Gesunde Fichte mit voller Benadelung; Bild: Landesforsten
Gesunde Fichte mit voller Benadelung; Bild: Landesforsten
Kurze, spitze Nadeln - typisch für die Fichte; Bild: Sigfried Weiter
Kurze, spitze Nadeln - typisch für die Fichte; Bild: Sigfried Weiter
Vorsicht "Nadelkissen"! - Die Blaufichte: Wunderschöne "Verwandte" der Rotfichte und beliebt als Weihnachtsbaum, aber stachelig; Bild: Sigfried Weiter
Vorsicht "Nadelkissen"! - Die Blaufichte: Wunderschöne "Verwandte" der Rotfichte und beliebt als Weihnachtsbaum, aber stachelig; Bild: Sigfried Weiter
Borke (Rinde) der Fichte. Fachlich ist der Begriff an dieser Stelle nicht ganz richtig, aber volksüblich; Bild: Hansen / Lamour
Borke (Rinde) der Fichte. Fachlich ist der Begriff an dieser Stelle nicht ganz richtig, aber volksüblich; Bild: Hansen / Lamour

Die Fichte (Picea abies), fälschlicherweise auch schon mal als Rot-, Schwarz- oder Pechtanne bezeichnet, gehört zur Gattung „Picea“ und zur übergeordneten Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Andere Namen für Picea abies sind auch Gemeine Fichte oder Rotfichte. Für das Jahr 2017 wurde sie zum Baum des Jahres gekürt.

Höhe: In Abhängigkeit anderer Faktoren, wie Wasser- und Nährstoffversorgung, aber auch der übrigen Standortqualität, kann die Fichte durchaus eine Höhe von 60 Metern erreichen.

Krone: Die Krone der Fichte ist oben „spitz“ und daher schon von weitem deutlich von beispielsweise der Weißtanne (Abies alba) zu unterscheiden, die eher eine „storchennest-artige“ Krone ausbildet. Am unteren Kronenansatz kann der Durchmesser der Krone, je nachdem, ob die Fichte in einem geschlossenen Waldbestand steht oder solitär, bis zu 10 Metern betragen. Eine enge Verwandte, die Serbische Fichte (Picea omorika) ist deutlich schmalkroniger, was insbesondere in Nassschneelagen Astabbrüchen entgegenwirken kann.

Nadeln: Die Nadeln der Fichte sind nichts anderes als eine besondere Form von Blättern, weshalb die Zeile in dem alten Volkslied „O Tannenbaum … wie grün sind deine Blätter“ wissenschaftlich gesehen grundsätzlich nicht falsch ist. In Abgrenzung zu anderen Nadelbaumarten sind die Nadeln der Fichte relativ kurz (ein bis drei Zentimeter) und stechen. Ganz extrem erfährt man diesen „Nadelkissen-effekt“ bei einer nahen Verwandten der gemeinen Fichte, der Blaufichte (Picea pungens). Ein gesunder Nadeljahrgang bleibt bis zu 10 Jahren und, in seltenen Fällen auch noch länger, mit dem Baum verbunden.

Blüte: Die männliche Blüte wechselt je nach Reifegrad von purpurn bis gelblich und entlässt den reifen Pollen bei Wind in manchmal deutlich sichtbaren „Wolken“.

Blütezeit: April bis Juni

Frucht: Der Fichtenzapfen startet stehend auf dem Ast. Mit zunehmender Reife hängt er jedoch meist endständig am Zweig. Im Gegensatz zur Tanne, bei der die Zapfenschuppen einzeln abfallen und die Zapfenspindel aufrecht auf dem Ast zurückbleibt, fallen Fichtenzapfen komplett ab.

Borke: Das Rindenbild wechselt bei der Fichte ebenfalls je nach Alter. Existieren beim sehr jungen Baum sogar noch Nadeln am Stamm, werden diese nach wenigen Jahren ausgedunkelt und abgestoßen. Die Borke ist dann zunächst noch geschlossen und rotbraun, wenn auch relativ rau. Im Alter wechselt sie nach braun und graubraun und wird zur Stammbasis hin zunehmend schuppiger.

Alter: Würde die Fichte nicht genutzt, könnte sie durchaus ein Alter von 600 Jahren erreichen. Ihr jährlicher Zuwachs kulminiert (verflacht) jedoch bereits recht früh, so dass ihre wirtschaftliche Nutzung in den meisten Fällen im Alter 80 bis 160 erfolgt.

Durchmesser: Der wirtschaftlich noch nutzbare Durchmesser ist durch die Bauweise der Sägegatter, Bandsägen oder Zerspanungslinien begrenzt. Aus diesem Grund werden Fichten im Wirtschaftswald oft nicht stärker als 100 Zentimeter. Stärken bis 150 und in seltenen Fällen bis 200 Zentimeter wären über die Lebensdauer erzielbar. Oft genug beginnt aber bereits relativ früh die Zersetzung des Stammes von innen heraus in Form von Rot- bzw. Weiß- oder Braunfäule, die den Baum in der Endphase destabilisiert und die wirtschaftliche Verwertbarkeit des Holzes sehr stark mindert bis untauglich werden lässt.
Dieser Effekt kann zusätzlich durch eine falsche Standortwahl, Beschädigungen des Baumes beziehungsweise der Borke (Eintrittspforten für Pilze), überhöhte Wildbestände und andere Stressfaktoren gefördert werden.

Standort: Die Fichte liebt gut wasserversorgte, sauerstoffreiche Böden. Nicht geeignet sind staunasse, anmoorige und moorige Böden. Zwar wächst die Fichte auch auf diesen Standorten, ist jedoch nicht standfest. Hinsichtlich der Nährstoffversorgung ist die Fichte relativ anspruchslos. Klimatisch bevorzugt sie kontinentales Klima mit kalten Wintern. Picea abies ist ein Verlierer der globalen Erwärmung.

Verbreitung: Die verschiedenen Arten der Gattung Fichte kommen in nahezu der kompletten nördlichen Hemisphäre vor. Picea abies selbst reicht vom nordisch-blatischen Tiefland bis zu den südeuropäisch-alpinen Gebirgsvorkommen.

Verwendung: Fichtenholz ist sehr breit einsetzbar. Aufgrund seiner exzellenten physikalischen und baustatischen Eigenschaften, wird es sehr gern für Dachstühle und im sonstigen Konstruktionsbau verwendet. Aber auch in der Möbelindustrie und im Innenausbau findet das leicht zu bearbeitende Holz breite Verwendung.

 

Weitere Informationen

Fichtensämling, noch mit Samenschote; Bild: Jonathan Fieber
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Ungeeignete Standorte und außergewöhnlich starke Stürme haben in den vergangenen Jahren immer wieder solche Bilder entstehen lassen: Bild: Gellert & Partner
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Durch Braunfäule und Insekten zersetzte Fichte; Bild: Dieter Piroth
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