Junge Bergahornblätter im Frühling; Bild: Annais Robin
Junge Bergahornblätter im Frühling; Bild: Annais Robin

Merkmale

  • Höhe: erreicht eine Höhe von 30 bis 40 Metern; Entwicklung im Freistand besonders gut
  • Krone: regelmäßig und hoch gewölbt
  • Stamm: gerade und kräftig gewachsen
  • Blätter: alle gegenständig, derb, langstielig, meist fünf Blattlappen – davon die vorderen ungefähr gleich groß und deutlich größer als die unteren; Blattränder unregelmäßig stark gezähnt, zwischen den Lappen tief eingeschnitten; Blattgröße in Länge und Breite jeweils etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter; feine Behaarung auf den größeren Blattnerven; Oberseite der Blätter von matt-dunkelgrüner Färbung, Unterseite etwas heller graugrün; Herbstfärbung goldgelb
  • Blüte: eigentlich einhäusig, eingeschlechtig, aber teilweise zwittrig; zahlreich, gelblich-grüne Färbung, in endständigen, hängenden, traubenartigen Rispen, etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter lang; Blütenentwicklung mit oder kurz nach der Laubentfaltung; Blütezeit von April bis Mai.
  • Frucht: winzige, kugelförmige, grün-bräunliche Nüsschen mit zwei zueinander fast rechtwinklig angeordneten Flügeln; typische Schraubenflieger, d.h. Verbreitung erfolgt bei geeignetem Wind propeller-ähnlich mit bis zu 16 Umdrehungen pro Sekunde, Flugweite manchmal bis zu 100 Metern
  • Borke: bei jungen Bäumen hellbraun-grau und glatt, später dunkelgrau, mit fortgeschrittenem Alter Borkenbildung, mit flachen, großen, abblätternden Schuppen, ähnlich der Platane (daher die botanische Namensgebung: pseudoplatanus)
  • Alter: über 500 Jahre
  • Durchmesser: bis zu zwei Metern bei älteren Exemplaren

Standort: Wie der Name es bereits andeutet, ist der Berg-Ahorn ein wichtiger Waldbaum in Buchenmischwäldern der Gebirge und auch oft bis zur Baumgrenze vertreten. Er liebt kühle, feuchte Luft und frischen, sehr mineralhaltigen, lockeren Boden. Auch auf ausreichend feuchten Geröllböden wächst diese Baumart gut. In den Ebenen ist er eher selten zu finden. Junge Exemplare des Berg-Ahorn haben nur einen mäßigen Bedarf an Licht, ältere allerdings brauchen viel Helligkeit und Sonne.

Verbreitung: Der Berg-Ahorn ist in Europa und Westasien heimisch. In Mitteleuropa ist er die häufigste Ahornart. Da er das kühl-feuchte Bergklima liebt, ist er hauptsächlich in den süd- und mitteleuropäischen Gebirgen in Höhen zwischen etwa 900 und 1300 Metern heimisch; in den Hochgebirgen (z.B. Nord- und Zentralalpen) auch in 1600 Metern Höhe. Der Berg-Ahorn wächst aber auch im Hügelland und in den sogenannten Schluchtenwäldern. In Nordeuropa und auf den Britischen Inseln gibt es keine natürlichen Vorkommen des Berg-Ahorns, er wird aber oft kultiviert und kommt dann auch verwildert vor.

Verwendung: Aufgrund seiner großen schattenspendenden Blätter ist der Berg-Ahorn heute ein gern gesehener Allee-, Garten- und Parkbaum und bietet an Straßen einen relativ guten Lärmschutz. Das Holz des Berg-Ahorn ist hart, aber gut zu bearbeiten und wird zu den Edellaubhölzern gezählt. Qualitativ hochwertige Stämme sind wertvoll und können hohe Preise erzielen. Da wenig witterungsbeständig, wird das Holz vor allem zum Herstellen von Möbeln und für Parkettböden verwendet, aber auch als Klangholz für Musikinstrumente. Die Blüten des Berg-Ahorn ziehen im Frühling Bienen an und der gewonnene Honig ist sehr hochwertig.