Das Wildtier des Jahres – Die Haselmaus

Mäuse sind allgegenwärtig, jedes Kind hat irgendwo schon einmal eine Maus gesehen. Warum wählt die Schutzgemeinschaft deutsches Wild die Haselmaus zum Tier des Jahres?

Vielleicht weil Sie gar keine Maus ist. Rein äußerlich sieht das daumengroße putzige Geschöpf zwar aus wie eine Maus, ist aber gar keine. Sie ist ebenfalls ein Nagetier, gehört aber  zu den Bilchen, ist also mit dem Siebenschläfer verwandt.

Haselmäuse hat kaum jemand zu Gesicht bekommen. Das liegt v.a. an deren Lebensweise, sie sind nachtaktiv, klein, leise und meist im dichten Gebüsch unterwegs.

Zum Wildtier des Jahres hat man die Haselmaus gewählt, weil sie definitiv in ihrem Bestand bedroht ist. Und weil sie klammheimlich lebt, bemerkt man das kaum.

Wichtig zum Erhalt der Haselmaus sind strukturreiche Wälder und Gehölze mit vielen verschiedenen Baum- und Straucharten. Der Speiseplan der Haselmaus ist abwechslungsreich. Monotone Landschaften können sie nicht ernähren. Zweige, Knospen, Blütenpollen, Beeren; Nüsse, aber auch Insekten  werden verzehrt.

Eine der Lieblingsspeisen scheint die Haselnuss zu sein. Anhand der speziellen Art diese Nüsse zu öffnen lassen sich Haselmäuse eindeutig nachweisen.Sie nagen zunächst ein kleines Loch in die Nuss und erweitern dann dieses Loch kreisförmig, indem sie dieses nach außen erweitern. Die Fraßspuen sind an der Außenkante des Loches deutlich zu sehen. Eichhörnchen brechen die Nüsse auf, sodass gar keine Zahnspuren zu sehen sind.  Haselnüsse die von Mäusen aufgenagt wurden zeigen Zahnspuren die senkrecht zur Öffnung zu sehen sind, bei Haselmäusen sind die Zahnspuren parallel oder schräg zur Öffnung. Klingt kompliziert, ist aber mit etwas Erfahrung recht einfach.

Der Nabu lädt jedes Jahr im Herbst zur sogenannten Nussjagd ein. Schulklassen sammeln Haselnüsse mit Fraßspuren, analysieren diese und senden das Ergebnis ein. Daraus lässt sich die Verbreitung der Haselmau , die Bestandesentwicklung und eben auch die Gefährdung ablesen. Auch mit den Waldpädagogen  der Rucksackschule kann man im Herbst auf Tierspurensuche speziell auch nach der Haselmaus gehen. In den naturnahen Wälder in Rheinland- Pfalz kommen definitiv Haselmäuse noch vor.

Bei der Waldbewirtschaftung sorgen abwechslungsreiche Wälder mit artenreicher Strauchschicht für den Erhalt des kleinen Nagetieres. Wo nach einer Durchforstung Licht auf den Boden fällt keimen Sträucher und Kräuter und es entsteht ein vielfältiger Wald.

Insbesondere Waldrändern kommt eine hohe ökologische Bedeutung zu. Stufig müssen sie sein, mit breiter, artenreicher  Strauchschicht und einer Übergangszone zum inneren Waldbestand mit möglichst vielen früchtetragenden auch selteneren Bäumen.

Daran arbeiten die Förster, auch damit das kleine knopfäugige Tier auch in Zukunft ein Zuhause hat!

 

Kontakt:

Forstamt Pfälzer Rheinauen
Volker Westermann
Förster für Waldinformation, Umweltbildung und Walderleben
Am Hasenspiel 33
76756 Bellheim
0152 28851037
E-Mail: rucksackschule.speyer@wald-rlp.de