Junge Triebe; Bild: Landesforsten Rheinland-Pfalz
Junge Triebe; Bild: Landesforsten Rheinland-Pfalz

Merkmale

  • Höhe: bis 40 Meter
  • Krone: Man unterscheidet zwischen breit- oder schmalkronig.
    Breitkronige Tieflandkiefer: oft sehr krummschaftig und starkastig (schneearme Lage)
    Schmalkronige montane Höhenkiefer: Krone weitgehend schneebruchsicher, geradschaftig, feinastig
  • Nadeln: In kleinen Büscheln sitzen die Nadeln der Kiefer paarweise an den Kurztrieben, sie werden bis zu 8 Zentimeter lang und sind graugrün bis bläulichgrün gefärbt, gedreht und kurz zugespitzt. Die Unter- und Oberseite weist gleichmäßig verteilte weiße Streifen auf, die sogenannten Spaltöffnungsstreifen. Die Nadeln treten immer zu zweit aus den Trieben und leben zwei bis drei Jahre, im Gebirge bis sechs Jahre.
Kiefernsämling; Bild: Ingrid Lamour
Kiefernsämling; Bild: Ingrid Lamour
  • Blüte: Männliche und weibliche Blüten sind an einem Baum vorhanden. Daher bezeichnet man sie als einhäusig. Die Form der Blüte ist eiförmig bis fast kugelig, die etwa 5 bis 6 Millimeter langen Blüten sind gestielt. Im ersten Jahr werden die befruchteten Zöpfchen zu keinen grünen Zapfen. Im Herbst (September bis November) des Folgejahres entwickeln sie sich zu kurz gestielten, verholzten, dunkelbraun bis schwärzlichen Zapfen, die eine Länge von 3 bis 8 Zentimeter aufweisen.
  • Frucht: Die Zapfenschuppen haben eine längliche, die Schuppenschildchen eine Rautenform. Sie besitzen einen kurzen Höcker, sind flach mit kleinem hellbraunem Nabel. Zur Reifezeit klaffen die mit zwei Samenanlagen ausgestatteten Schuppen oder sind zurückgeboten. Der Same fliegt im März/ April des dritten Jahres aus. Später fällt der leere Zapfen ab. Nach etwa 2 Wochen keimt der Same.
  • Borke: In der Jugend ist die Borke glatt und graugelb oder braungelb. Das horizontal zweigeteilte Rindenbild ist ein typisches Merkmal bei älteren Bäumen. Besonders im Kronenbereich leuchtet sie mit zunehmendem Alter rotgelb bis fuchsrot und blättert in papierdünnen Fetzen ab (Spiegelrinde). Die Borke der unteren Stammhälfte wird im Alter zu einer in große Platten gegliederten, von tiefen schwärzlichen Furchen durchzogenen, dicken, grau bis rotbraunen Schuppenborke.
  • Alter: 500 bis 600 Jahre
  • Durchmesser: bis 120 Zentimeter

Standortansprüche

Hinsichtlich Wasser- und Nährstoffversorgung ist die Waldkiefer sehr anspruchslos. Selbst extreme Verhältnisse schaden ihr nicht. Zu ihren Standorten gehören sowohl nasse Moore als auch sehr trockene Plätze.

Verbreitung

Die anspruchslose und standorttolerante Lichtbaumart hat ihr Verbreitungsgebiet von Spanien und Nordafrika über ganz Europa bis zur polaren Waldgrenze, von West- über Osteuropa sowie weiter ostwärts über Sibirien bis Ostasien und über das nördliche Kleinasien. Die Kiefer ist bis zu einer Höhe von 2000 Meter (Zentralalpen) anzutreffen.