Ein Erscheinungsbild im Wald kann der Verbiss von Knospen und Zweigen oder der Fegeschaden sein. Letzterer entsteht, wenn der Bock den Bast nach Abschluss des Gehörnwachstums abscheuert.; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz
Ein Erscheinungsbild im Wald kann der Verbiss von Knospen und Zweigen oder der Fegeschaden sein. Letzterer entsteht, wenn der Bock den Bast nach Abschluss des Gehörnwachstums abscheuert.; Bild: Archiv Landesforsten Rheinland-Pfalz

Wildverbiss
Reh- und Rotwild leben zu einem gewissen Teil vom Verbiss der Forstpflanzen. Dies wird problematisch, wenn es nicht gelingt, die dem Wald angepasste Wilddichte zu erreichen. Der Aufbau naturnaher Wälder ist ohne Jagd gefährdet.
Zäune verunstalten den Wald. Der Zeit- und Kostenaufwand für solche Schutzmaßnahmen ist enorm hoch.

Schälschaden
Rotwild kann besonderen Schaden verursachen, da es nicht nur die Terminalknospe junger Forstpflanzen verbeißt, sondern auch ältere Bäume durch Abschälen der Rinde sehr stark im Wert mindern kann. Diese Rindenverletzungen bringen nicht nur Vitalitäts- und Zuwachsverluste mit sich, sondern schaffen auch Eintrittspforten für Pilze und Bakterien.

Die Jagd - Lebensversicherung für junge Waldbäume
Die Gefährdung junger Bäume durch Rehe in den Wäldern des Landes nimmt ab. Die landesweiten Ergebnisse der “waldbaulichen Gutachten 1999” lassen für die Wälder einen deutlich positiven Trend in der Belastung durch Wildschäden erkennen. Ursache für diese erfreuliche Entwicklung ist vor allem eine intensive Bejagung des nach wie vor hohen Rehwildbestandes sowie die Verbesserung des natürlichen Futterangebotes in den Wäldern.
Die Ergebnisse sind jedoch noch kein Anlass zur Entwarnung. Bezogen auf die von den Forstämtern untersuchte Fläche von drei Vierteln des Gesamtwaldes (etwa 600.000 Hektar) bestehen auf 60 Prozent eine Gefährdung der waldbaulichen Betriebsziele durch Rehwild und auf 46 Prozent eine Gefährdung durch Rotwild.
Die Ergebnisse sind in solchen staatlichen Jagdbezirken, in denen die Landesforsten die Jagd selbst organisieren und mit privaten Jägerinnen und Jägern durchführen, besonders gut. Hier haben die Waldflächen, die keine Gefährdung durch Rehwild aufweisen, um 18 Prozent zugenommen.
Diese positive Entwicklung der waldbaulichen Gutachten ist den ernsthaften und zielführenden Bemühungen der Jägerschaft in Rheinland-Pfalz, den geänderten und damit dem Wild mehr Nahrung bietenden waldbaulichen Verhältnissen sowie nicht zuletzt den durch Landtag und Landesregierung konsequent ausgerichteten Vorschriften, Regelungen und Rahmenbedingungen für die Jagd zu verdanken. So ist die durchschnittliche Jahresjagdstrecke in den 90er Jahren im Vergleich zu den 80er Jahren bei Rehwild um über 10.000 Stück (etwa 15 Prozent) und bei Rotwild um rund 1.000 Stück (etwa 20 Prozent) angewachsen. Die ökologisch orientierte Waldentwicklung wird insbesondere nach den katastrophalen Sturmschäden aus dem Jahr 1990 konsequent in allen Waldbesitzarten von den Forstleuten umgesetzt. Die Grundeigentümerinnen und Grundstückseigentümer wirken verstärkt unter anderem durch einen informierten Dialog, aber auch durch Vereinbarungen in den Jagdpachtverträgen auf eine entsprechende Jagdnutzung hin.

Die im Jahr 2000 von der Landesregierung beschlossene Ausdehnung der Jagdzeiten beim Rehwild wird für noch bessere Rahmenbedingungen sorgen.
Es ist entscheidend für eine durchgreifende und nachhaltige Entschärfung bestehender Ungleichgewichte von Wald und Wild örtlich differenzierte Lösungsstrategie zu erarbeiten. Dabei müssen Grundeigentümerinnen und Grundstückseigentümer , Jagende, Jagd- und Forstbehörden verstärkt zusammenarbeiten.