(Milvus migrans)

Impossant!
(Fotograf : Fotonatur.de / Hans-Wilhelm Grömping)

Der Schwarzmilan ist hierzulande ein recht unbekannter Vertreter der Greifvögel. Zwar gibt es weltweit etwa 90.000 Paare dieser Milanart, mehr als doppelt so viele Vögel als von der Art des Rotmilans, jedoch ist sie in Deutschland sehr rar. In Rheinland-Pfalz zählt der Schwarzmilan zu den gefährdeten Arten. Sein Hauptverbreitungsgebiet befindet sich in unserem Bundesland in der Rheinaue zwischen der französischen Grenze und Bingen. Darüber hinaus gibt es noch Vorkommen an Mittelrhein, Mosel, Ahr und Nahe.
Seit den 1980er Jahren ist in Deutschland ein Bestandesrückgang der Schwarzmilane zu verzeichnen. Die Gründe hierfür konnten bisher nicht sicher herausgestellt werden. Vermutungen gehen dahin, dass die Verschmutzung der Gewässer und damit eine Veränderung der Fischzahlen und –arten eine wichtige Rolle beim Rückgang des Schwarzmilans spielen könnten. Außerdem fehlt es in weiten Teilen Deutschlands an geeigneten Brutplätzen und alten Bäumen als Nistplatz.

Aussehen:

Das Gefieder des Schwarzen Milans ist dunkelbraun. Er ist etwas kleiner als sein Verwandter, der Rote Milan. Mit 55 Zentimetern Körpergröße ist er in etwa mit einem Mäusebussard vergleichbar. Die männlichen Exemplare dieses elegant erscheinenden Beutegreifers erreichen ein Gewicht von 0,6 bis 0,9 Kilogramm. Die Weibchen werden mit 0,7 bis 1,1 Kilogramm etwas schwerer. Die Spannweite der Vögel beträgt 160 bis 180 Zentimeter. Der Schwanz ist nicht so deutlich eingebuchtet wie beim Rotmilan, der deshalb auch Gabelweihe genannt wird.

Der gegabelte Schwanz (Stoß) ist nicht ganz so ausgeprägt wie beim Rotmilan.
(Fotograf : Fotonatur.de / Sönke Morsch)

Die Populationen des Schwarzmilans sind über weite Teile des Globus verstreut. Man findet ihn in Mittel- und Südeuropa, Asien, Afrika und Australien. Im hohen Norden Europas fehlt er.
Seinen Lebensraum wählt er gerne in Wassernähe aus. Ideal für den Schwarzen Milan sind halboffene Strukturen, die mit Feuchtgebieten durchzogen sind. Das Nest wird hoch oben in den Kronen alter Bäume errichtet. Mit Vorliebe in Auwaldgebieten oder auf Bäumen in der Nähe von Seen oder anderen Gewässern.

Verhalten:

Der Schwarzmilan ist ein Zugvogel, der aufgrund seiner Reisen bis ins tropische und südliche Afrika hinein, als Langstreckenzieher bezeichnet wird. Schwarzmilane verlassen im August/ September ihr hiesiges Brutgebiet und ziehen in die beschriebenen Teile der Erde. Im März/ April treffen sie wieder bei uns ein und beginnen mit der Balz, der dann das Brutgeschäft folgt.
Das Nest, das nicht selten mit Plastikteilen, Papier und Lumpen ausgelegt wird, wird in den meisten Fällen nicht selbst errichtet. Viel lieber wird ein altes Nest benutzt, dass lediglich ein wenig ausgebaut wird. Hierfür nehmen die Milane auch Nester anderer Greifvögel an. Gerne horsten Schwarzmilane auch innerhalb von Graureiher- und Kormorankolonien. Hier ernähren sie sich zum Teil von Nahrungsresten der anderen Vögel. Es wurde festgestellt, dass Schwarzmilane auch in großen, arteigenen Kolonien zusammen leben, die bis zu 100 Vögel umfassen können.

Nahrung:

Die Nahrung des Schwarzmilans besteht zu einem Großteil aus toten und kranken Fischen, die der Greif beim langsamen überfliegen von Wasserflächen, aus einer Höhe von 10 bis 60 Metern erspäht und im Tiefflug aus dem Wasser greift. Aas, das der Vogel nicht selten in der Nähe von Autobahnen und Landstraßen findet, macht ebenfalls einen bedeutenden Teil seiner Nahrung aus. Man kann den Schwarzen Milan demnach schon fast als „biologische Müllabfuhr“ bezeichnen. Neben den erwähnten Speisen, finden jedoch auch Kleinsäuger, Amphibien, Insekten und Regenwürmer den Weg in seinen Schnabel. Ab und zu wird auch beobachtet, wie Schwarzmilane andere Greifvögel um ihre Beute erleichtern.

Paarungszeit und Aufzucht der Jungen:

Zwischen Schwarzmilanpaaren kommen lebenslange Ehen sowie Jahresehen vor. Im April/ Mai kommt es zur Ablage der 2 bis 3 Eier, die dann überwiegend vom Weibchen 26 bis 38 Tage bebrütet werden. Der Gatte ist derweil damit beschäftigt, Nahrung herbei zu bringen. 2 Wochen nach dem Schlüpfen, sind die Küken bereits in der Lage, die ihnen überreichte Nahrung selbstständig zu zerteilen und zu fressen. Anfang Juli werden die Schwarzmilanküken flügge.
Erst mit 3 bis 4 Jahren erreichen die jungen Schwarzmilane ihre Fortpflanzungsfähigkeit.