(Martes foina)

Steinmarder im Schnee; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Steinmarder im Schnee; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Der Steinmarder, landläufig meist nur „Marder“ genannt, genießt bei vielen unserer Mitmenschen keinen guten Ruf. Unter dem Namen „Automarder“ ist er als Saboteur von Kühlwasserleitungen und Bremsschläuchen an des Deutschen liebstem Kind, dem Automobil, bekannt. Außerdem ist er in ländlichen Gegenden als „Mörder“ von Hahn und Henne und als Eierdieb verrufen. Der Kulturfolger hat sich auf diese Weise im Laufe der Zeit einen eindrucksvollen aber schlechten Namen gemacht. Dennoch wird er, dort wo er entdeckt wird, mit Spannung beobachtet, was wohl an seiner Nachtaktivität und seiner heimlichen Lebensweise liegt. Sobald er jedoch dabei ertappt wird, sich dem geliebten Auto zu nähern, wird er schleunigst, meist aus Sorge um die eigene Geldbörse, vom Menschen vertrieben.

Aussehen:

Der Steinmarder verfügt über ein graubraunes Fell mit einer deutlich sichtbaren, weißen Unterwolle. Seine Körperlänge (männliches Tier, Rüde genannt) beträgt 64 bis 76 Zentimeter und er wird bis zu 1,9 Kilogramm schwer. Das Weibchen, die Fähe, ist etwas kleiner und auch leichter als der Rüde. Am Hals besitzt dieser kleine Bursche einen Kehlfleck, der weiß bis gelblich gefärbt ist, sich nach unten hin gabelt und bis auf die Vorderbeine reichen kann. Man kann den Steinmarder in der Nacht gut an seinem buckeligen Lauf erkennen.

Der Steinmarder "baut Männchen".; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Der Steinmarder "baut Männchen".; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Der Steinmarder kommt in ganz Europa vor, außer auf den britischen sowie den Mittelmeerinseln. Außerdem ist er nicht auf Island und in Skandinavien anzutreffen.
In Rheinland-Pfalz kommt er, gemessen an der Jagdstrecke 2003/ 2004, flächendeckend vor und wird entsprechend bejagt.

Der Steinmarder fühlt sich in halboffenen Landschaften mit zahlreichen Sträuchern wohl, gerne werden auch einsame Steinbrüche, Holz- und Reisighaufen, verlassene Eichhörnchenkobel oder Feldscheunen als Quartier angenommen. Als Kulturfolger trifft man den Steinmarder auch in Dörfern und am Stadtrand an, wo er sich in Garagen, in Schuppen oder auf Dachböden einnistet. Hier findet er aufgrund der Wegwerfmentalität der Menschen einen reichgedeckten Tisch an dem er sich gerne bedient. Aufgrund seiner Verstecke in und in der Nähe von Häusern hat er den Namen „Hausmarder“ erhalten.

Steinmarder ...
Steinmarder ...
...mit Raub; Alle Bilder: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
...mit Raub; Alle Bilder: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Verhalten:

Der Steinmarder ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Kulturfolger. Tagsüber schläft der Kletterkünstler in einem seiner Quartiere, von denen er mehrere besitzt und die er abwechselnd benutzt. Auf seinen nächtlichen Streifzügen vermeidet er offenes Gelände, sondern schleicht soweit dies möglich ist, an Hecken, Hauswänden und ähnlichem entlang, um bei Gefahr schnell in Deckung gehen zu können. Der Steinmarder ist territorial, das heißt er verteidigt ein bestimmtes Revier gegenüber seinen Geschlechtsgenossen.

Nahrung:

Der Steinmarder ist ein Allesfresser. Zu einem großen Teil besteht seine Nahrung aus Strauch- und Baumfrüchten (Anteil: 1/3 bis 1/2). Er frisst jedoch auch Kleintiere wie Mäuse und Vögel. Außerdem passt er seinen Speiseplan immer den örtlichen Gegebenheiten an, so dass auch Nahrungsreste des Menschen sein Menü bereichern.
Überfälle auf Hühnerställe und das damit verbundene Auslöschen ganzer Geflügelbestände kann zwar bei unzureichendem oder falschem Einsatz von Schutzzäunen vorkommen, sie machen den Marder jedoch nicht zu dem blutrünstigen Mörder, für den ihn viele Menschen halten. Es wurde bewiesen, dass der Marder aufgrund einer instinktiven Beutefangreaktion auf die verschreckt hochflatternden Hühner reagiert. Keinesfalls saugt er seine Beute aus, wie dies schon gemutmaßt wurde.

Paarungszeit und Aufzucht der Jungen:

Die Paarungszeit des Steinmarders, die auch „Ranz“ genannt wird, findet von Mitte Juli bis Mitte August statt. Die Tragzeit beträgt etwa 9 Monate (249 bis 280 Tage). Die Keimentwicklung wird jedoch durch die Keimruhe  erst einige Wochen später begonnen, damit die Jungen in einem milderen Klima heranwachsen können und so bessere Überlebenschancen haben. Geboren werden die Jungen im März bis April. Die 3 bis 4 Jungen, die nackt, blind und taub zur Welt kommen, sind Nesthocker, die sich nur kriechend fortbewegen können. Sie erblicken in einem Versteck, beispielweise in einer Scheune, in Stallungen oder auf Dachböden, das Licht der Welt. Bis zur dritten Woche haben sie keine Zähne. In der 16. Lebenswoche ist der Zahnwechsel abgeschlossen. Die Jungmarder (Welpen) werden 6 Wochen von ihrer Mutter gesäugt und verlassen im Alter von 8 Wochen erstmalig das Nest.
Ist der Mutter das Versteck nicht mehr sicher genug, kommt es vor, dass sie die Jungen am Nacken an einen anderen Ort trägt. Mutter und Jungtiere bleiben bis zum Winter zusammen. Die Jungen werden mit zwei Jahren geschlechtsreif.