(Columba palumbus)

Ringeltaube; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Ringeltaube; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Die Ringeltaube gehört zur Gattung der Tauben, welche leider nur wenig Sympathie, insbesondere von der Stadtbevölkerung, erntet. Da diese Tiere nicht selten in Massen auftreten, stellen sie in den Augen vieler nichts Besonderes dar. Schwarmartige Überfälle auf landwirtschaftliche Flächen und die Saaten oder Obstbäume in Nachbars Garten tragen auch nicht zur Steigerung der Sympathie bei. Hinzu kommt, dass die häufig von Menschen als „Ratten der Lüfte“ bezeichneten Tiere, auf vielen Gebäuden und Gehwegen ihre Exkremente hinterlassen und so für teilweise hohe Reinigungs- und Sanierungskosten in einigen Städten sorgen.


Aussehen:

Charakteristisch für die Ringeltaube ist der auffällige weiße Fleck, den sie an beiden Seiten ihres Halses trägt und der breite, weiße Streifen auf der Oberseite der Flügel. Die weißen, fast ringförmig verlaufenden Flecken am Hals, die von edel anmutenden grün- und purpurglänzenden Flächen umrandet sind, haben der Ringeltaube ihren Namen gegeben. Das Gefieder der bis zu 42 Zentimeter langen Wildtaube ist grau bis blaugrau. Kopf und Hals sind eher blaugrau. Ringeltauben haben eine beachtliche Spannweite von bis zu 75 Zentimetern und wiegen als erwachsener Vogel etwa 500 Gramm.

Die Ringeltaube kommt fast in ganz Europa vor. Sie fehlt nur im Norden Skandinaviens. Im rheinland-pfälzischen Raum kommen die meisten Tiere, gemessen an der Jagdstrecke 2003/ 2004, im Rhein-Pfalz-Kreis sowie im Kreis Mainz-Bingen vor. Die Ringeltaube ist jedoch im ganzen Bundesgebiet zu finden.Das gurrende Flugobjekt bewohnt einerseits Wälder, Feldgehölze und Parkanlagen, andererseits wagt es sich aber auch in die Nähe des Menschen, wo es Alleen, Gärten sowie Obstgärten als Lebensraum beansprucht. Was ihren Lebensraum angeht, ist die Ringeltaube eher anspruchslos. Die einzigen Merkmale, die sie bei der Wohnungssuche beachtet sind niedrige Sträucher, die ausreichend Deckung und Nahrung bieten und einige höhere Bäume, die sie als Nistplatz benötigt.

Verhalten:

Die Ringeltaube ist ein Zugvogel, die zusammen mit der Hohltaube, als erste Taubenart bei uns im Februar und März eintrifft. Sie wird auch als „Teilzieher“ bezeichnet, da nur ein Teil der in Mitteleuropa lebenden Ringeltauben mit dem Beginn der kalten Jahreszeiten nach Westeuropa oder in die mediterranen Gebiete abwandern. Die meisten sind sogenannte Standvögel, die das ganze Jahr über in ihrem Brutgebiet bleiben. Der blaugraue Vogel scheint, wenn man ihn während des Fluges beobachtet, immer etwas mehr Energie zu verwenden, als er wirklich benötigt. Ein lautes Klatschen ist zu vernehmen wenn die Ringeltaube unelegant vom Boden oder einem Baum abhebt. Ihr Bestand hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, was viele Landwirte nicht begrüßen. Ihnen sollen die grau gefiederten Vögel durch das Herauspicken von Saaten und das Befressen des reifen Getreides hohe Kosten verursachen.


Nahrung:

Die Ringeltaube kann nahezu als reiner Pflanzenfresser bezeichnet werden. Tauben ernähren sich im Allgemeinen von Samen, die eichelgroß sein können. Getreide, Früchte, Rapssamen und –blättchen, Klee- und Kohlblätter stehen ebenfalls auf ihrem Speiseplan. Sie mögen außerdem Insekten, die sie besonders gern vertilgen, wenn sich diese noch im Larvenstadium befinden. Welche Nahrung aufgenommen wird, hängt auch von der Jahreszeit ab. So kommt es vor, dass Eicheln im Herbst bis zu 60 Prozent der Nahrung ausmachen.


Paarungszeit und Aufzucht der Jungen:

Die erstaunliche Flugbalz vollführt der Tauber indem er mit klatschenden Flügelschlägen über eine kurze Strecke schräg nach oben flattert, um dann mit halbgeschlossenen Flügeln in einen nach schräg unten ausgeführten Gleitflug über zu gehen. Auch auf dem Boden versucht das Männchen seiner Angebeteten zu imponieren, indem er hinter ihr herläuft, sich vor ihr verbeugt und ihr sanft zugurrt. Hat sich ein Ringeltaubenpaar einmal zusammengefunden, geht es eine Jahresehe ein und zieht den Nachwuchs gemeinsam groß.
Bei der Ringeltaube erfolgen zwei bis drei Bruten im Jahr, wobei jeweils zwei Eier gelegt werden. Die erste Brut schlüpft nach einer Brutzeit von 16 bis 18 Tagen im April. Da die Tauben in Stadtgebieten das ganze Jahr über genügend Nahrung finden, stellt es keine Seltenheit mehr dar, dass die ersten Küken schon im Februar schlüpfen. Die Jungtauben schlüpfen blind, können aber bereits nach acht bis zehn Tagen sehen. Die Kleinen werden in den ersten Tagen mit der Kropfmilch der Eltern gefüttert. Die Kropfmilch, ein äußerst nährstoffreiches Sekret, wird aus Schleimhäuten im Hals der Taube ausgeschieden.
Im Gegensatz zu vielen anderen Vogelarten entwickeln Ringeltauben ihr volles Tönerepertoire, ohne je einen Ton von anderen gehört zu haben. Dies haben Untersuchungen während der Aufzucht in schalldichten Räumen ergeben.
Nach einem Monat sind die Jungvögel in der Lage zu fliegen. Sie werden nach einem Jahr geschlechtsreif.