Nadeln und Knospen der Procera; Bild: Bernd Lischke
Nadeln und Knospen der Procera; Bild: Bernd Lischke

Merkmale

  • Höhe: in den Ursprungsgebieten bis zu 80 Metern 
  • Krone: bei jungen Bäumen eher schlank-kegelförmig, später dann zunehmend säulenförmig; sehr alte Exemplare mit manchmal auffällig breite Krone 
  • Stamm: sehr gerade, walzenförmig
  • Nadeln: vorne stumpf, sehr dicht stehend, recht schlank, an der Oberseite rinneartige Vertiefungen, im Querschnitt von viereckiger Form; Gesamtlänge von circa 25 bis 35 Millimetern; Lebensdauer bis zu zwölf Jahren; deutlich sichtbare Stomabänder an Unter- und Oberseite (Einzahl Stoma, von aus dem Griechischen στόμα stóma „Mund“, auch „Mündung“, „Öffnung“, hier: Spaltöffnungen, durch die der Gasaustausch einer Pflanze erfolgt); Schattennadeln dunkelgrün und kammartig an der Zweigunterseite, in lichtexponierten Baumbereichen blaugrüne Nadelfärbung, dichtgestellt, aufwärtsgerichtet, zweizeilige Anordnung am Zweig  
  • Blüte: männlichen Blüten in größeren Gruppen auf den Unterseiten der jüngeren Zweige, vor allem im oberen Kronenbereich; zuerst auffallend karminrote Färbung, beim Ausstäuben dann eher hellgelb, kugelig, Durchmesser von etwa sechs Millimetern; weibliche Blütenzapfen anfangs eher unscheinbar, gelblich gefärbt, meist einzeln senkrecht stehend auf der Oberseite stärkerer Äste im Innenbereich der Krone; nach Bestäubung Entwicklung der Zapfen zu ansehnlicher Größe von zwölf bis zwanzig mal fünf bis neun Zentimetern; zur Reifezeit hell- bis purpurbraun gefärbt, zylinderförmig mit auffallend langen, herausragenden Fortsätzen der Deckschuppen; Zapfenbildung bei veredelten „Glauca“-Formen schon an sehr jungen Bäumen (ab Wuchshöhe von zwei bis drei Metern); Blütezeit im Mai, in südlicheren Gebieten etwas früher
  • Frucht: zweieinhalb mal drei Zentimeter große Samenschuppen; rötlich brauner Samen, etwa dreizehn mal sechs Millimeter, mit kaum längerem, gelblich hellbraunem Flügel; Samenschuppen überwiegend von grünlichen Deckschuppen überdeckt 
  • Borke: bei jungen Bäumen glatt und silbrig-grau bis schwach rötlich, bei älteren Exemplaren rissig und von grau-brauner Farbe; junge Triebe rötlich-bräunlich und fein behaart.  
  • Alter: bis zu 800 Jahre 
  • Durchmesser:  bis zu zweieinhalb Metern 

Standortansprüche: In ihren Ansprüchen an die Licht-, Luft und Bodenverhältnisse ist die Edel-Tanne als äußerst schwierige Baumart einzustufen. Zu den Lichtholzarten zählend, vertragen junge Exemplare keine länger andauernde Verdunklung durch Gräser, Kräuter oder andere Pflanzen. Auch ältere Bäume gedeihen nur bei voller Sonneneinstrahlung. Ebenso hohe Ansprüche hat dieser Baum an den Feuchtigkeitsgehalt von Luft und Boden. Bei geringer oder regressiver Nässe kann die Edel-Tanne ebenso wenig gedeihen wie auf kalkhaltigem und schwerem, tonreichen Untergrund. Geeignete Standorte zeichnen sich daher durch ziemlich viel Luftfeuchtigkeit sowie durch lockere, tiefgründige und fruchtbare Böden mit guter Wasserversorgung aus. Ansonsten ist die Edel-Tanne zwar etwas spätfrostgefährdet, aber winterhart und  widerstandsfähig selbst bei Temperaturen von -20°C und darunter.

Verbreitung: Die Edel-Tanne kommt im feuchten pazifischen Nordwesten der Vereinigten Staaten vor. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Washington über Oregon bis nach Nordwestkalifornien. In den Küstengebirgswäldern und der Kaskadenkette findet man sie auch in Höhenlagen zwischen 650 und 1700 Metern. In Mitteleuropa ist sie als Parkbaum beliebt, häufig wird die Gartenform „Glauca“ angebaut.

Verwendung: Die Edel-Tanne wird in Europa kaum forstlich kultiviert, sondern eher in Gärten und Parks angepflanzt. Am häufigsten in Form der gärtnerisch als Silber-Tanne bezeichneten Variante. Aufgrund der langen Haltbarkeit ihrer Nadeln ist die Edel-Tanne in der Advents- und Weihnachtszeit die weitaus am häufigsten genutzte Schmuckgrünart und wird als Christbaum angebaut. Das Holz der Edel-Tanne ist leicht zu bearbeiten und eignet sich gut als Bau- und Konstruktionsholz, das vor allem in Japan sehr begehrt ist.

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