(Mustela nivalis)

Der kleinste Vertreter seiner Familie
(Fotograf : Fotonatur.de / Holger Duty)

Das Mauswiesel wird auch Kleinwiesel genannt und ist nahe mit dem Hermelin verwandt. Es ist jedoch weitaus kleiner als sein Vetter und weniger bekannt als dieser, den die meisten Menschen nur unter dem vereinfachten Namen „Wiesel“ kennen. Das Mauswiesel ist der kleinste vorkommende Stinkmarder und gleichzeitig sogar das kleinste Raubsäugetier, das es bei uns gibt.

Aussehen:

Das Mauswiesel erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 16 bis 23 Zentimetern. Einschließlich seines Schwanzes ist es 20 bis 29 Zentimeter lang. Von seinem größeren Vetter, dem Hermelin, kann man das Mauswiesel recht einfach unterscheiden. Es ist einerseits viel kleiner als das Großwiesel und andererseits ist sein Schwanz einfarbig und weist keinen Haarbüschel am Ende auf. Außerdem ist die Linie an der Flanke, die das braune Fell der Oberseite von der hellen Unterseite abtrennt, deutlich gezackt. Das Mauswiesel bringt als ausgewachsenes Exemplar stattliche 115 Gramm auf die Waage.
Es kann eventuell passieren, dass man Hermelinweibchen, die weitaus kleiner sind als ihre männlichen Partner, mit dem Mauswieselmännchen, das erheblich größer als sein Weibchen ist, verwechselt. Ein Blick auf die Schwanzspitze, die beim Hermelin schwarz und buschig ist, beim Mauswiesel hingegen braun und glatt, trägt zur Klärung bei.

Verbreitung:

Das zu den marderartigen Raubtieren gehörende Kleinwiesel kommt mit Ausnahme von Irland und Island in ganz Europa vor. Des Weiteren lebt es in Nordafrika, in Kleinasien sowie in Mittel- und Nordasien. In Nordamerika erstreckt sich seine Verbreitung von Alaska durch Kanada bis in die nordöstlichen Staaten der USA. Es lebt bis in einer Höhe von 2.500 Metern.

Lebensraum:

An seinen Lebensraum stellt der kleine Räuber keine großen Ansprüche. Mit Ausnahme von feuchten Gebieten, die es weitgehend meidet, kommt es überall vor. Es lebt in Baumhöhlen, Stein- und Holzhaufen und im Sommer auch oft in Wühlmaus-, Ratten- und Hamstergängen. Im Winter sucht der kleine Geselle geschütztere Plätze wie zum Beispiel Scheunen, Ställe und Dachböden auf.

Verhalten:

Das Mauswiesel ist, wie sein großer Bruder, ein Einzelgänger. Es ist ebenso dämmerungs- und nachtaktiv und verteidigt sein 1 bis 5 Hektar großes Revier gegen jegliche Artgenossen. Territorien von Kleinwieselweibchen können direkt an ein Männchenrevier angrenzen. Die Grenzen werden markiert und verteidigt. Der kleine Patron verfügt über eine ganze Reihe von Lautäußerungen. Experten gehen davon aus, dass dies eigentlich auf eine eher gesellige Lebensweise schließen lässt als auf das dem Mauswiesel zugeschriebene Einzelgängertum.
Bejagt wird der kleine Räuber kaum, da ihn Land- und Forstwirtschaft durch seine Vorliebe für Mäuse als Hauptbeutetier als Nützling ansehen.

Nahrung:

Wie schon erwähnt und sein Name auch verrät besteht die Hauptnahrung des Mauswiesels aus Mäusen. Diese werden durch einen Biss in den Hinterkopf getötet. Aufgrund seines kleinen Körpers ist das Mauswiesel in der Lage in Mauselöcher einzudringen und ganze Nester zu zerstören. Dabei tötet das kleine Raubtier oft mehr Tiere als es verzehren kann.

Paarungsverhalten und Aufzucht der Jungen:

Die Hauptpaarungszeit liegt im Zeitraum Februar/ März. Trächtige Weibchen, die nach einer Tragzeit von 33 bis 37 Tagen 3 bis 12 Jungtiere setzen, werden jedoch das ganze Jahr über angetroffen. Meistens werden sie zwei Mal im Jahr trächtig. Die Jungen Mauswiesel sind bereits nach vier Monaten selbständig und verlassen das mütterliche Versteck.

Unterschiedliche Arten:

In früheren Zeiten hat man neben Großwiesel (Hermelin) und Kleinwiesel (Mauswiesel) noch eine dritte Art unterschieden. Das sogenannte Zwergwiesel, ein sehr kleines Wiesel, wird heute nicht mehr als eigene Art betrachtet, sondern als eine besonders kleine Form des Mauswiesels angesehen.
KING (1987) unterscheidet außerdem eine kleinere Form des Mauswiesels, mit gerader Grenzlinie zwischen braunem und weißem Fell und regelmäßiger Winterumfärbung (Mustela nivalis nivalis) und eine größere Form (Mustela nivalis vulgaris), mit gezackter Grenzlinie zwischen braunem und weißem Fell und ohne Verfärbung des Fells im Frühjahr beziehungsweise Herbst. In Deutschland ist nur letzteres Mauswiesel (Mustela nivalis vulgaris) weiter verbreitet. Die Art Mustela nivalis nivalis kommt laut KING nur in den Alpen vor.