Fast das gesamte Wettergeschehen spielt sich in der untersten Schicht der Atmosphäre, der Troposphäre, ab.; Bild: http://grin.hq.nasa.gov/
Fast das gesamte Wettergeschehen spielt sich in der untersten Schicht der Atmosphäre, der Troposphäre, ab.; Bild: http://grin.hq.nasa.gov/

Unser Klima setzt sich aus den Faktoren Wasserhaushalt,Temperatur und Atemluft (Kohlendioxod-Gehalt, Staubpartikel, ...) zusammen.

Waldökosysteme spielen wegen ihrer Fähigkeit, erhebliche Kohlenstoffmengen zu binden, eine wichtige Rolle im Klimaschutz. Durch die Fotosyntheseleistung nehmen Bäume im Zuge ihres Wachstums Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre auf und speichern es als Kohlenstoff im Holzkörper. Weitere Kohlenstoffmengen finden sich z.B. in den Bodenpflanzen, den Wurzeln oder dem Humus und in nennenswertem Umfang im Mineralboden.

Rheinland-Pfalz ist mit seiner heutigen Waldfläche von über 42 % das relativ gesehen waldreichste Bundesland Deutschlands. Dieser hohe Waldflächenanteil ist das Ergebnis aus dem geologischen Aufbau und den daraus resultierenden Landschaftsformen des Landes einerseits und der davon unmittelbar beeinflussten Landnutzungsgeschichte andererseits. Denn besonders viel Wald hat sich in den Landschaften erhalten, deren Standorte zu arm, zu steinig, zu steil, zu nass oder zu kalt - häufig in Kombination - für eine ausreichende landwirtschaftliche Nutzung waren und auch noch sind. Trotzdem wurde der Wald immer auch als landwirtschaftliche Hilfsfläche, z.B. für die Waldweide, zur Streunutzung oder für Zwischeneinsaaten von Gerste und Buchweizen z.B. in den Haubergen genutzt. Das hatte häufig eine weitere Qualitätsminderung (Degradierung) der Standorte und der darauf wachsenden Wälder zur Folge (siehe Waldgeschichte). Im Mittelgebirgsland Rheinland-Pfalz sind solche für die Landwirtschaft ungünstigen Standorte weit verbreitet und so indirekt der Grund für den Waldreichtum des Landes.

Besonders die Mittelgebirge sind sehr regenreich. So fällt in den Höhenlagen der Eifel mit mehr als 1.000 Millimeter doppelt soviel Niederschlag wie in der trockensten Region von Rheinland-Pfalz , dem Rheinhessischen Hügelland.

Der mittlere Jahresniederschlag ist eine wichtige Grundlage für das Wachstum unserer Wälder.; Bild: Dr. Jürgen Gauer
Der mittlere Jahresniederschlag ist eine wichtige Grundlage für das Wachstum unserer Wälder.; Bild: Dr. Jürgen Gauer
Die mittlere Temperatur in der forstlichen Vegetationszeit von Mai bis September ist ein wichtiger Indikator für die Wärmeversorgung und ist deshalb die Grundlage für die Ausweisung von forstökologischen Wärme- oder Höhenstufen.; Bild: Dr. Jürgen G
Die mittlere Temperatur in der forstlichen Vegetationszeit von Mai bis September ist ein wichtiger Indikator für die Wärmeversorgung und ist deshalb die Grundlage für die Ausweisung von forstökologischen Wärme- oder Höhenstufen.; Bild: Dr. Jürgen Gauer

Der geomorphologische Bau und die Lage in Mitteleuropa prägen das rheinland-pfälzische Klima. Zusammen mit den Ardennen bildet das Rheinische Schiefergebirge die erste bis über 700 m Höhe erreichende Erhebung der kontinentalen Mittelgebirgsschwelle über die nur bis 150 müNN hohen französisch-belgisch-holländische Küstenlandschaft des Atlantiks und Ärmelkanals. Deshalb haben – bei vorherrschenden Westwinden - die Hochlagen eine deutliche atlantische Klimatönung, das Klima besonders auf den Luv-Seiten der Höhenzüge ist subatlantisch mit Niederschlägen über 1000 mm. Auf den Lee-Seiten und in den tief eingeschnittenen Tälern der größeren Flüsse nehmen die Niederschläge ab und die Klimatönung wird etwas kontinentaler. Im Regenschatten der Mittelgebirge nehmen die Niederschläge im nördlichen Oberrheinischen Tiefland bis auf 500 mm ab. Die Temperatur folgt zusätzlich einem Höhen-Gradienten. Während auf den höchsten Höhen nur Jahresmitteltemperaturen um 6 °C erreicht werden können die Jahresmitteltemperaturen an Mosel, Nahe, Lahn und Rhein bis zu 10 °C betragen. Der atlantische Einfluss auf den Höhenrücken mindert dabei die Differenzen zwischen Sommer und Winter, die Sommer bleiben mit  14 bis 15 °C verhältnismäßig kühl, im Winter sinken die mittleren Temperaturen dagegen kaum unter 0 bis -2 °C ab, es gibt kaum sichere Schneelagen. Die Windexponiertheit trägt zum „rauen“ Klima auf den Höhen von Eifel, Westerwald, Hunsrück und Taunus bei. Die geschützten Tallagen wärmen sich dagegen auf, das Weinbauklima an Mosel und Rhein ist dafür Zeuge. Von den Bergen abfließende Kaltluft kann allerdings besonders im Herbst zu Inversionswetterlagen führen, währenden denen dann die Flusstäler im Nebel versinken. Ein ausgesprochen warm-trockenes Beckenklima kennzeichnet die gesamte oberrheinische Tiefebene.

In der forstliche Standortskartierung wird die Wärmeversorgung für die Vegetation anhand der mittleren Temperatur in der forstlichen Vegetationszeit (VZ) beurteilt. Es werden die forstökologischen Wärme oder Höhenstufen „planar“ mit über 16 °C VZ , „kollin“ mit 16 bis 14 °C VZ, „submontan“ mit 14 bis 13 °C VZ und „montan“ mit unter 13 °C VZ unterschieden. Wärmeliebende Bäume wie Eiche, Elsbeere und Speierling fühlen sich in der planaren bis kollinen Stufe wohl, während Fichten eher das montane Klima zusagt, besonders weil sich dort ihre Antagonisten, die Borkenkäfer, kältebedingt nicht so gut entwickeln können.

Für die Ansprache des Wasserhaushaltes von Standorten werden Niederschlagsgruppen gebildet, mit denen die wachstumswichtige Höhe des Jahresniederschlages charakterisiert wird. Die Niederschlagsverteilung – hohe Jahresniederschläge in den Höhen, geringere in den wärmeren Tallagen – verstärken die klimabedingten Unterschiede in der Ausbildung von Waldgesellschaften en. So kann die wärmeliebende Eichen auch Trockenheit besser ertragen und ist deswegen besonders in tiefen Lagen verbreitet, während der Verbreitungsschwerpunkt der Fichte - als nordische oder Gebirgsbaumart – das kühl-feuchten Höhenklima ist. 

Die Buche liegt in ihren Ansprüchen zwischen diesen beiden Baumarten und liebt besonders die kolline bis submontane Höhenstufe. Ein Spezialist für trockene, arme Sandböden in allen Wärmestufe ist die Kiefer, während Edellaubbäume wie Esche und Ahorn hohe Ansprüche an die Nährstoffversorgung der Standorte stellen.