Die Jagd in Rheinland-Pfalz hat durch die günstigen landschaftlichen und naturgegebenen Voraussetzungen - großflächige Waldgebiete und weiträumige, landwirtschaftlich genutzte Flächen - seit jeher eine besondere Bedeutung. Somit gilt auch der größten in Rheinland-Pfalz vorkommenden Wildart, dem Rotwild, ein starkes Interesse.

Die günstigen landschaftlichen Voraussetzung bergen jedoch auch ein Konfliktpotenzial. Zur Vermeidung von Wildschäden im Wald und in den landwirtschaftlichen Fluren darf Rotwild nur innerhalb gesonderter abgegrenzter Bezirke bewirtschaftet werden (Bewirtschaftungsbezirke für Rotwild). Innerhalb dieser Bewirtschaftungsbezirke bilden die jagdausübungsberechtigten Personen für mehrere zusammenhängenden Jagdbezirke Hegegemeinschaften.

Aufgabe der Hegegemeinschaften ist es, die jagdbezirksübergreifende Bejagung und Hege dieser Wildart mit großräumiger Lebensweise nach einheitlichen Grundsätzen zu gewährleisten.

Die Jagdausübungsberechtigten und die Jagdbehörden in Rheinland-Pfalz wollen Garant für eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung des Rotwildes in Rheinland-Pfalz sein. Das zuständige Ministerium hatte sich daher schon bereits im Jahr 2007 mit dem Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e. V. auf gemeinsame Empfehlungen für eine "Verantwortungsvolle Bewirtschaftung des Rotwildes in Rheinland-Pfalz" (aktualisierte Fassung 2016) verständigt.

Die Handlungsempfehlungen sind seitens der Jagdverwaltung weitestgehend umgesetzt.

Zentrale Maßnahme war die Etablierung der Rotwild-Hegegemeinschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts. Damit sind die Rotwild-Hegegemeinschaften nunmehr in der Lage,

  • die Jagdausübungsberechtigten zur Mitarbeit zu verpflichten
  • den körperlichen Nachweis des erlegten Rotwildes einzufordern
  • Gesamtabschusspläne für die Hegegemeinschaften zu erstellen und auf ihre Erfüllung hinzuwirken
  • Konzepte und Maßnahmen, die den Lebensraum verbessern, zu erarbeiten und zu koordinieren
  • sich an Planungen zu beteiligen
  • Fütterungsnotpläne zu erarbeiten
  • sich für eine Diskussion mit anderen gesellschaftlichen Gruppen zu öffnen.

Mit Unterstützung der Hegegemeinschaften sind die Jagdausübungsberechtigten in vielen Regionen von Rheinland-Pfalz gefordert, als zentrale Aufgabe eines Rotwildmanagements

  • die Rotwildbestände an die vorhandene Lebensraumkapazität anzupassen und im Rahmen dessen
  • die gewünschte Geschlechterstruktur und
  • die gewünschte Altersstruktur

herbeizuführen. Dabei hat die Vermeidung von Wildschäden Vorrang vor der zahlenmäßigen Hege des Rotwildes.

Zur Feststellung der Beeinträchtigung der berechtigten Ansprüche der Forstwirtschaft auf Schutz gegen Wildschäden erstellen die unteren Forstbehörden regelmäßig Stellungnahmen zum Einfluss des Schalenwildes auf das waldbauliche Betriebsziel. Bei Gefährdung oder erheblicher Gefährdung des waldbaulichen Betriebsziels müssen die Hegegemeinschaften handeln und den Abschuss gegenüber den bisherigen Festlegungen erhöhen.

Ergebnisauswertung der Forstfachlichen Stellungnahmen in den Rotwild-Hegegemeinschaften -

Einfluss auf das waldbauliche Betriebsziel

Ergebnisauswertung der Forstfachlichen Stellungnahmen in den Rotwild-Hegegemeinschaften; Bild: MUEEF
Ergebnisauswertung der Forstfachlichen Stellungnahmen in den Rotwild-Hegegemeinschaften; Bild: MUEEF

Die Jagdpolitik in Rheinland-Pfalz sieht es als eine ihrer Aufgabe an, Hilfestellungen anzubieten und die Hegegemeinschaft hinsichtlich der Erreichung der Ziele zu unterstützen.

Hierzu folgende Veröffentlichungen (öffnen durch Klicken):