Rettungspunkte sind Anfahrpunkte bei Unfällen, die sich bei gefährlichen Waldarbeiten ereignen, zum Auffinden von Personen, die im Wald verunglückt sind oder sich verlaufen haben. Sie können in lebensbedrohlichen Situationen eine lebensrettende Funktion entwickeln.

Landesforsten Rheinland-Pfalz hat vor mehr als 15 Jahren durch Einrichtung von Rettungspunkten im Wald als erstes Bundesland flächendeckend ein betriebliches Rettungssystem (die sogenannte Rettungskette-Forst) aufgebaut.

Landesforsten verwaltet in den Waldgebieten die Rettungspunkte aller Waldbesitzarten, auch des Großprivatwaldes.  Es ist ganz und gar nicht selbstverständlich, dass sich zeitgleich auch die nichtstaatlichen Waldbesitzarten einem Rettungssystem anschließen. Das dies so gelungen ist,  ist u.a. auch Verdienst des rheinland-pfälzischen Gemeinschaftsforstamtes.

Von Mitte 2013 bis Ende 2014 wurden durch die Forstämter landesweit alle Rettungspunkte überprüft, deren Erreichbarkeit und Verteilung optimiert. Nicht mehr notwendige Rettungspunkte wurden ausgesondert, andere in ihrer bisherigen Lage geringfügig korrigiert,  neue Rettungspunkte eingerichtet.

Seit 2015 ist nun jeder Rettungspunkt im Wald beschildert. Im Ergebnis stehen nach Abschluss der Qualitätssicherungsarbeiten in den rheinland-pfälzischen Wäldern 12.500  Rettungspunkte als Anlaufstellen und Orientierungspunkte für Rettungen im Wald zur Verfügung.

In Rheinland-Pfalz haben die Rettungspunkte der Landesforsten immer das gleiche Aussehen. Die Rettungspunkt-Nummer ist 7- stellig, bestehend aus der 4 Ziffern umfassenden vorangestellten Nummer der topographischen Karte im Maßstab 1:25000 sowie aus der eigentlichen Rettungspunktnummer, die  3 stellig ist. Dadurch wird sicher gestellt, dass jeder Rettungspunkt auf der jeweiligen topographischen Karte nur einmal auftritt.

Rettungspunkt als Anfahrpunkt für Rettungsfahrzeuge, grünes Schild mit weißem Kreuz, die neuen Schilder verfügen unter der Rettungspunktnummer über die Notrufnummer 112; Bild: Jürgen Weis
Rettungspunkt als Anfahrpunkt für Rettungsfahrzeuge, grünes Schild mit weißem Kreuz, die neuen Schilder verfügen unter der Rettungspunktnummer über die Notrufnummer 112; Bild: Jürgen Weis

Auch im Bereich der Landesgrenzen zum Saarland wurde durch eine länderübergreifende Abstimmung die Eineindeutigkeit der Rettungspunktnummer und somit deren Unverwechselbarkeit bei Einsätzen der Rettungskräfte sicher gestellt.

Jeder Rettungspunkt ist den 8 Rettungsleitstellen des Landes bekannt und wird bei einem eingehenden Notruf sofort bezüglich seiner Lage identifiziert. Der Disponent in der Einsatzzentrale übermittelt  digital den Rettungspunkt und die dazugehörigen GPS-Koordinaten an das vom Rettungspunkt nächst stationierte und verfügbare Einsatzfahrzeug. Das Rettungsfahrzeug wird dann u.a. durch die Einsatzzentrale per GPS an den Anfahrpunkt geleitet. Bei betrieblichen Unfällen übernimmt ein ortskundiger Lotse das Einsatzfahrzeug und begleitet es vom Anfahrpunkt zum Unfallort.

Bei der Auswahl der Rettungspunkte wurde darauf geachtet, dass in der Mehrzahl der Fälle  Mobilfunkempfang besteht und dass sich die Rettungspunkte unmittelbar an befahrbaren Waldwegen bzw. an öffentlichen Straßen, die in Waldwege einmünden, befinden. Obwohl die Rettungsfahrzeuge im Regelfall nicht geländegängig sind, können unter normalen Voraussetzungen die Rettungsfahrzeuge die Rettungspunkte somit erreichen. 

Dennoch kann Landesforsten nicht garantieren, dass jeder ausgewiesene Rettungspunkt ganzjährig angefahren werden kann. Dies ist zum Beispiel dann nicht der Fall, wenn Holzerntearbeiten den direkten Weg zu Rettungspunkten zeitweise versperren,  Starkregenereignisse Wegeabschnitte unbefahrbar gemacht haben oder durch Windwurf Bäume über den Weg gefallen sind.

Daher übernehmen die Waldbesitzer auch keine Haftung (siehe Haftungsausschluss) für die permanente und direkte Erreichbarkeit der Rettungspunkte.

Auch bei Waldbränden, Unfällen bei der Jagd und bei anderen Freizeitaktivitäten im Wald helfen Rettungspunkte zur Orientierung und Steuerung der Einsatzkräfte. 

Sofern Sie wünschen, dass im Wald weitere Rettungspunkte neu eingerichtet werden, muss dies beantragt werden. Bitte beachten Sie, dass es  im Falle einer Genehmigung zu einem Vertragsabschluss über das Aufstellen der Schilder kommt. Der bzw. die  Antragsteller/in hat die Kosten der Schilder zu tragen und muss selbst für die Schilderanbringung sowie für die laufende Unterhaltung (Freischneiden) sorgen. Es fallen Kosten und Gebühren an, die u.a. die IT technische Einbindung und Weitergabe an die Rettungsleitstellen sowie die Abbaukosten mit einschließen. Bitte wenden Sie sich in diesem Fall per E-Mail an den zuständigen Landesbeauftragten für Rettungspunkte im Wald.