Zur Nutzung der Holzvorrräte benötigt man Informationen; Foto: I. Lamour
Zur Nutzung der Holzvorrräte benötigt man Informationen; Foto: I. Lamour

Die Privatwaldbetreuung ist ein komplexes Arbeitsfeld, das bisher ohne spezielle informationstechnische Unterstützung bedient werden musste. Die software- und datenbankgestützte Verarbeitung und Dokumentation von Wald- und Waldbesitzerdaten zur Vorbereitung, Durchführung und Abrechnung von (Einschlags-) maßnahmen im Privatwald, insbesondere im Kleinprivatwald, lässt sich als ein Privatwaldinformationssystem (PWIS)   bezeichnen. In einem PWIS werden Geodaten, Natural- und Wirtschaftsdaten verarbeitet (siehe Regiowood Aktion 1.1 Holzmobilisierung). Kern des PWIS ist der Waldbesitzer und seine Fläche. Diese Daten sind in einer Datenbank abgelegt, werden ständig aktualisiert.

Unterteilt wird das Privatwaldinformationssystem konzeptionell in

  • Teil 1  mit den Modulen „Waldort-Info“ und „Flurstück-Info“ (Sachdaten zum Waldort oder Flurstück inklusive der notwendigen Funktionalitäten) und
  • Teil 2 mit der Privatwalddatenbank zur Verarbeitung und Speicherung der Daten.

Die Sachdaten der Privatwaldinventur werden mit der kartographischen Darstellung der Waldorte verknüpft  (Modul „Waldort- Info“): Durch Anklicken des Waldortes sind die Inventurergebnisse der Privatwaldinventur lesbar und über einen speziellen Filter können Abfragen auf der P W I- Datenbank erfolgen. Die Abfrageergebnisse sind wiederum im Luftbild anzeigbar.

Dem Flurstück werden die Informationen der automatischen Liegenschaftskarte (ALK) und des automatischen Liegenschaftsbuches (ALB) zugeordnet (Modul „Flurstück-Info“). Durch Anklicken des Flurstückes sind die Sachdaten lesbar und über einen speziellen Filter können Abfragen auf der ALK/ ALB Datenbank erfolgen. Die Abfrageergebnisse sind wiederum im Luftbild anzeigbar. Die Funktionen „Auswahl, Multiselektion, Filtern, Sortieren“ sowie die Möglichkeiten der Verschneidung und des Datenexports lassen vielseitige Anwendungen zu.
In kürzester Zeit können so die zu einem Bewirtschaftungsblock passenden Flächen in einer Flurstücksliste inklusive der Eigentümerangaben zusammengestellt werden.

Durch die angestrebte Verortung der Parzellen mittels GPS besteht auch die Möglichkeit zum Auffinden von Parzellen im Rahmen der Planung oder der Erstansprache der Waldbesitzenden. Betreuungsförster können somit über Waldorte und Anfahrtswege in Form von Datenpunkten kommunizieren und den Abstimmungsaufwand bei der Durchführung und Kontrolle von Erntemaßnahmen reduzieren.

Darauf aufbauend ist vorgesehen, die gewonnenen Flurstücks- und Eigentümerinformationen gemeinsam mit weiteren Angaben zum Waldbesitzer und Wald in einer Kartei zu erfassen. Dies soll für die Privatwaldbetreuung sicherstellen, dass einmal mühsam erarbeitete Daten – sei es die Telefonnummer oder die Bankverbindung – nicht verloren gehen. Außerdem können nach forstlichem Standard zu jedem Waldbesitz Planungs- und Vollzugsdaten erfasst werden. Bei der Entwicklung und Umsetzung dieses Privatwaldinformationssystems durch Landesforsten besteht eine Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen GmbH www.wald-wird-mobil.de , die auf eine gemeinsame Initiative der thüringischen Forstverwaltung und Sägeindustrie zurück geht. Hier bereits geschaffene Lösungen können und sollen in das rheinland-pfälzische Konzept integriert werden. Die Entwicklung dieses umfassenden Privatwaldinformationssystems (PWIS) wird Landesforsten unter anderem als Beitrag im Interreg IV -Projekt. Regiowood www.regiowood.wald-rlp.de umsetzen.