Junge Nordmann-Tanne; Bild: Alexander Leonhard
Junge Nordmann-Tanne; Bild: Alexander Leonhard

Merkmale

  • Höhe: 25 bis 30 Meter, in der Jugend langsamwüchsig
  • Krone: bei jungen Bäumen schmal und kegelförmig, im Alter zunehmend säulenförmig mit spitzer zulaufendem Gipfel; Äste stehen im Mittelteil der Krone dicht und waagerecht; in geschlossenen Beständen bis auf halbe Höhe beastet; bei frei stehenden Exemplaren Beastung bis zum Boden
  • Stamm: gerade und kräftig 
  • Nadeln: starr, nicht stechend, zwei bis drei  Zentimeter Länge, deutlich gefurcht, vorne leicht ausgerandet, auf der Oberseite glänzend dunkelgrün, unterseits hellgrün mit zwei markanten weißen Stomastreifen (Einzahl Stoma, von aus dem Griechischen στόμα stóma „Mund“, auch „Mündung“, „Öffnung“, hier: Spaltöffnungen, durch die der Gasaustausch einer Pflanze erfolgt); Nadelblätter zwischen sechs und sieben Jahren am Baum verbliebend; Nadelstellung abhängig von jeweiliger Position des Zweiges in der Krone; untere, beschattete Zweige zweizeilig ausgestaltete Nadeln, höhere, lichtexponierte Zweige spiralige Anordnung; Triebe mit dachziegelartig angeordneten, sehr dichtstehenden Nadeln  
  • Blüte: aufrecht stehende weibliche Blütenzapfen zuerst grünliche, später rötlich bis bräunliche Färbung, nur in Gipfelregionen älterer Bäume zu finden; zur Reifezeit um die 15 Zentimeter lang und von zylindrischer Form; männliche Blütenzapfen, eiförmig, 10 bis 20 Millimeter lang, rötlich-braune bis rötlich-gelbe Färbung; in den Achseln vorjähriger Nadeln stehend, hauptsächlich im unteren Kronenbereich; Blütezeit von April bis Mai
  • Frucht: keilförmigen Samen, etwa einen Zentimeter groß, braun, zwischen sechs und zehn Millimeter Länge und zwischen fünf bis acht Millimeter Breite; zwei violett oder braun gefärbte Flügel von fast doppelter Größe; zwei Samen je Samenschuppe, diejenigen an der Zapfenbasis meist steril; fast quadratische Deckschuppen; Reifezeit von September bis Oktober 
  • Borke: an den Zweigen dünn, mit grauer bis brauner Färbung; an der Stammbasis dunkelgrau, deutlich dicker als in den anderen Bereichen; am oberen Stamm glatt, gräulich gefärbt; anfangs noch eher ebene Borke, später lattenförmig zerrissen oder fleckig
  • Alter: vieljährige Lebensdauer; Ernte aber meist im Alter zwischen acht und zwölf Jahren
  • Durchmesser: bis zu zweieinhalb Meter

Standortansprüche: Die Nordmann-Tanne ist eine Schattenholzart. Sie verlangt große Bodenfrische, ist kalktolerant und wächst in kühl-feuchtem Klima auf tiefgründigen humosen Lehmböden. In Höhenlagen findet man sie zwischen 900 und 2100 Metern, bevorzugt an Nordhängen. 

Verbreitung: Diese Tannenart ist im westlichen Kaukasus und im Schwarzmeergebirge in der nordöstlichen Türkei beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet bildet aber keine einheitliche Fläche. Zunehmend wird sie auch in anderen Teilen Europas forstlich kultiviert oder als Zier- und Parkbaum angepflanzt. 

Verwendung: Die Nordmann-Tanne hat wegen ihres kleinen Verbreitungsgebietes nur eine geringe wirtschaftliche Bedeutung. Ihr Holz wird zur Herstellung von Zellstoff und Papier verwendet. Da diese Baumart unter strengen Wintern und Spätfrost leidet, wird sie kaum forstlich angebaut. Allerdings wird sie als Parkbaum zunehmend beliebter und avancierte während der letzten Jahre zu einem der beliebtesten Christbaumarten – insbesondere in der Schweiz. Hauptlieferant ist nach wie vor Dänemark. In Mischwäldern eingebracht soll sie diese sturmfester machen.

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