Nachhaltigkeit – modern, verantwortungsvoll, vertrauensvoll, weitsichtig, zukunftsorientiert  – ein Begriff der Karriere gemacht hat!

Was auch immer „Nachhaltigkeit“ für den Einzelnen bedeuten mag, in einem sind sich alle einig: Nachhaltigkeit ist etwas Gutes! Im Grunde genommen stimmt das auch, bedeutet es doch nichts anderes als: Wirtschafte mit dem dir anvertrauten Gut so rücksichtsvoll, dass auch deine Nachkommen noch im gleichen Maße Nutzen daraus ziehen können.)

Sucht man den Ursprung des Ganzen, trifft man auf Hans Carl von Carlowitz! Seiner Zeit Oberberghauptmann und zuständig für die Bewirtschaftung der Wälder, formulierte er  1713 erstmals in seiner Sylvicultura Oeconomica den Begriff der „nachhaltenden Wirtschaft“. Damit wurde er vor genau 300 Jahren zum Urvater des Begriffs und sicherte der Forstwirtschaft das „Patent“  für die Nachhaltigkeit. Das Prinzip, nicht mehr Holz in unseren Wäldern zu nutzen, als im gleichen Zeitraum nachwächst, war geboren!
Seither ist Nachhaltigkeit für unsere Forstwirtschaft Leitbild und Ehrenkodex und wir können zu Recht sagen:

Wir finden Nachhaltigkeit modern  – seit 300 Jahren!

In den vergangenen 300 Jahren stand die Entwicklung nicht still. Der Begriff der Nachhaltigkeit hat sich in seiner Bedeutung und Anwendung im Laufe der Geschichte verändert und weiter entwickelt. 
Das heutige Verständnis von Nachhaltigkeit wurde maßgeblich vom Weltklimagipfel 1992 in Rio geprägt.  “Sustainable developement” oder übersetzt „nachhaltige Entwicklung“  wurde zum Schlagwort der Konferenz und fortan zu einem gesellschaftlichen Leitbild.
Übertragen auf die Aufgaben der Forstwirtschaft bedeutet dies eine Betreuung und Nutzung unsere Wälder in einer Art und Weise die,

  • die biologische Vielfalt
  • die Produktivität,
  • die Verjüngungsfähigkeit,
  • die Vitalität und
  • die Fähigkeit, gegenwärtig und in Zukunft wichtige ökologische, wirtschaftliche und soziale Funktionen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu erfüllen erhält und anderen Ökosystemen keinen Schaden zufügt."

(Zweite Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa, Helsinki 1993)

In jedem Bereich der täglichen Arbeit von Landesforsten ist Nachhaltigkeit verankert! 
Wir nutzen nicht nur genauso viel Holz wie auch nachwachsen kann, wir sorgen auch für natürliche Verjüngung unserer Wälder, für die Gesunderhaltung und Artenvielfalt unserer Ökosysteme, schaffen wichtige Lebensräume für vielfältige Pflanzen und Tieren, leisten unseren Beitrag zu Klima-, Boden-, und Wasserschutz, sorgen dafür, dass Sie sich in unseren Wäldern wohl fühlen und erholen können und bieten für Jedermann die Möglichkeit sich in vielfältigen Umweltbildungsprogrammen zu informieren. 

„Nachhaltigkeit“ - für Landesforsten und die Forstwirtschaft in Deutschland nicht nur eine Worthülse, sondern entscheidender Gegenstand der täglichen Arbeit – und das seit 300 Jahren! 

Im Rahmen des Folgeprozesses zur Ministerkonferenz von Helsinki wurden Kriterien und Indikatoren der Nachhaltigkeitsprüfung verabschiedet. Die sechs gesamteuropäischen Kriterien für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung lauten:

  1. Erhaltung und angemessene Verbesserung der forstlichen Ressourcen und ihr Beitrag zu globalen Kohlenstoffkreisläufen
  2. Erhaltung der Gesundheit und Vitalität von forstlichen Ökosystemen
  3. Erhaltung und Förderung der Produktionsfunktionen der Wälder (Holz und Nichtholz)
  4. Erhaltung, Schutz und angemessene Verbesserung der biologischen Diversität in Forstökosystemen
  5. Erhaltung und angemessene Verbesserung der Schutzfunktionen bei der Waldbewirtschaftung (vor allem Boden und Wasser)
  6. Erhaltung anderer sozio-ökonomischer Funktionen und Bedingungen

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Bild: ProWald
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