Die Bürgerinnen und Bürger von Gemeinden fühlen häufig eine innige Verbundenheit  mit ihrem Wald; Bild: Claudia Lemmen
Die Bürgerinnen und Bürger von Gemeinden fühlen häufig eine innige Verbundenheit mit ihrem Wald; Bild: Claudia Lemmen

Der größte Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz sind die Kommunen. Der hohe Gemeindewaldanteil von 47 Prozent stellt eine Besonderheit in Deutschland dar. Im Bundesdurchschnitt umfasst der Kommunalwald nur 20 Prozent der Waldfläche. Der hohe Gemeindewaldanteil in Rheinland-Pfalz geht auf Fränkische Siedlungen und die sogenannte "Allmende" als Gemeineigentum zurück. Vor allem im Norden von Rheinland-Pfalz konnten die Gemeinden ihr Eigentum bewahren. 

2001 Gemeinden und 302 sonstige Körperschaften besitzen zusammen eine Waldfläche (forstliche Betriebsfläche) von 406.655 Hektar. Damit liegt die durchschnittliche Größe bei 177 Hektar je Gemeinde oder Stadt.

Zielsetzung der kommunalen Forstbetriebe ist zum einen die klassische Forstwirtschaft aber auch die Erfüllung kommunaler Aufgaben wie die Wasserversorgung oder den Arten- und Biotopschutz.

Anzahl der Gemeinden je Betriebsgröße

Betriebsgröße in Hektar Gemeinden
0,1 bis 20 330
größer 20 bis 100 564
größer 100 bis 200 519
größer 200 bis 500 428
größer 500 bis 1000 124
größer 1000 36

Landesforsten unterstützt als Dienstleister die Gemeinden und Städte bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder. Die staatlichen Forstbeamten arbeiten im Kommunalwald nach den Zielsetzungen der Eigentümer (Gemeinde oder Stadt). In enger Zusammenarbeit zwischen dem Forstamt und den Vertretern der Gemeinden und Städte werden die Ziele für den jeweiligen Betrieb jedes Jahr vereinbart. Dabei wird ein Jahresplan in der Regel in einer Ratssitzung und einem Waldbegang abgestimmt. 

Nach Beschluss der Jahresplanung im Gemeinde- oder Stadtrat führt das Forstamt die Maßnahmen im Rahmen der Zielsetzung mit eigenen Mitarbeitern oder den Mitarbeitern der Kommune durch. Am Ende eines jeden Wirtschaftsjahres legt das Forstamt den Vertretern der Gemeinde gegenüber Rechenschaft ab. Für diese Dienstleistung von Landesforsten zahlen die Gemeinden einen auf den Hektar Waldfläche bezogenen Beitrag, der für 2001 bei 47,78 Euro liegt oder alternativ bei 40.085,28 Euro je betreuendem Förster oder Försterin. 

* Der "Kommunalwald" enthält auch gemeinschaftlichen Waldbesitz sogenannter übriger Körperschaften, wie zum Beispiel Haubergsgenossenschaften, Gehöferschaften.