Kleinprivatwaldbetreuung in Rheinland-Pfalz heißt, sich auf  den 150.000 Hektar  Waldbesitz zu bewegen, der durchschnittlich kleiner als 0,5 Hektar ist. Das Suchen von Parzellen, Grenzen und Eigentümern ist Alltagsgeschäft der Mitarbeiter. Selbst vielen Waldbesitzern ist die Lage ihrer Parzelle oder der genaue Grenzverlauf unklar. Hinzu kommt, dass im Privatwald zahlreiche Grenzen nicht versteint sind. Wie im regelmäßig bewirtschafteten Forstbetrieb die Forsteinrichtung mit entsprechenden Kartenunterlagen zum selbstverständlichen Handwerkszeug eines Revierleiters gehört, muss dies in Zukunft die Privatwaldinventur mit dem Privatwaldinformationssystem für den Privatwald-Betreuer werden. Dabei spielt im Kleinprivatwald die Flächensuche und –zuordnung eine noch viel größere Rolle aufgrund des Splitterbesitzes, der Gemengelage und der unklaren Grenzverläufe.

Egal ob eine allgemeine Beratung, eine Eigentümeransprache zur Holzmobilisierung, eine Aufforderung zur Käferholzbeseitigung, ein gemeinsamer Wegebau, eine Waldbewertung oder eine Nachbarnsuche erfolgen soll,  es müssen immer Parzellen und Eigentümer identifiziert  und gefunden werden. Dabei ist es beliebig, ob zuerst der Kontakt zum Waldbesitzer besteht und daraufhin die Parzelle gesucht wird, oder umgekehrt (zum Beispiel Käfernest entdeckt).

Ein Privatwald-Betreuer in einem 3500 Hektar-Revier hat also durchaus mit mehreren Tausend Parzellen und Eigentümern – ohne Berücksichtigung von Erbengemeinschaften - zu tun.

Ein effektiver Personaleinsatz kann hier nur bedeuten, dass die Mitarbeiter in Zukunft mobil auf die (PWI und) PWIS- Daten (ALK, ALB, PW- Datenbank)  zugreifen und diese auch bearbeiten  können.  Dies verknüpft mit GPS Einsatz (mit einem Genauigkeitsbereich bis cirka einem Meter) ermöglicht  dem Mitarbeiter eine Navigation im Gelände, eine Verortung der Parzellen und eine hinreichend genaues Auffinden von Grenzen.