Hannß Carl von Carlowitz; Bild: DFWR, gemeinfrei
Hannß Carl von Carlowitz; Bild: DFWR, gemeinfrei

Hans Carl von Carlowitz - Der Urvater der Nachhaltigkeit

Name: Hans (Hannß) Carl von Carlowitz
Geboren:14.12.1645
Verstorben: 03.03.1714
Geburtsort: Schloss Rabenstein bei Chemnitz
Familie: Zweiter Sohn von Georg Carl von Carlowitz, Oberforst- und Landjägermeister Hans Carl von Carlowitz heiratet Ursula Margarethe von Bose; aus der Ehe gehen drei Töchter hervor
Karriere:

  • 1666          Studienbeginn: Naturwissenschaft, Sprachen und Jura
  • 1660–1667 Grande Tour durch Europa
  • Ab 1972     Unterstützt Vater bei Amtsgeschäften als Amtshauptmann und Landjägermeister
  • 1677          Unterstützung Vater bei Böhmischer Grenzvermessung
  • 1679          Ernennung kursächsischer Vize-Berghauptmann
  • 1680          Übernahme Gut Arnsdorf
  • 1709          Kursächsischer Kammer- und Bergrat
  • 1711          Oberberghauptmann, einer der wichtigsten Staatsdiener August des Starken
  • 1713         Ostermesse in Leipzig: Erstmaliges Erscheinen der Sylvicultura Oeconomica

Sylivicultura Oeconomica

Anweisung zur Wilden Baumzucht; Bild: DFWR, gemeinfrei
Anweisung zur Wilden Baumzucht; Bild: DFWR, gemeinfrei

In seinen 30 Jahren als Vize-Berghauptmann wird Hans Carl von Carlowitz immer wieder mit Naturkatastrophen wie Stürme, Borkenkäferkalamitäten und Dürren konfrontiert. Vor allem aber der anhaltende Raubbau am Wald durch den Bergbau und den Bevölkerungsanstieg gaben Carlowitz Anlass sich Gedanken über eine dauerhafte Holzversorgung zu machen. Weit gereist und reich an Erfahrung verfasst er sein Meisterwerk „Sylvicultura Oeconomica“ oder „Haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur Wilden Baumzucht“. Darin formulierte er erstmals das Gebot: Es sollte nur so viel Holz geschlagen werden, wie durch planmäßige Aufforstung wieder nachwachsen kann!
„Wird derhalben die größte Kunst, Wissenschaft, Fleiß und Einrichtung hiesiger  Lande darinnen beruhen, wie eine sothane Conservation und Anbau des Holzes anzustellen, dass es eine kontinuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe, weil es eine unentbehrliche Sache ist, ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag.“ (S. 105–106 Sylvicultura Oeconomica)
Mit diesem Werk wird Hans Carl von Carlowitz zum Vordenker seiner Zeit. Er schaffte die  Grundlage für die forstliche Nachhaltigkeit. Seither ist sie Leitbild und Ehrenkodex von Landeforsten und allen Forstbetrieben.
Seine Wortschöpfung machte Karriere und hat sich in den letzten Jahrzehnten weltweit etabliert und wird als gesellschaftliches Leitbild hoch geschätzt .

Carlowitz' Erbe

Logo: https://tu-freiberg.de
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Die TU Bergakademie Freiberg verleiht jährlich den Hans-Carl-von-Carlowitz-Preis für herausragende Leistungen im Bereich der Umweltforschung. Der Preis würdigt herausragende und zukunftsweisende Arbeiten von Studenten und Nachwuchswissenschaftlern.

Logo: www.carlowitz-gesellschaft.de
Logo: www.carlowitz-gesellschaft.de

Die „Sächsische Hans-Carl-von-Carlowitz-Gesellschaft zur Förderung der Nachhaltigkeit“ mit Sitz in Chemnitz sieht ihre Hauptaufgabe in der Erhaltung und Weitergabe des Nachhaltigkeitsgedankens.