Wildschweine sind bis zu einem Meter hohe, massig wirkende Wildtiere mit gedrungenem Körperbau. Kapitale Keiler können ein Lebendgewicht von zweihundert Kilogramm erreichen. Die Bache, das weibliche Wildschwein, erreicht dagegen nur die Hälfte bis 2/3 des Keilergewichts. Sie können ein Alter von sieben bis acht Jahren erreichen. Den Namen „Schwarzwild“ haben sie ihren schwarzen  Winterborsten zu verdanken.

Frischlinge dagegen sind aus Gründen der besseren Tarnung zunächst braun-weiß gestreift. Im Verlauf der Wochen lösen sich die Streifen auf und gehen in ein einheitliches Braun über. Ein  Merkmal, welches es dem Beobachter erleichtert, männliche von weiblichen Tieren zu unterscheiden, sind die mächtigen, geschwungenen Eckzähne der Keiler.

Frischlinge bei der Bache; Bild: Richard Hansen
Frischlinge bei der Bache; Bild: Richard Hansen
Keiler sucht im Schnee nach Nahrung; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Keiler sucht im Schnee nach Nahrung; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Wildschweine sind in Rheinland-Pfalz fast in allen Waldgebieten verbreitet. Wie auch das Rehwild, so hat sich das Schwarzwild hervorragend in unserer Kulturlandschaft behauptet. Wildschweine leben in wohl organisierten Familienverbänden, den sogenannten Rotten. Vorzugsweise besiedeln sie dichte, unterwuchsreiche Laub-, (Nadel-) und Mischwälder. Sie lieben Nässe und Wärme.

Aus diesem Grund finden Auwälder und die klimatisch begünstigten Wälder entlang des Rheins, der Mosel und der Nahe ihren besonderen Zuspruch. Da Wildschweine hervorragende Schwimmer sind, stellen Flüsse kein ernst zu nehmendes Hindernis für sie dar.

Keiler "überfällt" Schneewehe; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Keiler "überfällt" Schneewehe; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Verhalten:

Die Rotten werden von erfahrenen Bachen angeführt. Eine Ausnahme bilden die geschlechtsreifen Keiler. Sie werden von den Bachen nur während der Paarungszeit geduldet und führen das übrige Jahr ein Dasein als Einzelgänger. Vorwiegend nachtaktiv durchstreifen sie oft auf festen Wechseln (Pfaden) ihr Revier. Die Ohren, vor allem aber die Nase sind hervorragend entwickelt. Die Augenleistung hingegen bleibt hinter diesen „Hochleistungsorganen“ weit zurück. 

Nahrung:

Wildschweine sind Allesfresser. Dies bedeutet, dass sie buchstäblich alles organische auch verwerten können. Gras, Obst, Nüsse, Eicheln und Bucheckern gehören genauso zu ihrem Speiseplan wie Insektenlarven, Gelege, Kleinsäuger, Jungtiere und Aas. Den einzigen Anspruch, den Schweine an ihre Nahrung stellen ist, dass sie energie- und proteinreich sein muss. Dies vor dem Hintergrund, dass sie nicht wie die Wiederkäuer den Verdauungsvorgang mehrmals durchlaufen lassen können.

Bache säugt Frischlinge; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Bache säugt Frischlinge; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Geburt der Jungen:

Einige Zeit vor der Geburt zieht sich die Bache zurück und „baut“ einen ausgepolsterten Wurfkessel aus Reisig. Der Wurfkessel dient weitgehend dem Sichtschutz gegen Beutegreifer. Sollte es jedoch einmal notwendig werden, so verteidigt die Sau ihre Frischlinge sehr mutig - auch gegen Menschen. Im Durchschnitt wirft jede geschlechtsreife Bache in den Monaten März und April vier bis sechs Junge. Zum Teil können es jedoch auch bis zu zwölf sein. In der Regel erreichen aber nicht alle Frischlinge das „Halbwüchsigen-Alter“. Feucht-kalte Frühjahre sowie Krankheiten und Beutegreifer fordern ihren Tribut.

Paarungszeit:

Die sogenannte "Rauschzeit" findet in den Wintermonaten November bis Januar statt. Zu dieser Zeit stoßen die Keiler zu den rauschigen Bachen.

Die Waffen eines Keilers; Bild: Andreas Kieling
Die Waffen eines Keilers; Bild: Andreas Kieling

Die Waffen des männlichen Schwarzwildes und gleichzeitig auch die Trophäen des Jägers und der Jägerin sind die beeindruckenden, stark verlängerten Eckzähne, des alten, mindestens fünfjährigen Keilers.
Schwarzwild vertilgt Aas und Insekten (-larven) sowie Mäuse und lockert den Waldboden. So beteiligt es sich aktiv an der Gesunderhaltung und Verjüngung des Waldes. Aufgrund ihrer wühlenden Tätigkeit sind Wildschweine in derLandwirtschaft allerdings nur mäßig beliebt und verursachen oft über Nacht gravierende Schäden in Getreidefeldern, Maisäckern und Wiesen.

Heute muss aufgrund der enorm hohen Geburtenrate und fehlender Fressfeinde eine konsequente Jagd auf das Schwarzwild stattfinden. Nicht zuletzt aus Gründen der Gesunderhaltung. Durch überhöhte Bestände entstehen und verbreiten sich Krankheiten, wie zum Beispiel die Schweinepest, in weit höherem Maße.

Außerdem wird auch die Wildschadenssituation in der Landwirtschaft und im Weinbau verschärft. Die Jägerinnen und Jäger in Rheinland-Pfalz versuchen eine angepasste Wilddichte zu halten beziehungsweise herzustellen.