Jeder spricht darüber, wenige wissen, was das Wort eigentlich bedeutet und wir Förster finden es modern – seit 300 Jahren. Die Rede ist von der Nachhaltigkeit.
Heute verstehen wir unter Nachhaltigkeit nicht mehr nur, dass für jeden gefällten Baum ein neuer heranwachsen muss. Wir sind beim Dreiklang der Nachhaltigkeit angekommen. Wir nutzen den Wald, wir schützen das Ökosystem Wald und wir sorgen dafür, dass Sie sich im Wald erholen können.

Dreiklang der Forstwirtschaft: Ökonomisch, sozial und ökologisch; Bilder: Hermann Dörre, Siegfried Weiter, Richard Hansen
Dreiklang der Forstwirtschaft: Ökonomisch, sozial und ökologisch; Bilder: Hermann Dörre, Siegfried Weiter, Richard Hansen

Geboren wurde das Wort 1713 in Sachsen. Man muss sich ein Land vorstellen, dass weitestgehend ohne Bäume war. Von den Römern noch gefürchtet musste der tiefe dunkle Wald der alten Germanen immer mehr dem Energiehunger und dem Platzbedarf der stetig wachsenden Bevölkerung im damaligen Deutschland weichen. Ackerflächen wurde gerodet, Häuser aus Holz gebaut, das Vieh zur Nahrungssuche in den Wald getrieben, die Kamine und Feuerstellen mit Holz betrieben. Aber nicht nur die kleinen Haushalte benötigten den Wald als Rohstofflieferanten. Die königliche Flotte bestand aus Holz und auch die Herstellung des wichtigen Eisenerzes funktionierte nicht ohne Energie. Diese Energie wurde wiederum aus Holz gewonnen. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass ein Berghauptmann mit Namen Carl von Carlowitz erkannte: Wenn wir so weiter wirtschaften, dann gibt es bald keinen Wald und damit kein Holz mehr. Eine der Grundlagen des sächsischen Reichtums, die Erzverhüttung war in Gefahr. 
Weit gereist und belesen schrieb er das erste forstliche Werk, die Sylvicultura oeconomica.

„Wird derhalben die größte Kunst, Wissenschaft, Fleiß und Einrichtung hiesiger Lande darinnen beruhen, wie eine sothane Conservation und Anbau des Holzes anzustellen, dass es eine kontinuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe, weil es eine unentbehrliche Sache ist, ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag.“ (S. 105–106 Sylvicultura Oeconomica)

Mit diesem Werk wurde der Förster, die Forstwirtschaft und das Wort Nachhaltigkeit der Menschheit übergeben. Von hier trat es seinen Siegeszug in die ganze Welt an. Bis hierhin aber war es ein langer Weg, der noch lange nicht zu Ende ist. 
Landesforsten lädt Sie ein, sich auf unseren Seiten über die weitreichenden Facetten der modernen Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz und die Geschichte der Nachhaltigkeit zu informieren. 
Mehr erfahren Sie unter Unser Wald, Umweltbildung, Erholung und Abenteuer und Lebensraum Wald.
Sie sind herzlich eingeladen mit uns gemeinsam zu feiern. Stöbern sie im Veranstaltungskalender zum Jubiläumsjahr.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.forstwirtschaft-in-deutschland.de

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und neue nachhaltige Erkenntnisse!
Ihre Förster