"Historischer" Holzeinschlag; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
"Historischer" Holzeinschlag; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Bis ins 19. Jahrhundert sprach man von der Kulturepoche des “Hölzernen Zeitalters”

  • In dieser Zeit findet Holz in fast allen Bereichen des Lebens Anwendung.
  • Der Pro-Kopf-Verbrauch ist zu dieser Zeit mehr als sechs Mal so hoch wie heute.
  • Holz wird in erster Linie zum Bauen und als Brennstoff verwendet.
  • Für den Schiffsbau werden im 17. und 18. Jahrhundert ganze Hänge entlang der großen Flüsse gerodet.
  • Verwendung von Holzseilen die später durch Hanf- und Sisalseile und schließlich Kunststoffseile abgelöst werden.
  • Bis zur Entdeckung des Schwarzpulvers im 13. Jahrhundert braucht man Holz auch für den Abbau von Gestein.
  • Im 14. Jahrhundert werden große Mengen Holz zur Gewinnung von Salz verbraucht.
  • Der im Mittelalter übliche Wald-Feldbau hielt sich ortsweise bis in die 30er Jahre.
  • Die zu der Zeit übliche Waldweide schadet der Lebensgemeinschaft Wald sehr, da das über Winter ausgehungerte Vieh sich im Frühjahr an der Verjüngung verköstigt; besonders schlimm waren die Ziegen für den Wald, die auch bereits verholzte Jungbäume abfressen.
  • 1692 verbietet die Braunschweiger Forstordnung die Waldweide für Ziegen.
  • Ende des 18. Jahrhunderts greifen erste Bestrebungen einer nachhaltigen Forstwirtschaft; die Fichte tritt ihren Siegeszug an.
  • Im Laufe des 19. Jahrhunderts läuft die Waldweide weitgehend aus; an ihre Stelle tritt die Stallhaltung.
  • Bis 1851 wird Pottasche aus Holz gewonnen, um diese in der Glasherstellung einzusetzen. Erst danach wurde sie durch Kali aus dem Untertageabbau ersetzt.
  • Holz wurde auch zur Herstellung von Holzkohle zur Eisenverhüttung bis ins 19. Jahrhundert verwendet, erst danach wurde die Holzkohle durch die Steinkohle ersetzt.

In den 60er Jahren beginnt das Erdöl- und Kunststoffzeitalter.

Holz verliert mehr und mehr seine Bedeutung als Heiz- und Baustoff. Hierdurch gefährden Pflegemängel allerorten die Stabilität der Wälder.

In neuerer Zeit wird der Nachhaltigkeitsgedanke nicht mehr auf die Holzproduktione beschränkt, sondern ebenfalls auf die Schutz- und Erholungsfunktionen angewandt.

Dies trägt dem geänderten Anforderungsprofil Rechnung, welches heute an den Wald gestellt wird. Zwar ist in den vergangenen Jahren die Nachfrage nach Holz als Baustoff wieder gestiegen, und auch der Brennholzmarkt scheint durch innovative Ideen wieder an Attraktivität zuzunehmen, jedoch liegt vielerorts der Schwerpunkt sehr auf dem Erholungssektor. Wo immer notwendig, muss der Schutzcharakter des Waldes gefördert beziehungsweise erhalten werden.