(Perdix perdix)

Rebhahn mit Henne; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Rebhahn mit Henne; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Der hebräische Name dieses Vogels bedeutet „Rufer“. Einige Menschen sind der Auffassung, dass mit dem hebräischen Namen des Rebhuhns das krächzende „girrhäk“ nachgeahmt werden soll, das der Vogel von sich gibt, wenn er aufgescheucht wird. Das Rebhuhn, das auch als Feldhuhn bezeichnet wird, gehörte in früheren Zeiten zur täglichen Jagdbeute der Menschen. Der Kurzstreckenflieger und Laufvogel ist mit dem Anstieg des Ackerbaus durch den Menschen zum Kulturfolger geworden. Das zur Familie der Fasanenvögel gehörende Feldhuhn ist allerdings durch die stark intensivierte Landwirtschaft in der heutigen Zeit und der damit verbundenen Beseitigung von Hecken und Feldgehölzen immer mehr verdrängt worden und kommt nur noch entsprechend selten in Deutschland vor. Das Rebhuhn stellt diejenige Niederwildart dar, die am stärksten von der Flurbereinigung betroffen ist. In Rheinland-Pfalz wird es entsprechend seines geringen Bestandes nur mäßig bejagt.


Aussehen:

Rebhühner gleichen in ihrer Größe einer starken Taube, besitzen jedoch einen kürzeren Stoß (Schwanzfedern). Ihre Länge beträgt etwa 30 Zentimeter. Sie sind von gedrungener, rundlicher Gestalt und haben kurze, kräftige Läufe.
Rebhühner haben eine graue Unterseite. Die Männchen besitzen am Bauch außerdem einen schwarzen, halbrunden Fleck, der bei der Henne nicht so stark ausgeprägt ist oder fehlt. Hals und Kopf sind rostbraun und das Gefieder auf dem Rücken ist hellbraun gestreift. Hahn und Henne sind etwa gleich groß und in freier Wildbahn eigentlich nicht zu unterscheiden. Das Feldhuhn wiegt 300 bis 400 Gramm.

Die Verbreitung des Rebhuhns umfasst den größten Teil des europäischen Kontinents mit Ausnahme von Spanien und Portugal. Ebenfalls kommt es bis Mittelsibirien und im südlichen Skandinavien vor. In Deutschland wurde versucht, das Rebhuhn auf einigen Nordseeinseln wieder anzusiedeln. Allerdings gilt nur der Bestand auf Sylt als gesichert. Die Zahl der Rebhühner nimmt in Deutschland insgesamt ab, weshalb das Tier in die Rote Liste für bedrohte Arten eingetragen wurde. In Rheinland-Pfalz gibt es größere Vorkommen in den Gebieten Rhein-Pfalz-Kreis, Alzey-Worms und Mayen-Koblenz.


Lebensraum:

Ursprünglich war das Rebhuhn ein Bewohner von Steppen und Waldsteppen. Heute ist es als Kulturfolger hauptsächlich auf landwirtschaftlich genutzten Flächen anzutreffen. Selbst die Nacht verbringt das kleine Feldhuhn niedergeduckt auf dem Acker. Es liebt strukturreiche Feldflure mit niedrigen Hecken und Gräben. Da gerade diese Elemente jedoch durch die Landwirtschaft beseitigt wurden, muss das Rebhuhn mit dem Vorlieb nehmen, was es an Deckung findet.

Verhalten:

Rebhühner sind Standvögel. Sie bewegen sich nicht weit und auch nicht häufig von ihrem Revier fort. Die Hähne markieren früh am Morgen und abends ihr Revier mit ihren Rufen, die einem „Girrhäk", „girrhäk" oder „Girr-häää" ähneln. Rebhühner sind nicht in der Lage nachts einen Baum zum Schlafen aufzusuchen. Sie liegen meist zusammengedrängt auf dem Boden in Deckung. Bei Gefahr flieht der Laufvogel zunächst einige Meter am Boden, bevor der dann mit schnellen und ungeschickt anmutenden Flügelschlägen abhebt, um zwischendurch in einen kurzen Gleitflug über zu gehen. Tagsüber gehen die Feldhühnchen der Nahrungsaufnahme nach oder sie hudern, was soviel bedeutet, dass sie zur Gefiederpflege in Sand oder Staub baden.
Rebhühner und Fasane nehmen regelmäßig Sandbäder. Dabei suchen sie immer bestimmte Stellen auf, das heißt, sie haben ihre „Lieblingsbadewannen“. Die Fasane benutzen ihre „Badewanne“ so häufig, dass mit der Zeit der Sand darin ganz fein ist. Wenn sich ein Fasan in die „Wanne“ setzt und beginnt, mit den Flügeln zu schlagen, entstehen dicke Staubwolken. Bei trockenem Wetter nehmen die Rebhühner täglich ein Sandbad, und zwar auf der Straße oder an einer sandigen Stelle eines Fluss- oder Seeufers.


Nahrung:

Die Nahrung der Feldhühner besteht aus dem, was die Tiere in der Feldflur finden. Vor allem mögen sie Unkrautsamen und Insekten. Außerdem fressen sie Knospen, Getreide und junge Triebe. Rebhühner nehmen wie alle Hühner kleine Steinchen zu sich, die ihnen helfen die Nahrung im Magen zu zermahlen.


Paarungszeit und Aufzucht der Jungen:

Rebhuhnpaare finden im zeitigen Frühjahr zusammen und leben dann monogam. Ab Anfang Mai legt die Henne täglich ein Ei in eine gut versteckte Mulde am Boden. Im Durchschnitt werden 15 oliv braune bis bläulichgraue Eier innerhalb von 23 bis 25 Tagen gelegt. Wird ein Gelege durch landwirtschaftliche Maschinen oder von Fressfeinden (Fuchs, Dachs, Marder, Greifvögel) zerstört, so legt die Henne ein Nachgelege an, das jedoch aus weniger Eiern besteht. Es kann beim Rebhuhn sogar zu einem dritten Gelege kommen. Die Henne bebrütet ihre Eier 24 bis 26 Tage, während denen der Hahn immer in der Nähe ist, Wache hält und sich bei Gefahr meldet. Die Nahrung der Küken besteht aus eiweißreicher Kost, meist aus Insekten, vornehmlich Ameisen und deren Larven. Hahn und Henne führen den Nachwuchs gemeinsam. Nach etwa drei Wochen beginnen die Jungen noch etwas hilflos zu flattern. Nach vier Wochen verfärben sich die Brustfedern bei den jungen Hähnen.
Die Rebhuhnfamilie (Kette) bleibt bis zum Ende des Winters zusammen. Sie schließen sich oft mit anderen Ketten zu „Völkern“ zusammen.

Gefahren für das Rebhuhn bestehen in der schon genannten Flurbereinigung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Der Chemikalieneinsatz in der Landwirtschaft, belastet die Nahrung der Tiere, wodurch diese im Laufe der Zeit erkranken können und ihre Brut geschädigt wird. Durch Fressfeinde und ungünstige Witterungsverhältnisse sind die Feldhühner ebenfalls gefährdet. Nass-kaltes Wetter vertragen die Tiere nicht sonderlich gut. Besonders anfällig gegen solche Unbilden der Natur ist die Brut. Diese erliegt oft solchen widrigen Witterungsbedingungen.