altvogel würgt die Nahrung aus dem Schlund; Bild: Martin Hormann
Fütterung: Der Altvogel würgt die Nahrung aus dem Schlund; Bild: Martin Hormann
Erfolgreiche Jungenaufzucht. Vier Jungstörche im Nest; Bild:  Martin Hormann
Erfolgreiche Jungenaufzucht. Vier Jungstörche im Nest; Bild: Martin Hormann

Schwarzstörche werden im Alter von ca. drei Jahren geschlechtsreif. Das sehr große Nest wird bei uns fast stets auf alten Bäumen im unteren Kronenbereich oder auf Seitenästen angelegt. Darin findet jährlich nur eine Brut statt. Die Nester können 10 Jahre und länger benutzt werden.

Die Eiablage beginnt ab Mitte April. Das Gelege umfasst 3 – 5 Eier, in den meisten Fällen 4. Es wird 32 – 40 Tage bebrütet. Beim Brüten wechseln sich die beiden Elterntiere regelmäßig ab. Die Nestlingszeit beträgt 62 bis 69 Tage. Beide Elterntiere füttern und bringen jeweils eine größere Futtermenge auf einmal mit. Die Zeit des Flüggewerdens der Jungen fällt meist in die zweite Julihälfte. Eine Bindung zum Nest besteht aber noch bis etwa Mitte August.

Der Bruterfolg ist bei den untersuchten Paaren in der Eifel und im Hunsrück mit 3,1 ausgeflogenen Jungvögeln/Brutpaar vergleichsweise hoch.